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Radtour, Bootsausflug, Wanderung: In Frankenfeld gibt es viel Erholung, aber auch Energien, die sinnvoll genutzt werden

Ein Alleridyll mit vielen Feinheiten

Ortsbild prägend: Das Rittergut Frankenfeld. Dort gibt es einen Campingplatz, den Gäste aus ganz Deutschland nutzen. Foto: Matthias Kabel
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Ortsbild prägend: Das Rittergut Frankenfeld. Dort gibt es einen Campingplatz, den Gäste aus ganz Deutschland nutzen. Foto: Matthias Kabel
FRANKENFELD - 18. Mai 2020 - 14:00 UHR - VON REDAKTION

Die kleine Gemeinde Frankenfeld mit rund 600 Einwohnern und den drei Ortsteilen Frankenfeld, Bosse und Hedern liegt am Lauf der Aller - dort, wo diese so h√ľbsch durch die Landschaft m√§andriert. Auf der Landkarte sieht es aus, als k√∂nnte die Aller sich nicht recht entscheiden, wohin sie flie√üen m√∂chte. Mal windet sie sich nach Norden, dann wieder nach S√ľden, Osten oder Westen.

Wild kann der Fluss auch sein - dann, wenn er gerade mal wieder zu viel Wasser mit sich f√ľhrt, das irgendwo bleiben muss. Davon konnte die Landbev√∂lkerung in fr√ľheren Zeiten ein Lied singen. Damals brachten die gef√ľrchteten Allerhochwasser oft genug gro√üe Sch√§den mit sich. Doch seit der Fluss von Deichen gez√§hmt wird, stehen allenfalls noch mal die weiten Gr√ľnlandfl√§chen unter Wasser.

Eine schöne alte Lindenallee

Heute bringt die Lage am Fluss dagegen Erholungssuchende in die Gemeinde Frankenfeld, die das Alleridyll f√ľr kurze oder l√§ngere Aufenthalte nutzen. Eine sch√∂ne alte Lindenallee f√ľhrt in den Ort Frankenfeld, der 328 Kilometer lange Aller-Radweg verl√§uft durch die Gemeinde, Boote k√∂nnen geliehen werden.

Wer √ľbernachten m√∂chte, findet dort das Hotel Allerhof in Bosse mit regionaler K√ľche, Kaffee- und Biergarten und Hotelpark sowie einen Campingplatz auf dem Rittergut Frankenfeld mit altem Baumbestand und weitem Blick √ľber die Aller. Der Campingplatz besteht seit 1967, die G√§ste kommen aus ganz Deutschland. Das historische Herrenhaus des Rittergutes wurde 1990 durch ein Feuer zerst√∂rt, 1993 wurde ein repr√§sentativer Neubau errichtet.

1360 erstmals erwähnt

Frankenfeld, 1360 erstmals erw√§hnt, ist nach wie vor landwirtschaftlich gepr√§gt, viele alte Hofanlagen bestimmen das Bild in den Ortsteilen. Von urspr√ľnglich rund 40 Betrieben sind heute noch acht √ľbrig, die intensiv bewirtschaftet werden. Gewerbe gibt es auch: Schreiner, Maler- und Lackiererbetriebe, landwirtschaftliche Lohnbetriebe, Metallverarbeitung, Autoreparatur und “gr√ľne” Energieerzeugung.

“Wir haben drei Biogasanlagen sowie mehrere Photovoltaikanlagen”, erkl√§rt B√ľrgermeister Hans-Dieter Orlovius: “Seit Jahren belegen wir Platz eins in Niedersachsen in der Solarbundesliga und an Strom aus Biogas erzeugen wir 20 Mal so viel, wie die gesamte Gemeinde verbraucht”, erg√§nzt er nicht ohne Stolz. 28 Haushalte werden mit W√§rme aus den Biogasanlagen versorgt, “was die Leute sehr sch√§tzen”.

Ein weiterer Aspekt der wirtschaftlichen Situation mit leistungsf√§higen Betrieben in der Gemeinde Frankenfeld ist, so B√ľrgermeister Orlovius: “Aufgrund der guten Gewerbesteuereinnahmen ist die Gemeinde finanziell gesund.”

Ehrenamtliches Engagement

Das Dorfleben st√ľtzt sich auf ehrenamtliches Engagement: In Bosse und Frankenfeld gibt es je eine Feuerwehr und einen Sch√ľtzenverein und in allen Gemeindeteilen einen Dorfgemeinschaftsverein. “Ansichtssache” sei die Lebensqualit√§t in der Gemeinde, sagt B√ľrgermeister Hans-Dieter Orlovius: “Dem einen ist es zu langweilig, der andere mag die etwas abgelegene Lage und die Ruhe, der n√§chste f√ľhlt sich von den Bauern gest√∂rt.”

Ein Vorteil des Lebens auf dem Land - allerdings nicht ohne Schattenseite: “√úberall k√∂nnen Tiere gehalten werden, Schafe, Pferde und andere, wobei die hohe Zahl von W√∂lfen ein Problem werden k√∂nnte”, erkl√§rt Hans-Dieter Orlovius. Ein anderes Problem bestehe darin, “dass die gesamte Allerregion unter Naturschutz gestellt werden soll, was einigen landwirtschaftlichen Betrieben die Existenz kosten k√∂nnte.”

Im Gespr√§ch ist in der Gemeinde Frankenfeld derzeit die Teilnahme am Dorfentwicklungsprogramm - dadurch k√∂nnten √∂ffentliche wie auch private Projekte mit Zusch√ľssen unterst√ľtzt werden.Matthias Kabel

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