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Pressesprecher Björn Pamperin erklärt die Auswirkungen des Winterwetters auf den Nahverkehr

Erixx: Was ist so schlimm, es ist doch nur Winter?

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WALSRODE - 12. Februar 2021 - 14:00 UHR - VON REDAKTION

Lange Zeit lief es rund auf der Schiene in Niedersachsen. Und dann plötzlich: Winter. Die Erixx GmbH erklärt, warum es gehakt hat in den vergangenen Tagen auf der Schiene, auch im Heidekreis. Denn: “Winter ist schön - auch wir lieben die besondere Stimmung von schneebedeckter Landschaft, bauen gerne Schneemänner und haben Spaß bei einer Schneeballschlacht”, berichtet Erixx-Pressesprecher Björn Pamperin. “Aber ...”

Das Schienennetz in Deutschland, die Züge und Loks sind nicht für extreme Wettersituationen mit viel Schnee und sehr hartem Frost gebaut. Die Eisenbahn in Deutschland soll vor allem sicher, komfortabel und (Energie-)effizient sein, bei mitteleuropäischem Durchschnittswetter, das über viele Jahre zu 98 Prozent herrscht. Extremwettersituationen sind zum Glück sehr selten. “Deshalb fahren wir hier auch nicht die ‚Transsibirische Eisenbahn‘ oder sind vergleichbar mit dem Zugverkehr in Skandinavien oder anderen Schwerwetter-Regionen.”

Daher kann es Probleme geben bei starkem Schneefall und Schneeverwehungen. Bei mehr als 20 Zentimetern Neuschnee, vor allem in kurzer Zeit, werden Gleise und Weichen vollständig bedeckt. Bei Wind verweht dieser Schnee an einzelnen Stellen teilweise sehr hoch.

“Unsere Fahrzeuge sind nicht mit einem Schneeschild ausgerüstet und können den Schnee nicht einfach wegschieben”, veranschaulicht Pamperin. Schnee verklumpe unter den Rädern. Rad und Schiene hätten eine sehr geringe Auflagefläche - bei größeren Schnee- und Eisklumpen könne es dadurch zu Entgleisungen kommen, vor allem bei vergleichsweise leichten (Diesel-)Triebzügen. Hoher Schnee auf den Gleisen könne ebenfalls dazu führen, dass der Zug die Spur nicht halten kann, ebenso extreme Eisbildung auf den Bahnübergängen.

Weichen können ebenfalls durch den Schnee blockiert werden oder vereisen und so nicht mehr umgestellt werden. Züge dürfen dann nicht mehr darüberfahren. Selbst die teilweise eingebauten Weichenheizungen schaffen bei großen Mengen Schnee und Eis ihre Aufgabe nicht mehr, die Weichen müssen dann manuell mit Gasbrennern aufgetaut werden.

Für das Beseitigen größerer Schneemengen auf den Gleisen werden schwere Räumloks/Spurloks benötigt. Das sei Aufgabe des Eigentümers der Gleise, DB Netz, die jedoch nur sehr wenige dieser Spezialfahrzeuge in Niedersachsen zur Verfügung habe, so Pamperin.

Kritisch im Bahnverkehr sind laut Pressesprecher auch Eisregen und Vereisung. Wenn Eis die Oberleitungen umschließt, können die E-Loks mit dem Stromabnehmer keinen Strom ziehen: Ohne Strom keine Zugfahrt. Bei starken Vereisungen kann der Stromabnehmer der Lok beschädigt werden und es kann zu gefährlichen Lichtbögen kommen. Wenn Eis die Gleise umschließt, haben die Räder keinen direkten Kontakt zum Gleis. Dadurch fehlt die notwendige elektrische Erdung - eine E-Lok kann dann nicht fahren, Entgleisungen drohen auch in diesem Fall.

Im Nahverkehr werden hochmoderne Fahrzeuge eingesetzt. Fein abgestimmte Elektronik und Technik machen das Bahnfahren (normalerweise) komfortabel, bequem und sicher. Das seien zum Beispiel automatisch schließende Türen, hochleistungsfähige Klimaanlagen und Lüftungssysteme, Bremshilfen, Geschwindigkeitssensoren und vieles mehr innen und außen am Zug, zählt der Erixx-Pressesprecher auf. Bei der Fahrt durch Schnee und harten Frost komme es an diesen empfindlichen Bauteilen manchmal zu extremer Eisbildung und die Funktionen werden blockiert. “Mit offener Tür dürfen und wollen wir nicht fahren. Ein Zug, an dem die Türen nicht öffnen können, ergibt keinen Sinn.” Die Be- und Entlüftung der Fahrgasträume erfolgt über Klimaanlagen. Sind die außen liegenden Ansaugstutzen und Wärmetauscher zu stark vereist, gibt es keine Belüftung und Heizung der Innenräume.

Es liege immer im Interesse der Erixx GmbH, Menschen sicher zur Arbeit, nach Hause oder zu Freunden zu bringen - gerade wenn es draußen kalt, windig und ungemütlich sei oder eben schneie. “Wir als Unternehmen und Dienstleister haben keinerlei Interesse daran, dass wir nicht fahren.” Deshalb stoppe man den Verkehr auch nur, wenn es wirklich nötig ist - zur Sicherheit aller Fahrgäste. “Nur wenn die Strecken von DB Netz freigegeben sind, können wir fahren. Nur wenn die Fahrzeuge in einem einwandfreien, sicheren Zustand sind, wollen wir fahren.”

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