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Der Tangent Club startet bereits zum 14. Mal seine Wunschzettel-Weihnachtsbaumaktion.

“Elfen” für 60 Herzenswünsche gesucht

Hilfe von den Kleinsten: Kinder aus den Kitas Therese von Plato, der Lebenshilfe und aus der Grünstraße waren beim Aufhängen der Wunschzettel in der Hauptgeschäftsstelle der Kreissparkasse in Walsrode mit dabei. Die Frauen des Tangent Clubs Walsrode hoffen auf viele Mitbürger, die sich einen Umschlag vom Baum pflücken, um einen speziellen Wunsch der Kinder zu erfüllen. Foto: Reinbold
Hilfe von den Kleinsten: Kinder aus den Kitas Therese von Plato, der Lebenshilfe und aus der Grünstraße waren beim Aufhängen der Wunschzettel in der Hauptgeschäftsstelle der Kreissparkasse in Walsrode mit dabei. Die Frauen des Tangent Clubs Walsrode hoffen auf viele Mitbürger, die sich einen Umschlag vom Baum pflücken, um einen speziellen Wunsch der Kinder zu erfüllen. Foto: Reinbold
WALSRODE - 30. November 2019 - 16:00 UHR - VON JENS REINBOLD

Während manche Kinder sich stundenlang durch den Geschenkeberg unterm Weihnachtsbaum wühlen, dabei nicht nur auf erfüllte Herzenswünsche stoßen, sondern auch noch ein paar zusätzliche Präsente auspacken können, reicht in manchen Familien kaum das Geld für den Weihnachtsbaum. Für Familien aus einkommensschwachen Familien hat das Weihnachtsfest vor diesem Hintergrund oft einen anderen Charakter: Geschenke sind rar, vor allem für Kinder ist das mitunter eine echte Härteprüfung.

Ob das Weihnachtsfest als gut oder schlecht empfunden wird, sollte zwar nicht in erster Linie von Menge oder Preis der Geschenke abhängen - und doch gehören zum Fest glückliche Kinderaugen auch irgendwie dazu. Diesen Kindern aus finanzschwachen Familien zumindest einen kleinen Herzenswunsch zu erfüllen, das haben sich Frauen des Tangent Clubs Walsrode auf die Fahnen geschrieben.

Seit nunmehr 14 Jahren sorgen sie in Zusammenarbeit mit der Kreissparkasse (KSK) und den Walsroder Kindertagesstätten dafür, dass so mancher Wunsch von Kindern, deren Eltern finanziell nicht aus dem Vollen schöpfen können, doch noch in Erfüllung gehen kann. Und - wie seit Jahren - sollen dabei möglichst viele Menschen mithelfen: Die Unterstützer können sich kleine Wunschzettel vom Weihnachtsbaum in der Walsroder Hauptgeschäftsstelle der KSK nehmen und den darauf notierten Wunsch still und heimlich erfüllen. Am Ende liegen dann Lego und Barbie-Puppe unterm Weihnachtsbaum - worüber sich Kinder und Eltern dann gleichermaßen freuen.

Wobei Hauptorganisatorin Gisela Bahr in diesem Jahr bei der Durchsicht der rund 60 Wunschzettel vor allem eines aufgefallen ist: “Es gibt anders als in den Vorjahren dieses Mal keine Wünsche nach Bekleidung”, sagt sie. Bei Jungen stehen SEK-Spielzeuge und Polizeiwagen ebenso im Mittelpunkt wie etwa Lego. Bei den Mädchen gibt es offenbar den Trend zur Renaissance: “Elsa und Barbie”, nennt Bahr den Hauptwunsch.

Übermittelt werden ihr die Wünsche übrigens von den Leitungen der neun beteiligten Kitas, Krippen und Horte, zudem hängen dort in den Einrichtungen Listen aus, in die sich Familien eintragen können. Und dabei geht es nicht um harte Faktoren wie etwa dem Bezug von Sozialleistungen, sondern um Augenmaß, wie Bahr erklärt. “Wir wollen auch Leuten helfen, die arbeiten und trotzdem knapp sind.” Der Weihnachtsmann des Tangent Clubs kommt also ohne Bedürftigkeitsprüfung.

Seit vorgestern hängen die 60 Umschläge hübsch verpackt am KSK-Weihnachtsbaum. In den kommenden Tagen können Einwohner die Wünsche, die einen Preis von 40 Euro nicht übersteigen, von der geschmückten Tanne “pflücken”, bis zum 16. Dezember haben sie dann Zeit, das entsprechende Geschenk zu besorgen. Wer helfen möchte, aber das Geschenk nicht besorgen kann, der kann stattdessen auch die entsprechende Summe an Geld geben; dann wird Gisela Bahr dafür sorgen, dass dieses Geld in den Herzenswunsch der Kinder umgewandelt wird.

Freuen würden sich die Verantwortlichen übrigens, wenn die Geschenke auch hübsch verpackt wieder in der KSK-Geschäftsstelle abgegeben werden. Eine genaue Anleitung, wie alles funktioniert, ist aber auch den Wunschzetteln beigelegt.

Der einzige Haken, den diese tolle Aktion des Tangent Clubs hat, liegt in der Natur der Sache: Die “unsichtbaren Elfen” können nicht persönlich erleben, welche Freude sie so manchem Kind bereiten - und damit der einen oder anderen Familie ein Weihnachtsfest bescheren, das trotz aller Nöte dann doch in positiver Erinnerung bleibt.

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