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Viele Neuzugänge auch im Pandemie-Jahr: Von der Quereinsteigerin bis zum Doppelmitglied

Feuerwehr Walsrode bekommt tatkräftige Verstärkung

Die Fahrzeuge stehen bereit für den Einsatz der Ehrenamtlichen in Walsrode. Foto: Jens Führer
Die Fahrzeuge stehen bereit für den Einsatz der Ehrenamtlichen in Walsrode. Foto: Jens Führer
WALSRODE - 24. Januar 2021 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

Die Freiwillige Ortsfeuerwehr Walsrode freute sich im abgelaufenen Jahr über zwölf männliche und einen weiblichen Neueintritt in die Einsatzabteilung, darunter ein Kamerad, der aus der Jugendabteilung kam. “Das Gros der Neumitglieder sind alles ausgebildete Feuerwehrmänner, die entweder früher bereits in unserer Feuerwehr waren, im letzten Jahr nach Walsrode zogen oder in Walsrode arbeiten und als Doppelmitglieder bei uns tätig sind”, freut sich Ortsbrandmeister Stephan Wagner. Mit einer Doppelmitgliedschaft haben Feuerwehrleute seit einigen Jahren die Möglichkeit, der Freiwilligen Feuerwehr an ihrem Arbeitsort als sogenanntes Doppelmitglied beizutreten. Sie können dann dort an der Ausbildung und an Einsätzen teilnehmen, sofern ihre Arbeitgeber damit einverstanden sind. Der einzige weibliche Neueintritt ist eine Quereinsteigerin ohne Feuerwehrhintergrund.

Nach der Erst- beziehungsweise Wiedereinkleidung mit Uniform und persönlicher Schutzausrüstung (Helm, Handschuhe, Einsatzjacke, -hose und -stiefel), waren einige der Neuen schon bei Diensten anwesend, als dies noch möglich war. Nach einer Einweisung in die Fahrzeuge sowie Gerätschaften konnten die meisten durch ihre vorangegangene Ausbildung in anderen Feuerwehren schon Einsatzdienste leisten, was gerade bei “Homeoffice-Personal” und den Doppelmitgliedern (davon zwei aus dem Rathaus) gerade tagsüber eine wichtige Rolle spielt.

Die Spinde sind voll - Nachschub ist geordert

Der Zuwachs macht sich auch beim Stauraum bemerkbar: Alle Spinde sind belegt, daher wurden weitere zehn kurzfristig von der Stadt geordert, so der Stellvertretende Ortsbrandmeister Alfred Suhr. Sein Stellvertreter-Kollege, Torsten Helberg, ergänzt, dass dies für die Motivation der Ehrenamtlichen sehr wichtig sei. Er spricht als ehemaliger Kleiderwart aus Erfahrung, macht aber auch deutlich, dass dies heute in Absprache mit der Stadt und den Stadtbrandmeistern mit der Ausstattung sehr gut funktioniert. Gerade für eine Schwerpunktfeuerwehr wie in der Kernstadt Walsrode sei ausreichendes Personal wichtig, denn dort werden viele Einsätze abgearbeitet und Sonderfahrzeuge wie Drehleiter und Rüstwagen vorgehalten.

Was motiviert die Neumitglieder?

Durch die Pandemie-Einschränkungen sei es aktuell schwierig, das neue Personal kennenzulernen. So kam und kommt es vor, dass bei Einsätzen plötzlich “neue und alte Helfer” nebeneinander auf dem Fahrzeug sitzen und sich auf dem Weg zum Einsatz kennenlernen. Auf die Frage, was die Neumitglieder motiviert hat während der Pandemie in die Ortsfeuerwehr Walsrode einzutreten, zucken die drei Ortsbrandmeister mit den Schultern. “Vielleicht liegt es an der Öffentlichkeitsarbeit, aber am besten die Neumitglieder fragen”, schlug Helberg vor. Gesagt, getan: Der 40-jährige Sascha Wenzel war bereits von 1997 bis 2012 in der Ortsfeuerwehr tätig, hatte seinen Truppführerlehrgang abgeschlossen und den Posten des Stellvertretenden Jugendwartes inne. “Die Begeisterung für die Feuerwehr war nie weg, ich habe über die Jahre Kontakt zu Freunden in der Feuerwehr gehalten und mich immer im Internet und in der Presse über die Ortsfeuerwehr informiert”, so Wenzel. Durch ein geändertes Umfeld und neue Strukturen kann er sich jetzt wieder engagieren und ist daher erneut eingetreten. Die Pandemie habe keine Rolle bei der Entscheidung gespielt, führt aber durch das Arbeiten von Zuhause dazu, dass er am Tage oft mit ausrückt.

Der 41-jährige Kai-Thomas Kunert ist seit 25 Jahren Mitglied in der Ortsfeuerwehr Schwitschen/Stadt Visselhövede und dort Gruppenführer. Er arbeitet im Rathaus und hat sich nach einem Aufruf der Bürgermeisterin Helma Spöring zur Doppelmitgliedschaft bereit erklärt. Zusammen mit dem Ehrenstadtbrandmeister Volker Langrehr aus Nordkampen, der ebenfalls Doppelmitglied ist, rückt er regelmäßig zu Einsätzen aus.

Als Quereinsteigerin ist die 18-jährige Victoria Losse im vergangenen Jahr dazu gestoßen. Sie hat bisher noch nichts mit der Feuerwehr zu tun gehabt, wollte eine Ausbildung bei der Berufsfeuerwehr in Hamburg machen. “Das hat leider nicht funktioniert, da keine Stellen frei waren”, so Losse. Daraufhin ging sie im Rahmen des Freiwilligen Sozialen Jahres zur Regionalstelle des THW nach Verden und unterstützt von dort aus die verschiedenen Ortsverbände. “Dort habe ich als Bufdi (Bundesfreiwillgendienst) viel gelernt und wollte mich weiter im Ehrenamt engagieren”, erzählt die junge Frau. Berufliche möchte sie eine Ausbildung zur Notfallsanitäterin beginnen und sucht gerade noch einen Ausbildungsplatz.

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