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Reinhard Wendt aus Walsrode erzählt, wie seine selbstgeschnitzten Holzfiguren nach Meinerdingen kamen

Eine Krippengeschichte

Liebevoll arrangiert: Mittlerweile sind nicht nur Hirten und Schafe dazugekommen, sondern auch ein Unterstand als Schutz für die Krippe.Foto: Wolfgang Posselt
Liebevoll arrangiert: Mittlerweile sind nicht nur Hirten und Schafe dazugekommen, sondern auch ein Unterstand als Schutz für die Krippe.Foto: Wolfgang Posselt
MEINERDINGEN - 30. Januar 2021 - 19:00 UHR - VON REDAKTION

“Die tägliche Rubrik der Walsroder Zeitung ,Moin‘, in der die Redakteure abwechselnd ihre Erlebnisse und Erfahrungen (nicht nur) während der Corona-Krise kundtun, brachte mich auf die Idee, die Geschichte der Meinerdinger Krippe aufzuschreiben”, erklärt Reinhardt “Timmy” Wendt aus Walsrode. Dazu muss er ein bisschen in der Vergangenheit kramen. Und er erzählt Folgendes:

“Vor etwa 23 Jahren fiel mir ein Vorlagenbogen mit relativ großen Krippenfiguren zum Aussägen in die Hände. Da ich schon immer gerne mit Holz gebastelt habe, brauchte ich nicht lange, zu überlegen, und in wochenlanger Arbeit entstanden aus drei Zentimeter starken Holzbohlen, die wir aus einer vom Sturm gefällten Douglasienkiefer hatten sägen lassen, die etwa 60 Zentimeter hohen Krippenfiguren. Fortan standen sie Weihnachten nun vor unserem Christbaum und erfreuten vor allem die Enkel.

“In Meinerdingen fehlte mir aber immer die Krippe”

Zeitsprung: An Heiligabend und Weihnachten war Kirchgang seit meiner Kindheit ein Muss. In Meinerdingen fehlte mir aber immer die Krippe. So fragte ich Pastor Delventhal, ob ich nicht meine Krippe der Kirche spenden könnte, und selbstverständlich sagte er ja. So übergab ich dann vor etwa zehn Jahren das gesamte Ensemble an die Kirche, und seitdem ist sie fester Bestandteil in der Weihnachtszeit in und vor der Kirche.

Die ersten zwei Jahre stand sie im Altarraum vor und neben dem Weihnachtsbaum, wo sie aber nie so recht zur Geltung kam. Da hatte der Sohn vom Pastor, Lucas, die Idee, sie doch im großen Eingang der Kirchscheune aufzustellen. Dort erfreute sie nun, festlich angestrahlt, die Besucher der Gottesdienste vor oder nach dem Kirchgang.

Corona erforderte Umdenken und einen Unterstand

Doch letztes Jahr war ja alles anders. Wegen der Corona- Beschränkungen stellte sich die Frage: Gottesdienst am Heiligabend mit wenig Menschen, kein Gottesdienst oder einfach auf die Kirchwiese ausweichen? Damit hatte man im Sommer sehr gute Erfahrungen gemacht. Wer das Meinerdinger Kirchen-Team kennt, der weiß, dass die Idee auch umgesetzt wurde. Allerdings sollte auch die Krippe dann neben dem Altar stehen. Man konnte aber die Figuren und den Stall nicht schutzlos der Witterung aussetzen.”

Nächste Idee: “Wir bauen einen Unterstand.” Schnell fand sich mit Klaus und Julian Ludolf, Hans Challa und “Timmy” Wendt, ein Team, das die Idee in die Tat umsetzte. Unter Einhaltung der Schutzmaßnahmen wegen Corona entstand so aus dem von Timmy Wendt gespendeten Bauholz ein Unterstand, der seinesgleichen in der Gegend sucht. Man merkt sofort, dass da Profis am Werk waren, denn Julian Ludolf und Hans Challa sind Tischler. Klaus Ludolf hatte jede Menge Ideen, und “Timmy” Wendt fand während der Bauzeit noch Gelegenheit, einen weiteren Hirten und zwei Schafe zu basteln. Wendt erzählt weiter: “Bis dato waren es nur ein Schaf und ein Hirte, und in der Bibel heißt es doch: Es waren Hirten auf dem Felde, die hüteten ihre Herde. Zum 3. Advent wurde der Unterstand nun vor der Kirche aufgebaut, und seitdem weist der ‚Stern zu Bethlehem‘ Besuchern den Weg zur Heiligen Familie und den dazugehörigen Figuren - als da sind: Maria und Josef und natürlich das Kind in der Krippe. Auch Ochs und Esel fehlen nicht im Stall. Dazu kommen zwei Hirten und drei Schafe, die Heiligen Drei Könige Balthasar, Caspar und Melchior, der Engel des Herrn sowie ein weiterer Hirte mit einem Dromedar, der die Könige begleitete.

Die Krippe einfach mal beim Spaziergang besichtigen

Kleiner Tipp: Auch nach Weihnachten lohnt sich jetzt noch ein Besuch in Meinerdingen, denn die Krippe wird noch einige Zeit dort stehen bleiben - dank Corona. “Wir haben die Zeit jedenfalls gut genutzt - zur Freude der Besucher - und das freut wiederum das Bau-Team”, ist Wendt stolz auf die Aktion.

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