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Muss europäische Richtlinie für Schienen in Bezug auf Rolli-Transport angepasst werden?

Erixx: Politik schaltet sich ein

Dauerhaftes Ärgernis: Reisende, die auf einen Elektro-Rollstuhl oder andere größere Hilfsmittel angewiesen sind, wird immer wieder die Mitfahrt im Erixx versagt.Foto: WZ-Archiv/Müller
Dauerhaftes Ärgernis: Reisende, die auf einen Elektro-Rollstuhl oder andere größere Hilfsmittel angewiesen sind, wird immer wieder die Mitfahrt im Erixx versagt.Foto: WZ-Archiv/Müller
WALSRODE - 09. Juli 2021 - 12:58 UHR - VON REDAKTION

Die Politik scheint sich in Sachen “Erixx und die Rollifahrer” zu bewegen: Fast zeitgleich haben in der vergangenen Woche Gespräche des SPD-Landtagsabgeordneten Sebastian Zinke gemeinsam mit der Nahverkehrsgesellschaft und dem SoVD-Heidekreis in Hannover und ein Telefonat der CDU-Landtagsabgeordneten Gudrun Pieper mit der Landesbeauftragten für Menschen mit Behinderungen, Petra Wontorra, stattgefunden, in denen von den beiden Politikern aus dem Heidekreis auf die heftigen Probleme von E-Scooter-Fahrern aus der Region mit dem Unternehmen Erixx hingewiesen worden war. SoVD-Kreisvorsitzender Jürgen Hestermann stellte zu den vorliegenden Gesprächsergebnissen fest: “Wir wissen, dass wir von der Bahn nicht von heute auf morgen endgültige Lösungen erwarten können, aber wir wollen unsere behinderten Menschen auch nicht im Regen stehen lassen.” Politik und Bahn müssten enger zusammenrücken, um zu einer Verbesserung für den betroffenen Personenkreis zu kommen. Man werde weiterhin das Gespräch mit allen Beteiligten suchen.

Sebastian Zinke berichtete, so der SoVD-Kreisverband, dass es ein “gutes” Gespräch mit der Nahverkehrsgesellschaft gegeben habe. Die Bahn habe eine Überprüfung der Problematik zugesagt und wolle auch darüber nachdenken, welche Möglichkeiten man in der Zukunft für diesen Personenkreis anbieten könne. Zinke verwies aber auch darauf, dass die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Erixx ein neues Merkblatt erhalten hätten, auf dem genau vermerkt sei, welche Rollis in welchen Größen künftig mitgenommen werden dürfen. Es gebe strengere Sicherheitsauflagen seitens der Bahn, die beachtet werden müssten.

Petra Wontorra ist seit mittlerweile schon sechs Jahren an dem Thema dran, habe sie in einem Telefongespräch mit Gudrun Pieper mitgeteilt. Die Krankenkassen würden eher die E-Rollis empfehlen, weil sie teilweise kostengünstiger sind. Auf der anderen Seite gibt es die europäische Richtlinie für Schienen, TRSTMI, die die genauen Größen der Fahrzeuge vorschreibt. Und dort müsse sich die Bundesregierung einschalten, um eine Änderung der Größen zu erreichen und an die neuen Rollis anzupassen: “Ich werde mit unseren Bundestagsabgeordneten und mit dem Wirtschaftsminister darüber sprechen”, so Pieper. Bei einer Neuzulassung von Eisenbahnwaggons sollten dann die neuen Richtlinien berücksichtigt werden. Erixx halte sich bisher an die aktuellen Richtlinien. “Wir müssen aber weiterkämpfen und alle gemeinsam dieses Thema angehen, damit wir eine dringend notwendig erscheinende Änderung für diesen Personenkreis erreichen.”

Jürgen Hestermann, SoVD-Vorsitzender, begrüßt die Reaktion der Politik ausdrücklich. “Wir wollen, dass generell bei der Bahn umgedacht wird, dass die Regelungen für diesen stark betroffenen Personenkreis endlich überholt werden und wir allen Menschen die Transportmöglichkeit mit der Bahn ermöglichen.”

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