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Verein will die Gründung und Arbeit des Beteiligungs- und Pflegeverbandes der Aller-Böhme-Region unterstützen

“Förderverein Kulturlandschaft” gegründet

Die Gründungsmitglieder des Fördervereins Kulturlanschaft. red
Die Gründungsmitglieder des Fördervereins Kulturlanschaft. red
AHLDEN - 30. Januar 2019 - 11:00 UHR - VON REDAKTION

Betroffene und interessierte Bürger bündeln im Hinblick auf das Natura-2000-Verfahren im Aller-Leine-Tal ihre Kräfte, um zu einer aus ihrer Sicht “schlanken” EU-konformen Landschaftsschutzverordnung zu gelangen. Seit mehr als einem Jahr regt sich nunmehr Widerstand gegen den aus Sicht der betroffenen Bevölkerung unverhältnismäßigen Verordnungsentwurf der Unteren Naturschutzbehörde des Heidekreises.

In den vom Heidekreis im Vorlauf der Verordnung gebildeten Arbeitskreisen seien die Rechte und Interessen der betroffenen Grundeigentümer und Grundrechteinhaber völlig ignoriert worden. Der betroffenen Bevölkerung, also den Wanderern, Spaziergängern, Badenden, Anglern, Jägern, Erholungssuchenden, sei “vorgegaukelt” worden, sie könnten über die Einschränkungen im Landschafts- bzw. Naturschutzgebiet der geplanten Verordnung mitbestimmen. Tatsächlich seien die Einwände oft noch nicht einmal in den Ergebnisprotokollen der Arbeitskreise aufgenommen worden. Die Bevölkerung soll sich nur noch auf befestigten Wegen in diesem Gebiet bewegen dürfen. Bootsfahrer dürften nur noch an wenigen genau festgelegten Anlegestellen ihre Boote zu Wasser lassen und wieder herausholen. Das Betreten der Weideflächen nach der Ernte werde genauso untersagt wie das Betreten von Uferbereichen. Baden solle nur an ganz wenigen Stellen gestattet sein. Den Kindern auf den Dörfern werde ihr sommerliches Badevergnügen außerhalb dieser Stellen verboten. Grillen an der Aller werde ebenfalls nur noch an ganz wenigen ausgewiesenen Stellen möglich sein. Hunde dürften mit ihren Führern nur noch an den Bootsanlege- und Badestellen an die Aller, alle anderen Bereiche zu betreten, sei auch ihnen verwehrt.

Weitere erhebliche Verbote träfen die Grundeigentümer und Bewirtschafter der Weiden und Wälder im Verordnungsbereich. Diese Verbote kämen einer “kalten” Enteignung des Grundeigentums gleich. Obwohl die Landesregierung das Jagen in Schutzgebieten ausdrücklich von jedem Verbot ausnehme, wolle der Heidekreis umfangreiche Verbote für Jäger durchsetzen.

Das Angeln werde für viereinhalb Monate, während der besten Angelzeit des Jahres, in allen Röhrichtzonen (Flachwasser- und Uferrandbereichen) verboten sein. Da Röhricht aber durchgängig in der Aller vorhanden sei, komme das einem völligen Angelverbot gleich.

Betroffene Grundeigentümer und Landwirte schlossen sich zusammen, um ihre Interessen und die der Bevölkerung mit einem Beteiligungs- und Pflegeverband Aller-Böhme-Region, einer Körperschaft des öffentlichen Rechts, zu bündeln. Dieses Vorhaben sei von Politikern im Heidekreis massiv behindert worden. Letztendlich musste der in Gründung befindliche “Beteiligungs- und Pflegeverband der Aller-Böhme-Region” in seinem Antrag sich nur auf Wasser- und Bodenverbände als Mitglieder beschränken. Damit habe die Politik verhindert, dass auch die Interessen der Bevölkerung durch diesen Verband nachhaltig vertreten werden können.

Damit die Interessen der in der Aller-Böhme-Region lebenden Menschen aber trotzdem vertreten werden könnten, gründeten interessierte Bürger den “Verein zur Förderung der Gründung und der Arbeit des Beteiligungs- und Pflegeverbandes der Aller-Böhme-Region”. In diesem Verein kann jeder, der seine Interessen durch den Verordnungsentwurf des Heidekreises beeinträchtigt sieht, Mitglied werden.

Auch juristische Personen, Personengesellschaften, Unternehmer und Landwirte können Mitglied werden, damit ihre Interessen Gehör finden. Der Verein hat beim Amtsgericht Walsrode die Eintragung als “e.V.” und beim Finanzamt Soltau die Gemeinnützigkeit beantragt. 15 Gründungsmitglieder verabschiedeten bei der Gründungsversammlung die Satzung, deren Hauptzwecke sind die Förderung der Gründung und der Arbeit des Beteiligungs- und Pflegeverbandes der Aller-Böhme-Region, der Erhalt und die Entwicklung der in Jahrhunderten geformten Kulturlandschaft der Aller-Böhme-Region mit ihrer ökologischen Vielfalt und landschaftlichen Schönheit einschließlich angrenzender Gebiete, die Förderung der nachhaltigen Landnutzung und der Erhalt vielfältiger bäuerlicher Wirtschaftsstrukturen sowie die Sicherung und der Schutz des Eigentumsrechts sowie der traditionellen Gewohnheitsrechte der ortsansässigen Bevölkerung, insbesondere in dem zusammenhängenden Netz europäischer Schutzgebiete “Natura 2000”.

Der gewählte Vorstand besteht aus dem ersten Vorsitzenden Wolfgang Ordon aus Eickeloh, dem Stellvertreter Hans-Jürgen Dammann aus Böhme, dem Schriftführer Daniel Müller aus Essel und der Kassenführerin Elisabeth Dannenberg aus Hellberg. Der Verein lehnt laut Pressemitteilung den ausgelegten Verordnungsentwurf “mit seinen überflüssigen Regelungen und völlig überzogenen Verboten kategorisch ab und bietet allen, die sich betroffen fühlen, an, sie in ihren schriftlichen Einwendungen zu unterstützen”.

Der Verein werbe demnach dafür, durch die Umsetzung einer dem Heidekreis bekannten alternativen Verordnung das Maß angemessener Regelung zu wahren und die Situation vor Ort zu befrieden.

Der Verein werde allen Interessierten auch Formulierungsunterstützung für ihre schriftlichen Eingaben beim Heidekreis geben, die dort bis zum 11. März eingehen müssen. Der Verein habe sich bereits juristischen Beistand gesichert und werde gegen die Auslegung aus formalen Gründen rechtlich vorgehen.

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