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Elisabeth Okon und Marcel Borchert haben die Aktion “Heideherzen” ins Leben gerufen - und suchen engagierte Heidjerinnen und Heidjer, die mit ihnen Weihnachtskarten an Pflegeheime verschicken.

Einsamen Menschen zu Weihnachten eine Freude machen

Wollige Werbegesichter: Für die Aktion “Heideherzen” von Elisabeth Okon und Marcel Borchert (von links) stand auch die Heidschnucken-Herde von Schäferin Wiebke Schmidt-Kochan aus Schneverdingen vor der Kamera. Foto: Heideherzen
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Wollige Werbegesichter: Für die Aktion “Heideherzen” von Elisabeth Okon und Marcel Borchert (von links) stand auch die Heidschnucken-Herde von Schäferin Wiebke Schmidt-Kochan aus Schneverdingen vor der Kamera. Foto: Heideherzen
WALSRODE - 24. November 2022 - 15:00 UHR - VON MäRIT HEUER

Weihnachten: Viele Menschen verbinden damit Familienzeit, Geschenke, Liebe und Lachen. Andere sehen den Festtagen mit einem bangen Gefühl entgegen - weil sie wissen, dass sie sie weitestgehend allein verbringen werden. Das trifft mitunter auch auf Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeheimen zu. Ob die Angehörigen nun weiter weg wohnen oder allgemein kaum noch familiäre oder freundschaftliche Kontakte vorhanden sind: Einsamkeit tut weh, auch und besonders zum Fest der Liebe. Umso schöner ist es, wenn sich jemand Gedanken macht und den Betroffenen ein kleines Lächeln aufs Gesicht zaubert.

Elisabeth Okon und Marcel Borchert haben bereits im vergangenen Jahr Weihnachtskarten selbst gemalt und sie einem Pflegeheim zukommen lassen, um den Menschen dort eine Freude zu machen. Die Idee dazu war ihnen während der Corona-Pandemie gekommen. “Ich habe selbst eine Oma, die im Pflegeheim wohnt”, erzählt Okon. Wegen der Hygienemaßnahmen habe sie ihre Großmutter nicht besuchen können - also beschloss sie, ihr zu schreiben. Durch ihre Mutter, die in einer Pflegeeinrichtung arbeitet, habe sie außerdem erfahren, dass es mehrere Personen mit Bedarf nach Weihnachtspost gebe. So starteten Elisabeth Okon und ihr Partner Marcel Borchert eine kleine Weihnachtskarten-Produktion für einsame Menschen. “Da kam sehr positives Feedback - die Beschenkten haben sich die Karten häufig in die Wohnung gestellt. Und das Schöne ist: Man selbst hat auch Freude beim Schenken”, bezeichnen die beiden ihre Aktion als Erfolg für alle Beteiligten. “Durch den Artikel in der Walsroder Zeitung kamen Freunde auf uns zu, und die Idee kam auf, ein Internetporal zu gestalten”, sagt Borchert.

In diesem Jahr möchten er und Okon das Ganze deshalb noch etwas größer aufziehen: Die beiden haben alle 23 Pflegeheime im Heidekreis angeschrieben, um ihnen die neue Website www.heideherzen.de vorzustellen. Darunter können ab sofort alle Interessierten die Aktion unterstützen und mitmachen. Das geht so: Wer einsamen Menschen an Weihnachten eine Freude machen möchte, kann die eigene E-Mail-Adresse in dem dafür vorgesehenen Feld auf der Homepage hinterlassen. Im Gegenzug bekommt man die Anschrift eines teilnehmenden Pflegeheims aus dem Heidekreis per E-Mail zugeschickt. Nun kann man entweder eine Weihnachtskarte selbst gestalten oder eine kaufen - auf jeden Fall sollte man sie mit einem lieben Gruß versehen und sie dann anonym per Post an die Adresse des Pflegeheims senden. Die Mitarbeitenden verteilen die Karten dann zu den Festtagen an die Menschen, die Bedarf nach Weihnachtspost haben, oder lesen sie gegebenenfalls auch vor.

Für die kreative Gestaltung der Karten gebe es keine Vorschriften, betonen Okon und Borchert, dafür nennen sie auf ihrer Homepage ein paar Tipps zu Form (“Schreibe groß und deutlich: Manchmal ist weniger Text mehr.”) und Inhalt (“Sei dabei respektvoll und wertschätzend.”). Freunde und Familie des Paares unterstützen das Projekt “Heideherzen” - etwa bei der Programmierung der Website, der Gestaltung des Logos, mit Fotografien oder Anregungen. Auch Schäferin Wiebke Schmidt-Kochan aus Schneverdingen half Okon und Borchert, indem ihre Heidschnucken als “Werbegesichter” der Aktion fungierten. Dennoch bleibt der organisatorische Aufwand größtenteils bei den beiden Initiatoren “hängen”, die beide auch ohne das Engagement schon gut beschäftigt sind: Medizin-Student Marcel Borchert schreibt gerade seine Doktorarbeit, Elisabeth Okon arbeitet als Lehrerin an der Grundschule Vorbrück. Auch in den Klassenräumen kann sich die junge Frau das Projekt “Heideherzen” vorstellen: Den sozialen Aspekt der Aktion in Verbindung mit dem kreativen Malen und Schreiben könne man in den Unterricht einbauen und vielleicht ein paar Karten mit den Schülerinnen und Schülern produzieren. Auch Vereine sollen angeschrieben und über die Aktion informiert werden.

Okon und Borchert wünschen sich, dass ihr Engagement möglichst viele Menschen motiviert, sich ebenfalls die Zeit zu nehmen, anderen eine Freude zu machen. Informationen und Hinweise zur Teilnahme gibt es im Internet unter www.heideherzen.de sowie auf dem Facebook- und Instagram-Account “Heideherzen”.

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