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Linke im Heidekreis diskutieren Gesundheitsfragen / Altenpflege politische Herausforderung

Für eine Stärkung der Pflege

Gesundheit und Pflege: Das waren wichtige Themen, die in der Runde besprochen wurden.red
Gesundheit und Pflege: Das waren wichtige Themen, die in der Runde besprochen wurden.red
WALSRODE - 29. September 2018 - 07:00 UHR - VON REDAKTION

. Die Linke im Landkreis lud zu einer Diskussion über das Thema “Gesundheit und Pflege im Heidekreis” ein. Referentin war die Wolfsburgerin Pia Zimmermann, Pflegepolitische Sprecherin der Linken im Bundestag.

Zimmermann schilderte zunächst die vielfältigen Probleme, die sowohl die Menschen mit Pflegebedarf, deren Angehörige sowie die in der Pflege Beschäftigten betreffen würden. Als Hauptproblem benannte sie den anhaltenden Mangel an Pflegekräften, der nur mit erheblich größerem Mitteleinsatz zu beheben sei. “Gäbe es bessere Arbeitsbedingungen und eine angemessene Bezahlung, würden viele, die diesem Arbeitsbereich den Rücken gekehrt haben, zurückkommen”, so Zimmermann, deren Themenschwerpunkte die Altenpflege und die politischen Herausforderungen im ländlichen Raum sind.

Silke Laatz von Verdi ergänzte Erkenntnisse aus Untersuchungen der Gewerkschaft, wonach in den Krankenhäusern mindestens 162.000 Vollzeitstellen fehlen würden, davon 70.000 in der Pflege. Auch die unzureichenden gesetzlichen Maßnahmen wie die sogenannten Pflegestärkungsgesetze brächten keine Abhilfe. Würden Mindestuntergrenzen für die Pflegekräfte in Krankenhäusern festgelegt werden, so drohe die Gefahr, dass besser ausgestattete Kliniken - im Konkurrenzkampf - noch Kräfte abbauten.

Es sei außerdem zu befürchten, dass eine gemeinsame Pflegeausbildung - ob für Erwachsene, Kinder oder in der Altenpflege - die Folge habe, dass Altenpflegerinnen in Krankenhäuser abwandern würden, wo sie etwa 500 Euro mehr verdienten als im Altersheim.

In der Diskussion mit den Gästen wurden als weitere Problembereiche der Mangel an Physiotherapeuten und Hebammen genannt. Beide hätten durch eine immer noch selbst bezahlte Ausbildung und hohe Versicherungsgebühren große Kosten ohne einen entsprechenden Verdienst im Berufsleben.

Die Anwesenden waren sich einig, dass die Bereiche Pflege und Gesundheit kein Feld für Profiterwerb sein dürften. Vielmehr gehörten diese Zentralbereiche der Daseinsvorsorge in die öffentliche Hand. Zimmermann argumentierte: “Eine Solidarische Pflege-Vollversicherung, in die alle zu gleichem Prozentsatz einzahlen, muss nicht teurer sein und würde eine hochqualitative und menschenwürdige Pflege garantieren.”

Agnes Hasenjäger als Mitglied des Landesvorstandes der Linken ergänzte zum Thema: “Wir brauchen eine andere Verteilung der Steuern, damit Bund, Land und Kommunen ihre Pflichten wahrnehmen können.”

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