Lokales

/lokales/gefluegelpest-im-heidekreis_10_112017086-21-.html/ / 1

Tote Wildgans infiziert: Kreisweite Aufstallungspflicht gilt ab kommenden Montag, 26. April

Geflügelpest im Heidekreis

Ab sofort von Wildtieren fernhalten: Geflügelhalter müssen ab Montag dafür sorgen, dass keinerlei Einträge von außen in ihre Bestände möglich sind.Foto: pixabay
Ab sofort von Wildtieren fernhalten: Geflügelhalter müssen ab Montag dafür sorgen, dass keinerlei Einträge von außen in ihre Bestände möglich sind.Foto: pixabay
SOLTAU - 23. April 2021 - 15:12 UHR - VON REDAKTION

Am Freitag, 23. April, wurde bei einer am südlichen Stadtrand von Soltau gefundenen Wildgans (Nonnengans) eine Infektion mit dem Virus der hoch-pathogenen “Aviären Influenza”, kurz Geflügelpest, vom Subtyp H5 N8 amtlich festgestellt. Vor dem Hintergrund dieses Nachweises sowie weiterer positiver Fälle bei Wildvögeln in Niedersachsen ordnet nun die Veterinärbehörde des Heidekreises eine kreisweite Aufstallungspflicht für sämtliches gehaltenes Geflügel - von Hühnern und Puten über Enten und Gänse bis hin zu Fasanen, Wachteln und Laufvögeln - bis auf Weiteres an. Sofern in den nächsten zwei bis drei Wochen keine weiteren neuen Fälle von Geflügelpest bei Wildvögeln im Heidekreis festgestellt werden und sich das Seuchengeschehen in Niedersachsen weiter beruhigt, wird diese zurzeit leider notwendige Aufstallungsverpflichtung umgehend wieder aufgehoben.

“Als Schutzmaßnahme für das heimische Hausgeflügel und der landwirtschaftlichen Betriebe, die Wirtschaftsgeflügel halten, muss der Heidekreis eine Aufstallungsverpflichtung anordnen. Die Gefahr des Eintrags des hochansteckenden Geflügelpestvirus in die Bestände kann nur auf diese Weise wirkungsvoll reduziert werden. Für Geflügelhalterinnen und Geflügelhalter gilt es jetzt, besonders wachsam zu sein und auf eine strikte Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen zu achten”, erklärt Dr. Thomas Krull, Fachbereichsleiter Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Heidekreises in einer entsprechenden Mitteilung.

Im Landkreis gibt es rund 1100 Geflügel haltende Bestände mit rund 390.000 Stück Geflügel, die es zu schützen gelte. In weiten Teilen ist der Heidekreis ein Wildvogeldurchzugs- und rastgebiet für zahlreiche wild lebende Wat- und Wasservogelarten. Die Veterinärbehörde hat daher die kreisweite Aufstallung von Geflügel in geschlossenen Ställen, mindestens aber dessen Unterbringung unter einer Schutzvorrichtung angeordnet. Diese Vorrichtung muss aus einer überstehenden, nach oben gegen Einträge gesicherten Abdeckung bestehen und an allen Seiten gegen das Eindringen von Wildvögeln, beispielsweise durch Draht oder Netze, gesichert sein.

Des Weiteren wird auch auf die strikte Einhaltung der Biosicherheitsmaßnahmen hingewiesen. Es darf kein Oberflächenwasser für Tränken benutzt und auch nur an für Wildvögel unzugänglichen Stellen gefüttert werden. Futter, Einstreu und alle für die Geflügelhaltung erforderlichen Gegenstände müssen für Wildvögel unzugänglich aufbewahrt werden.

Darüber hinaus sollte beim Betreten der Geflügelhaltung unbedingt gesondertes Schuhwerk getragen werden. Jägerinnen und Jäger sollten zudem jeglichen Kontakt zu Geflügel vermeiden, wenn sie mit Federwild in Kontakt gekommen sind.

Auffällige und vermehrte Todesfälle bei Geflügel sind dem Fachbereich Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Heidekreises unter (05162) 970-306 zu melden. Ein direkter Kontakt mit toten oder kranken Wildvögeln sollte vermieden werden.

Die entsprechende Allgemeinverfügung wurde durch den Heidekreis erlassen und am 23. April auf der Internetseite des Heidekreises unter www.heidekreis.de/bekanntmachung veröffentlicht. Sie gilt ab Montag, 26. April, bis auf Widerruf. Hinweis: Zuwiderhandlungen können als Ordnungswidrigkeit geahndet werden.

Weitere Informationen zum Thema Geflügelpest stehen auf der Internetseite des Niedersächsischen Landesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit unter dem Link: https://tierseucheninfo.niedersachsen.de zur Verfügung.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.