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Viel Platz für Ukraine-Geflüchtete: Das bietet das Wohnhaus des früheren Sägewerks Carstens in Ahlden. Es soll nun hergerichtet werden. Spenden und Tatkraft werden erbeten.

Ein Sägewerk wird zur Flüchtlingsunterkunft

Ruft zur Unterstützung auf: Der Ahldener Bürgermeister Kai Schliekelmann. Vom 7. bis 9. April soll das Wohnhaus des ehemaligen Sägewerks für Ukraine-Flüchtlinge hergerichtet werden. Foto: Meyland
Ruft zur Unterstützung auf: Der Ahldener Bürgermeister Kai Schliekelmann. Vom 7. bis 9. April soll das Wohnhaus des ehemaligen Sägewerks für Ukraine-Flüchtlinge hergerichtet werden. Foto: Meyland
AHLDEN - 05. April 2022 - 14:38 UHR - VON DIRK MEYLAND

Es gilt als “Filet mit Überraschungsfaktor”: das ehemalige Sägewerk Carstens an der Ahldener Bahnhofstraße. Filet wegen der bevorzugten Lage, Überraschung wegen möglicher Kontaminationen des Erdreichs. Die Gemeinde Flecken Ahlden hat im vergangenen Jahr ihr Vorkaufsrecht für das Areal genutzt, weil sie darin einen idealen künftigen Grundschulstandort sieht. Bereits jetzt lässt sich sagen: Aus humanitärer Sicht war der einstimmige Ratsbeschluss, das 12.000 Quadratmeter große Grundstück samt Bebauung zu erwerben, ein echter Segen. Anfang Dezember 2021 wurde dort spontan ein Lager für Holzspenden eingerichtet, nachdem zuvor in der Nachbarschaft ein Schuppen samt Brennholz abgebrannt war und jene Familie ihren Wintervorrat für ihr Haus, das nur per Ofen geheizt werden kann, verloren hatte. Jetzt wird ein Teil des Grundstücks kurzerhand zur Auffangstation für Flüchtlinge umfunktioniert.

Eine “von der Gemeinde ausgerufene Bürgerinitiative”

“Die Telefone stehen nicht still”, sagt der Ahldener Bürgermeister Kai Schliekelmann. Am Montag hat er einen Aufruf zu Sachspenden und tatkräftiger Unterstützung in Sozialen Netzwerken gepostet. Bereits in den Vorwochen habe er in engem Kontakt mit der Samtgemeinde gestanden und gefragt, ob ausreichend Raum zur Unterbringung von Flüchtlingen zur Verfügung steht. Mittlerweile sei dieser Platz knapp geworden. Höchste Zeit, zu handeln. Innerhalb kürzester Zeit, so Schliekelmann, habe sich eine “von der Gemeinde ausgerufene Bürgerinitiative” gegründet.

Grundsätzlich passt alles ...

Vielleicht schon Ende der Woche sollen die ersten Ukraine-Flüchtlinge im ehemaligen Wohnhaus des Sägewerks einziehen. Grundsätzlich passen die Voraussetzungen dort: Die Lage ist, wie gesagt, erstklassig, das Anwesen verfügt über viele Räume und ist großzügig geschnitten. Zudem gibt es in ungewöhnlich vielen Zimmern, über die Bäder hinaus, Waschbecken. Heizung, Wasser, Strom: Alles ist vorhanden. Garten, Außenbereich: Platz zum Spielen und Toben ist fast im Überfluss vorhanden.

... aber es muss auch noch einiges hergerichtet werden

“Allerdings wollen wir die Räume noch etwas herrichten”, kündigt Schliekelmann im Flyer an. Dies ist zweifellos nötig, denn das Gebäude hat von innen den Charme der 1970er Jahre. Teppiche sollen kurzfristig ausgetauscht werden, Wände einen Anstrich erhalten. Vor allem das Obergeschoss ist bunt. Hier ein leuchtend rot gestrichenes Bad, dort das Kinderzimmer von “Dörte” (jener Name steht auf dem Türschild), das in den Farben Blau und Gelb gehalten ist, so wie die ukrainische Flagge. Aber es “mufft” nirgends, und offensichtlich ist die Immobilie im Winter beheizt und gepflegt worden.

Zahlreiche Eimer mit weißer Farbe stehen bereits parat. In den kommenden Tagen sollen der offene Kamin, für den es keine Zulassung mehr gibt, verschlossen, Lampen angebracht und kaputte Steckdosen ersetzt, geputzt und gefegt werden. Wer Zeit und Lust habe, könne einfach vorbeikommen, sagt Schliekelmann, der selbst seinen Urlaub nutzen will, um mit anzupacken - und die Aktion koordiniert.

Auch Sachspenden würden benötigt, betont der Bürgermeister. Er bittet allerdings darum, diese nicht einfach am Sägewerk abzugeben, sondern sich vorher mit ihm in Verbindung zu setzen, damit nicht plötzlich 500 Gabeln oder 20 Sofas angeliefert werden. Akuter Bedarf bestehe aktuell an Betten, Lattenrosten. Matratzen, Kissen und Decken. Benötigt würden des Weiteren Stühle, Tische, Sitzmöglichkeiten. Ein Sofa ist bereits am Dienstag geliefert worden. Ebenfalls vonnöten: Kleiderschränke, Regale, Küchenausstattung, Handtücher, Hygieneartikel.

Kontakt und Info

Das Gebäude, Bahnhofstraße 12, soll an drei Tagen hergerichtet werden: von Donnerstag bis Sonnabend, 7. bis 9. April, jeweils ab 9 Uhr. Kontakt: Kai Schliekelmann, 0171/8031588 (auch WhatsApp), E-Mail an kai@schliekelmann.de.

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