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WZ beteiligt sich am “Tag der Pressefreiheit” an bundesweiter Aktion “Journalismus macht Schule”

Fake News auf dem Stundenplan

Am 3. Mai, war Tag der Pressefreiheit: Die Walsroder Zeitung beteiligte sich am Montag an der bundesweiten Aktion “Journalismus macht Schule” und war zu Gast im Wahlpflichtkurs Journalismus des neunten Jahrgangs der Eichenschule Scheeßel. Unter anderem wurde dabei das Bild von Rudolf Seibeb zum “Tag der Pressefreiheit” thematisiert. Bild: Rudolf Seibeb
Am 3. Mai, war Tag der Pressefreiheit: Die Walsroder Zeitung beteiligte sich am Montag an der bundesweiten Aktion “Journalismus macht Schule” und war zu Gast im Wahlpflichtkurs Journalismus des neunten Jahrgangs der Eichenschule Scheeßel. Unter anderem wurde dabei das Bild von Rudolf Seibeb zum “Tag der Pressefreiheit” thematisiert. Bild: Rudolf Seibeb
WALSRODE - 04. Mai 2021 - 14:39 UHR - VON DIRK MEYLAND

Algebra, Zellteilung, Fake News: Mehr denn je ist Medienkompetenz so wichtig wie Mathematik und Biologie. Aus diesem Grund gibt es seit 2019 die bundesweite Initiative “Journalismus macht Schule”. Auch die Walsroder Zeitung beteiligte sich am “Tag der Pressefreiheit”, 3. Mai, an der Aktion.

Ingo Zamperoni, Pinar Atalay und Caren Miosga von den “ARD Tagesthemen” referierten und informierten ebenso, wie “Spiegel”-Chefredakteur Steffen Klusmann und “Zeit”-Chefredakteur Giovanni di Lorenzo, dazu 24 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter vom “NDR”, und auch die “Walsroder Zeitung” war durch Redakteur Dirk Meyland vertreten: Sie alle - und noch viele mehr - waren am “Tag der Pressefreiheit”, 3. Mai, meist virtuell zu Gast in Bildungseinrichtungen; als Teil des bundesweiten Projekts “Journalismus macht Schule”.

Wie entstehen Nachrichten? Was macht eine gute Recherche aus? Wie gelingt eine Orientierung in der Flut von Nachrichten? Dies waren nur einige Fragen, die die Schülerinnen und Schüler des neunten Jahrgangs um Lehrerin Dr. Esther Vollmer-Eicken, die an der Eichenschule in Scheeßel den Wahlpflichtkurs Journalismus besuchen, an die WZ hatten.

Am Anfang steht ein Bild

Doch am Anfang stand ein Bild. Ein Bild, das am Montag auf vielen Publikationen zu sehen war, bisweilen ganzseitig auf der Titelseite, ergänzt nur durch die Hinweise: “3. Mai 2021 - Internationaler Tag der Pressefreiheit” und “Rudolf Seibeb für die Zeitungen in Deutschland”. Die 18 Teilnehmerinnen und der eine Teilnehmer am Wahlpflichtkurs rätselten, was es mit den mal traurig dreinblickenden, mal ernst, mal erleichtert wirkenden Gestalten auf sich haben könnte. Die Antwort lieferte erst eine Erläuterung des WZ-Redakteurs: “Es soll ein Bild der Hoffnung sein, auf dem im Hintergrund Menschen der Vergangenheit zuwinken. Sie verabschieden sich von Unfreiheit und Unterdrückung. Die nach vorne schauenden Figuren auf dem Gemälde stehen für die Jugend der Welt - und Zuversicht für die Zukunft.” Ohne Erklärungen wie diese, das hatten in der vergangenen Woche bereits intensive Diskussionen in der WZ-Redaktion ergeben, mache eine Veröffentlichung keinen Sinn. Betrachter würden sonst mit dem Bild alleingelassen - auch wenn natürlich bekannt ist, dass Kunstwerke eigentlich für sich selbst sprechen sollen. Am Montag war auf Seite 1 der Walsroder Zeitung ein Foto von der Saisoneröffnung des Heide Park Resorts anstelle jenes Bildes zu sehen. Abwägungen und Entscheidungsprozesse wie diese sind Alltag in Redaktionen, nach außen kommuniziert werden sie nur selten. Doch auch darum ging es bei der Aktion: Einblicke zu gewähren, die sonst nicht oder nicht ohne Weiteres möglich sind.

Sehr guter Schülerzeitungsblog

Die Eichenschule in Scheeßel (Landkreis Rotenburg) ist eine besondere Schule. Das Gymnasium befindet sich in freier Trägerschaft (genossenschaftliche Privatschule) und zieht auch immer wieder Schülerinnen und Schüler aus dem Heidekreis an. Im 9. und 10. Jahrgang gibt es dort einen Wahlpflichtkurs Journalismus. Enorm ist die Beteiligung an einem sehr guten Schülerzeitungsblog, dem ES-Magazin, das jedermann kostenlos zur Verfügung steht und beinahe täglich um mehrere Beiträge wächst. Da war es naheliegend, dass Journalismus auch in dieser Bildungseinrichtung wortwörtlich Schule machen soll.

Blockade im Kopf - und nun?

Was bleibt hängen von zynischen Aktionen wie #allesdichtmachen, initiiert von prominenten Schauspielern wie Jan Josef Liefers; schadet so etwas dem Bild vom Journalismus? Hat Print auf Dauer eine Chance? Was ist investigativer Journalismus? Wie entlarvt man Fake News, und welche Quellen sind vertrauenswürdig? Was hilft bei einer Blockade im Kopf? Und: Wie wichtig sind neben der Medienkompetenz Fähigkeiten wie Grammatik und Rechtschreibung? Die Fragen der Schülerinnen und des Schülers waren vielfältig - entsprechend verging die Doppelstunde am Montag förmlich wie im Fluge.

Kompetenzen fördern

“Journalismus macht Schule” ist eine bundesweite Initiative, die helfen will, die Medienkompetenz von Schülern zu verbessern. Dafür haben sich Journalisten der “Süddeutschen Zeitung”, der “Zeit”, des NDR, BR, WDR, ZDF, von Correctiv, der Reporterfabrik, netzwerk recherche, der Lie Detectors, Lehrende von Journalistenschulen und Universitäten mit Akteuren der Lehrerfortbildung und Medienpädagogen, Medienanstalten und Institutionen der politischen Bildung zusammengetan. Ziel ist es, koordiniert und nachhaltig Schüler zu kompetenten Akteuren in der demokratischen Öffentlichkeit zu machen.

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