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Gelungener Fachtag für Kindertagespflegepersonen im Bildungs- und Tagungszentrum von Verdi

Entwicklung begleiten, nicht diktieren

Fachfrau: Professorin Dr. Renate Zimmer inspirierte die Teilnehmer.red
Fachfrau: Professorin Dr. Renate Zimmer inspirierte die Teilnehmer.red
WALSRODE - 05. Oktober 2018 - 11:00 UHR - VON REDAKTION

Ein speziell für Kindertagespflegepersonen konzipierter Fachtag fand im Verdi-Bildungs- und Tagungszentrum in Walsrode statt. Zu der Veranstaltung hatten Kornelia Runge und Maike Kern, Fachberaterinnen für Kindertagespflege des Heidekreises, eingeladen. Mehr als 100 Kindertagespflegepersonen aus dem Landkreis nahmen teil. Sie wurden in ihrer verantwortungsvollen Aufgabe der frühen Bildung und Betreuung bestärkt und nahmen neue Impulse für ihre tägliche Arbeit mit den Kindern mit.

Andrea Ilse vom Niedersächsischen Kindertagespflegebüro und Professorin Renate Zimmer, Erziehungswissenschaftlerin mit dem Schwerpunkt “Frühe Kindheit” von der Universität Osnabrück, beeindruckten die Zuhörer mit ihren Beiträgen. Ilse machte Entwicklung und aktuelle Situation der Kindertagespflege bundesweit und in Niedersachsen deutlich. Sie hob den flexiblen und individuellen Charakter der Betreuungsform hervor.

Zurzeit werden in Niedersachsen mehr als 23.700 Kinder in Form von Kindertagespflege betreut, davon rund 500 aus dem Heidekreis. Besonders das Modell, in dem sich mehrere Kindertagespflegepersonen in Form von Großtagespflegestellen zusammenschließen, wird stetig ausgebaut. Darauf aufbauend lobte Prof. Dr. Zimmer die Betreuungsform der Kindertagespflege und verdeutlichte die guten Entwicklungsmöglichkeiten durch den kleinen, individuellen und bedürfnisorientierten Betreuungsrahmen. In ihrem Vortrag “Kinder mit herausforderndem Verhalten - Wie wir ihnen begegnen und sie einfühlsam begleiten” legte sie den Fokus zunächst auf die Frage, was Kinder für eine gute Entwicklung brauchen. Junge Menschen kommen mit einem hohen Wissensdrang, natürlicher Neugier und Lust am Entdecken auf die Welt. Sie müssen alles selbstständig und mit Begeisterung und Zeit ausprobieren und sich als selbstwirksam erleben dürfen. Dies sei eine Grundlage für die Entwicklung eines gesunden Selbstkonzepts.

Betreuungspersonen seien in diesem Prozess Entwicklungsbegleiter, die in intensiver Beziehung mit dem Kind Impulse setzen und eine anregende Umwelt bereitstellen. Mithilfe von praxisnahen Beispielen wurde verdeutlicht, dass auffälliges Verhalten von Kindern ein Signal ist. Dabei wurden zahlreiche Alternativen und Interventionsmöglichkeiten aufgezeigt, die im Betreuungsalltag hilfreich sein können.

Am Nachmittag konnten die Teilnehmer in Workshops wie Kinderyoga, Frühförderung, Supervision, Self-Care oder tiergestützter Pädagogik ihren Handlungsrahmen erweitern. Zur Freude aller setzte das Improvisationstheater vom Kulturverein Schneverdingen die Themen des Fachtages szenisch um.

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