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Naturschutzbund empfiehlt, Nistkästen zu säubern und Überwinterungsmöglichkeiten zu schaffen

Gartentipps für den Herbst

Auf Quartiersuche: Igel überwintern in Laub- und Reisighaufen. Foto: Andreas Bobanac/ NABU
Auf Quartiersuche: Igel überwintern in Laub- und Reisighaufen. Foto: Andreas Bobanac/ NABU
WALSRODE - 04. November 2020 - 05:00 UHR - VON REDAKTION

Es ist Herbst. Das Laub der Birken, Linden und Ahornbäume leuchtet gold-gelb im sanften Licht der tief stehenden Sonne. Bucheckern und Kastanien bedecken den Boden. Äpfel und Birnen sind gepflückt, nur Quitten und Kürbisse müssen noch geerntet und einige Handgriffe erledigt werden, damit die tierischen Gartenbewohner geeignete Winterquartiere vorfinden.

Denn wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, gehen die Tiere auf Quartiersuche und nehmen mangels natürlicher Rückzugsorte gerne Nistkästen an. Damit die Wintergäste ein sauberes Quartier vorfinden, sollten alte Nester und Verschmutzungen entfernt werden, um die Übertragung von Parasiten und Infektionen zu verhindern. Der Naturschutzbund (Nabu) empfehle, auf chemische Putzmittel zu verzichten und die Nisthöhlen mit einer trockenen Bürste zu reinigen, sagt Klaus Thiele vom Nabu Heidekreis. So könnten sie sofort “von Wintergästen bezogen werden oder der Anlage eines einfachen Schlafnestes für eiskalte Nächte dienen”.

Grundsätzlich mit Harken und Rechen arbeiten

Auch Laub, Reisig und Schnittgut bieten vielen Tierarten einen gemütlichen Unterschlupf. Insbesondere Igel würden von einem Laubhaufen in der Gartenecke profitieren. Wer haufenweise für Gemütlichkeit sorgen will, sollte grundsätzlich Harken und Rechen verwenden, da Laubsauger und Laubbläser nicht nur ohrenbetäubenden Lärm verbreiten, Kohlenwasserstoffe und Stickoxide ausstoßen, sondern auch unzählige Kleinstlebewesen vernichten würden, so der Nabu.

Außerdem könne Laub zum Mulchen auf Beeten und unter Hecken und Büschen verteilt werden, um die Pflanzen vor Frost und den Boden vor Auswaschung oder Austrocknung zu schützen. Gleichzeitig diene die Mulchschicht als Winterquartier für Insekten und versorge den Boden im Laufe des Zersetzungsprozesses mit wertvollen Nährstoffen. Generell gelte: Je weniger man im Garten aufräumt, desto mehr kommt es der Natur zu Gute. So sollten auch verblühte Stauden und samentragende Pflanzen wie Disteln stehen bleiben.

Nahrungsquelle für Hummelköniginnen

Bevor Frost und Schnee Einzug halten, sollte man auch daran denken, dass der Herbst die beste Pflanzzeit für Gehölze und Stauden ist. Durch das Stecken von Blumenzwiebeln wird für die ersten Farbtupfer im Frühjahr gesorgt und gleichzeitig überwinternden Hummelköniginnen eine wichtige Nahrungsquelle geboten. Die pelzigen Nektar- und Pollensammlerinnen schwärmen im Frühling bereits bei Temperaturen von wenigen Grad Celsius aus, um in Spalten oder Löchern ein Nest für ein neues Volk anzulegen. Besonders insektenfreundlich sind so genannte verwildernde Arten wie Anemonen, Lerchensporn, Wildtulpen und Wildkrokusse, die sich selbst vermehren und im Laufe der Jahre wahre Blütenteppiche bilden. Schneeglöckchen, Winterlinge und Blausterne sind ebenso geeignete Vorfrühlingsboten, die in einem naturnahen Garten laut Nabu nicht fehlen sollten.

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