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SPD-Abgeordnete informieren sich vor Ort über Corona-Auswirkungen auf dem Arbeitsmarkt. Und sind auch im Gespräch mit Gewerkschaftsvertretern.

Folgen (noch) nicht so schlimm wie befürchtet

“Wir wollen daher im Herbst vor dem Hintergrund der pandemischen Lage eine verlässliche Regelung für den Bezug von Kurzarbeitergeld ab dem 1. Januar 2021 vorlegen”, kündigt Bundestagsabgeordneter Lars Klingbeil an. Symbolfoto: pixabay_distelAPPArath
“Wir wollen daher im Herbst vor dem Hintergrund der pandemischen Lage eine verlässliche Regelung für den Bezug von Kurzarbeitergeld ab dem 1. Januar 2021 vorlegen”, kündigt Bundestagsabgeordneter Lars Klingbeil an. Symbolfoto: pixabay_distelAPPArath
WALSRODE - 24. Juni 2020 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

Der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil sowie die Landtagsabgeordneten Dörte Liebetruth und Sebastian Zinke haben sich mit den Vorsitzenden der Geschäftsführungen der Agenturen für Arbeit Stade und Celle über die aktuelle Situation auf dem Arbeitsmarkt in den Landkreisen Heidekreis und Rotenburg ausgetauscht. Gerade am Anfang der Corona-Pandemie hatte es einen Sturm an Anfragen und Anzeigen zum Kurzarbeitergeld gegeben. Davon berichteten sowohl Dagmar Froelich, Agentur für Arbeit Stade, als auch Sven Rodewald, Celle. Rodewald erwähnte auch die großen Probleme im touristischen Bereich im Heidekreis, da Hotels und Attraktionen geschlossen hatten. Rund 800 Beschäftigte im Heidekreis waren davon betroffen. Insgesamt hatten im April mehr als 1000 Betriebe aus allen Branchen Kurzarbeit angezeigt.

Folgen im Landkreis Heidekreis und Rotenburg

Laut Dagmar Froelich sind die Folgen im Landkreis Rotenburg noch nicht so spürbar wie in anderen Landkreisen, da hier ein solider Branchenmix aus den nicht so stark betroffenen Bereichen Gesundheit und Handwerk vertreten sei. Während sich der Ausbildungsmarkt im Landkreis Rotenburg beispielsweise außer einem leichten Rückgang an Bewerbern nicht wesentlich verändert hat, gab es laut Rodewald im Landkreis Heidekreis branchenübergreifend weniger Ausbildungsplatzangebote, insgesamt acht Prozent weniger im Vergleich zum Vorjahr. In der Regel würden Betriebe aber wie gewohnt mit den Ausbildungen starten. Klingbeil informierte dazu aus dem Konjunkturprogramm: Unternehmen, die ihr Ausbildungsplatzangebot in diesem Jahr nicht verringern, erhalten für jeden neu geschlossenen Ausbildungsvertrag eine einmalige Prämie in Höhe von 2000 Euro. Kleine und mittlere Unternehmen, die ihre Ausbildungen in der Krise fortsetzen und Ausbilder und Azubis nicht in Kurzarbeit schicken, können auch eine Förderung erhalten. Unternehmen, die das Ausbildungsplatzangebot sogar erhöhen, erhalten für die zusätzlichen Ausbildungsverträge 3000 Euro aus dem Konjunkturprogramm.

Gesprächsrunde in Soltau

Froelich und Rodewald unterstrichen, dass ein enger Draht zur Politik - gerade in Krisenzeiten - wichtig sei. Das sahen auch die Teilnehmer einer Gesprächsrunde in Soltau so, bei der sich Klingbeil, Zinke und die stellvertretende Vorsitzende des SPD-Ortsvereins Soltau, Angela Hawranke, mit Gewerkschaftsvertretern austauschten. Klingbeil hatte zu dem Treffen eingeladen, um zuzuhören und Rückmeldungen zu dem Maßnahmenpaket aufzunehmen. Er berichtete in Soltau auch von dem Gespräch mit den Leitern der Arbeitsagenturen. Auch wenn sich die Lage in der Region nicht so schlimm entwickelt habe wie anfangs befürchtet und die Arbeitslosenzahlen weniger gestiegen seien als erwartet, sei allen bewusst, dass die rund 19.000 Kurzarbeiter in der Region noch in die Arbeitslosigkeit rutschen können und das insbesondere der Tourismus als entscheidender Wirtschaftsfaktor der Region noch am Scheidepunkt stehe. Dort seien weitere Hilfsmaßnahmen zu leisten.

Anmerkungen der Gewerkschafter

Aus der Runde merkten Gewerkschaftsvertreter an, dass viele von der Aufstockung des Kurzarbeitergeldes noch gar nicht profitieren würden, denn die Erhöhung gelte erst ab dem vierten Monat. “Wir wollen daher im Herbst vor dem Hintergrund der pandemischen Lage eine verlässliche Regelung für den Bezug von Kurzarbeitergeld ab dem 1. Januar 2021 vorlegen”, kündigte Klingbeil an. Für ihn sei es richtig gewesen, mit dem von SPD, CDU und CSU ausgehandelten Programm den Fokus auf die Belebung der Konjunktur sowie auf Familien und Menschen mit kleinen Einkommen gelegt zu haben, unterstrich der Politiker.

Viele Forderungen der Gewerkschaften aufgegriffen

Der Regionsgeschäftsführer des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) für Nord-Ost-Niedersachsen, Matthias Richter-Steinke, lobte das umfangreiche und zukunftsorientierte Konjunkturprogramm. Seiner Meinung nach wurden viele Forderungen der Gewerkschaften aufgegriffen. Er begrüßte auch den Kinderbonus von 300 Euro.

Der Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil nahm auch Rückmeldungen zu den Hilfen für die Automobilbranche sowie die Diskussionen darum auf. Auch Zulieferer in der Region könnten von Problemen der Autokonzerne betroffen sein.

Bereich Kunst und Kultur

Weitere Maßnahmen im Bereich Kunst und Kultur und insbesondere für die vielen Solo-Selbstständigen müssten geprüft werden, sollte die Lage länger andauern.

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