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Schützenverein Groß Eilstorf feiert 100. Geburtstag / Festtagswochenende vom 14. bis 16 Juni geplant

Es geht um das Zwischenmenschliche

Die Menschen stehen im Mittelpunkt: Seit 100 Jahren geht es den Mitgliedern des Groß Eilstorfer Schützenvereins um weit mehr als nur das Schießen.red
Die Menschen stehen im Mittelpunkt: Seit 100 Jahren geht es den Mitgliedern des Groß Eilstorfer Schützenvereins um weit mehr als nur das Schießen.red
GROß EILSTORF - 26. Mai 2019 - 07:00 UHR - VON REDAKTION

Festtagsstimmung in Groß Eilstorf: Vom 14. bis 16 Juni feiern die Mitglieder des Schützenvereins das 100-jährige Bestehen. Der bedeutende Anlass wird gleichzeitig mit der Einweihung einer neuen Vereinsfahne gefeiert. Beginnen wird das Feierwochenende am Freitag, 14. Juni, mit einer Zeltparty, bei der die Gruppe “Rocktools” für gute Stimmung sorgen wird. Zur Einstimmung auf das Konzert gibt es in der Zeit von 20 bis 21.30 Uhr eine “Happy-Hour”.

Das eigentliche Jubiläumsfest findet dann am Sonntag, 16. Juni, statt. Das Eintreffen der Vereinsmitglieder beginnt um 12.30 Uhr. Um 13 Uhr marschieren die eingeladenen Gastvereine dann im Sternmarsch durch das Dorf zum Festplatz. Dort wird der Vorsitzende des Kreisschützenverbandes, Heini Wussow, die Fahnenweihe vornehmen - ein denkwürdiger Moment für den Schützenverein und auch für alle Bewohner des Ortes.

Ein Blick in die Vergangenheit des Vereins, der in seiner Ortschaft einen hohen Stellenwert genießt: Begonnen hat seine Geschichte im Jahr 1919, nach dem Ersten Weltkrieg. 13 junge Männer schlossen sich damals zusammen, um einen Schützenverein zu gründen. Es war ihnen ein Bedürfnis, nach den zurückliegenden Kriegsjahren wieder ein unbeschwertes Leben zu führen, zu dem auch das Feiern gehörte. Aber es war auch das Schießen, das alle faszinierte. So fand nach dem Ausschießen eines Königs jeweils ein Fest statt, das “Schiebenbeer”, also Schützenfest, heißt.

Im Jahr 1924 wurde dann die erste Vereinsfahne angeschafft und die Fahnenweihe gefeiert. Ein besonderes Merkmal der Groß Eilstorfer Fahne war bis in die neunziger Jahre die umgebogene Fahnenspitze. Was war passiert? Während eines Schützenfestes kam es zu fortgeschrittener Stunde zu einer Saalschlacht. Dabei war ein Schützenbruder besonders aggressiv. Er ergriff die noch junge Vereinsfahne und räumt damit die Tanzfläche leer. Der Erfolg: Eine mehr als 70 Jahre sichtbar verbogene Fahnenspitze.

Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde im Jahr 1948 das erste Schützenfest abgehalten. Wegen des noch herrschenden Waffenverbots musste der König jedoch durch das Ballwerfen ermittelt werden. Dazu wurde ein kleiner Stoffball in Schlemmkreide getaucht und auf eine schwarze Scheibe geworfen.

Im Jahr 1958 wurde dann der erste richtige Schießstand am Sportplatz errichtet. Der bis zu diesem Zeitpunkt provisorische Kleinkaliberstand wich einem nunmehr offenen, mit Stacheldraht umzäunten, Kleinkaliber- und Luftgewehrstand. Im Jahr 1992 musste die Schießanlage dann komplett umgebaut werden. Aus Sicherheits-gründen wurde eine vertunnelte Anlage errichtet.

Im Jahr 1973 wurde dann ein neues Kapitel der Dorfgeschichte geschrieben und die erste Damengruppe gegründet. Auch wenn die Schützendamen anfangs von den männlichen Schützen belächelt wurden, waren sie es, die dem Verein in vielfältiger Weise neuen Schwung gaben. Ebenfalls 1973 folgte die Gründung einer Jugendgruppe. Sie wurde die Basis des Vereinsnachwuchses und erfreut sich auch aktuell immer größerer Beliebtheit.

Im Jahr 1998 kam der Vorschlag einiger Senioren, eine Gebäudeerweiterung vorzunehmen. Da dieser Wunsch bereits von jüngeren Dorfbewohnern an den Vorstand herangetragen wurde, weil sie Räumlichkeiten für Feiern suchten, fanden die ersten ernsthaften Überlegungen dazu statt. Vom Beginn der Planung im Jahr 2000 bis hin zur Fertigstellung zeigten alle Bewohner, ob Vereinsmitglied oder nicht, viel Engagement. So konnte im Juni 2002 “Us Schützenhus” eingeweiht werden.

Jeder Verein besteht aus einer Zielsetzung und entwickelt dazu seine Regularien. Diese werden dann in einer Satzung zusammengefasst. Der Schützenverein Groß Eilstorf schaffte es 55 Jahre lang ohne eine Satzung auszukommen. Erst im Jahr 1974 wurde der Verein in das Vereinsregister des Amtsgerichts Walsrode eingetragen.

In Ortschaften von der Größe Groß Eilstorfs sind Vereine der Garant einer funktionierenden Dorfgemeinschaft. Zwar haben die Vereinsfeste heute nicht mehr den Stellenwert früherer Zeiten, aber ein Jahr ohne Schützen- oder auch Erntefest ist nicht mehr vorstellbar. Der Verein ist gezwungen, sich der heutigen Zeit und deren Gesellschaft anzupassen, aber dennoch - oder gerade deshalb - sind die Aufgaben immer noch dieselben. Neben dem Schießsport sollen vor allem auch die Dorfgemeinschaft und die Tradition gepflegt werden. So steht der Schützenverein nicht nur für eine große Breite an Möglichkeiten der Freizeitgestaltung, sondern auch für zwischenmenschliche Begegnungen.

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