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Vortrag beim Verein Klimaschutz Heidekreis: Waldbaumbau soll Bestände stärken - auch wichtig für die Trinkwassergewinnung

Ein gesunder Unterbau für den Wald

Gesunde Buchen, kranke Fichten: Der Klimawandel macht vor allem Nadelbäumen in Monokuulturen zu schaffen.Foto: Matthias Metzger
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Gesunde Buchen, kranke Fichten: Der Klimawandel macht vor allem Nadelbäumen in Monokuulturen zu schaffen.Foto: Matthias Metzger
WALSRODE - 02. April 2021 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

“Wald und Wasser Wald und Klima” lautete ein Vortrag von Diplom-Forstingenieur Matthias Metzger, Naturschutzbeauftragter der Klosterforsten Hannover. Eingeladen zu dieser Internet-Diskussion hatte der Verein Klimaschutz Heidekreis. Er zeigte eine Rechnung auf, die am Ende für das Klima nicht aufgehen kann.

Die Wälder der Erde enthalten etwa ebenso viel Kohlenstoff wie die Atmosphäre (zirka 700 Milliarden Tonnen) und stellen damit einen wichtigen Speicher im globalen Kohlenstoffhaushalt dar. Jährlich werden sechs Milliarden Tonnen Kohlenstoff aus fossilen Kohlenstoffvorräten zusätzlich in die Atmosphäre abgegeben, hinzukommen zwei Milliarden Tonnen aus der Zerstörung von Wäldern. Die natürlichen Systeme (inklusive der Wälder) können aber nur etwa drei bis vier Milliarden Tonnen Kohlenstoff jährlich aufnehmen, das heißt: Jährlich gelangen etwa drei Milliarden Tonnen Kohlenstoff zusätzlich in die Atmosphäre und verstärken somit den Treibhauseffekt.

Intakte Wälder dienen durch Aufnahme und Bindung von CO 2 in Holz als Kohlenstoffsenker. Aber durch die Zerstörung, insbesondere durch Brandrodung von Wäldern, werden diese zu Kohlenstoffquellen.

Die Wälder in Deutschland sind aktuell stark geschädigt. Die langen Trockenperioden der jüngsten Zeit stressen die Bäume. Hinzu kommen Schädlinge wie Borkenkäfer, die vor allem Fichten befallen und zu großflächigem Absterben ganzer Waldbestände führen. Auch Sturmschäden haben in den vergangenen Jahren immer wieder großflächige Schäden verursacht.

Umwandlung von Nadelwald in Laub- und Mischwälder

“Die Trockenheit der letzten drei Jahre hat die Grundwasserspeicher austrocknen lassen und führt vor allem bei älteren Bäumen, die tief wurzeln, zu massiven Schäden”, erläuterte Matthias Metzger. Neben Fichten seien vor allem auch Buchen und in einigen Regionen auch Kiefern stark betroffen.

Grundwasser, aus dem ein Großteil des Trinkwassers gewonnen wird, entsteht aus Niederschlägen, die im Boden versickern. Wälder spielen dabei als Sickerfläche für Niederschläge eine zentrale Rolle. Insbesondere unter Laubwäldern wird im Vergleich zu anderen Landnutzungsformen mehr Grundwasser besserer Qualität gebildet. Vor allem findet im Winterhalbjahr, wenn kein Laub auf den Bäumen vorhanden ist und das Wasser ungehindert in den Boden abfließen kann, in Laubwäldern eine hohe Grundwasserneubildung statt. Um Wälder in Deutschland für mehr Klima- und Wasserschutz zu optimieren und besser an den Klimawandel anzupassen, werden vorhandene Nadelholzreinbestände (Monokulturen) aus Kiefern und Fichten mit Laubbäumen unterpflanzt. Diese bezeichnet man als Waldumbau.

Spendengelder notwendig

In der anschließenden Diskussion wurde vereinbart, dass der Verein Klimaschutz derartige Vorhaben tatkräftig unterstützen möchte. Im kommenden Herbst beabsichtigt der Verein, nach Angaben des Vorsitzenden Wilfried Stegmann, auf einer vorbereiteten Fläche im Heidekreis mehrere tausend Bäume zu pflanzen. Neben jungen Eichen und Buchen sollen gemeinsam dabei auch insek-tenfreundliche Baumarten wie Linden und Wildobst eingesetzt werden. Durch die Vielfalt von Pflanzenarten kann die Widerstandsfähigkeit in Mischwäldern verbessert werden. Die jungen Bäume müssen zum Teil gewässert und durch Wildzäune geschützt werden. Mit der Hilfe von Spendengeldern will der Verein dazu beitragen, einen Teil der Kosten zu decken. Wer sich aktiv einbringen möchten, kann dem Verein beitreten oder einen Betrag spenden. Informationen dazu finden sich auf der Internetseite www.klimaschutz-heidekreis.de.

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