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Aktion im Naturpark Lüneburger Heide. Alle Interessierten können zum Wissenschaftler werden - auch Schulklassen

Expedition Erdreich: Forschen mit Teebeuteln

Ausrüstung: Mit diesen Materialien gehen die Citizen Scientists, die Bürger-Forscher, im Sommer auf die “Expedition Erdreich”. Foto: BMBF/Expedition Erdreich
Ausrüstung: Mit diesen Materialien gehen die Citizen Scientists, die Bürger-Forscher, im Sommer auf die “Expedition Erdreich”. Foto: BMBF/Expedition Erdreich
WALSRODE - 11. Februar 2021 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

Nach einem Testlauf im vergangenen Jahr wird es jetzt ernst mit der Mitmach-Wissenschaft im Naturpark Lüneburger Heide: Als Partner der Expedition Erdreich ruft der Naturparkverein alle Interessierten auf, sich an einer Bodenforschung vor Ort zu beteiligen - ab sofort gibt es die Testausrüstung dafür. Das wichtigste Utensil in der Starterbox: Teebeutel. Diese werden vergraben und nach drei Monaten wieder aus der Erde entnommen. Unter anderem das Gewicht der Teebeutel, das durch den Zersetzungsprozess verändert sein wird, bringt dann Aufschluss über die Aktivität der Lebewesen im Boden. Die “Expedition Erdreich” ist ein Forschungsprojekt des Bundesforschungsministeriums und des Helmholtz-Zentrums für Umweltforschung.

Test-Teebeutel vergraben

Schon im Sommer 2020 engagierte sich der Naturpark für das Forschungsprojekt. Robin Marwege, Projektleiter der Bildung für nachhaltige Entwicklung im Naturpark Lüneburger Heide, und Luise Ohmann vom Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung vergruben im Rahmen eines Pilotvorhabens Test-Teebeutel auf einer Heidefläche bei Amelinghausen. Nach drei Monaten grub Marwege die Beutel aus dem Heideboden wieder aus, trocknete sie und schickte sie in das Forschungsinstitut zur weiteren Auswertung. Der errechnete Aktivitätswert für die Untersuchungsstelle, die sogenannte Zersetzungsrate, wurde als mittel bis gering eingeschätzt - ein für sandige Heideböden typischer Wert. Mit hoher Probenzahl und vielen unterschiedlichen Standorten lassen sich dann im Verlauf diesen Jahres Vergleiche ziehen und Aussagen zum Zustand des Bodens treffen.

Möglichst viele können und sollten mitmachen

Vor diesem Hintergrund ist die “Expedition Erdreich” als sogenannte Citizen-Science-Aktion angelegt, wie etwa die alljährlichen Vogelzählungen des Naturschutzbundes NABU. Das bedeutet, möglichst viele Menschen können und sollten bei der Aktion mitmachen, um so Grundlagen für die Forschung zu liefern.

Robin Marwege, Ansprechpartner beim Naturpark Lüneburger Heide, hofft darum auf jede Menge Freiwillige in der Region: “Ich freue mich, wenn viele mitmachen, um für unsere Region möglichst viele Daten zu erhalten. Wie lebendig ist der Boden beispielsweise im Garten, auf einer Pferdewiese, auf dem Acker oder im eigenen Wald? Wichtig ist, dass man vor der Anmeldung als Forscherin oder Forscher prüft, ob man einen geeigneten Standort hat. Auf fremden Flächen oder gar in geschützten Gebieten in der Natur und Landschaft darf man natürlich keine Teebeutel einbringen.”

Ergebnisse müssen online gemeldet werden

Ist diese Frage geklärt, können Bürger-Forscher sich als Einzelperson oder Gruppe auf www.expedition-erdreich.de registrieren und bekommen dann eine Grundausstattung für die Untersuchung inklusive Anleitung. Nach genau drei Monaten beginnt die Dokumentation durch die Hobbyforscher. Die Ergebnisse müssen online an das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung gemeldet werden, wo sie dann für alle einsehbar sind und Forscher weltweit zur Verfügung stehen.

Besonders spannend, findet Robin Marwege, sei das Projekt für Schulklassen - die Kinder würden damit Teil echter Wissenschaft bei einem wichtigen Thema. Interessierte Lehrerinnen und Lehrer können sich einfach bei ihm melden.

Der Naturpark ergänzt das Bürger-Wissenschaftsprojekt um ein eigenes Angebot zum Thema. “Von einem intakten Boden hängt so viel ab - unsere Ernährung, zu erheblichen Teilen unser Klima, sauberes Grundwasser. Wir machen uns diese Leistungen sehr selten bewusst”, bekräftigt Marwege. Gemeinsam mit Bodenexpertin Dr. Dorothe Lütkemöller von der Leuphana-Universität Lüneburg will der Naturpark über diese Sachverhalte rund um den Boden und seine Leistungen informieren.

Anmeldungen für den Termin am Dienstag, 27. April, gehen per E-Mail an robin.marwege@naturpark-lueneburger-heide.de. Geplant ist eine Außenbegehung um 15 Uhr. Corona-bedingte Anpassungen werden kurzfristig mitgeteilt.

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