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Hademstorf/Eickeloh: Auf einer Wanderung zum alten Ölfeld in der Allermarsch

Geradewegs vorbei an der Pferdekopfpumpe

Die Aller ist bei der Wanderung ebenso einen Anblick wert. Foto: Matthias Kabel
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Die Aller ist bei der Wanderung ebenso einen Anblick wert. Foto: Matthias Kabel
20. Dezember 2020 - 22:00 UHR - VON REDAKTION

Daran, dass einst in der Allermarsch Öl gefördert wurde, erinnern heute noch die Ölbrücke bei Hademstorf und gleich nebenan eine Pferdekopfpumpe, die Öl aus einer Tiefe von bis zu 1350 Metern nach oben pumpte. Insgesamt waren auf dem Ölfeld “Hansa” bis zu zwölf Pumpen im Einsatz.

Diese abwechslungsreiche Wanderung in der Samtgemeinde Ahlden führt durch die Allermarsch, durch Wiesen und Wald und die beiden sehenswerten Dörfer Hademstorf und Eickeloh. Die Pferdekopfpumpe und die Ölbrücke, einst die Zufahrt zum Ölfeld in der Allermarsch, liegen auf dem Weg. An der alten Pumpe steht eine Informationstafel mit Zahlen und Fakten zur Ölförderung.

Arbeiterhäuser am Hansadamm und die Ölbrücke

Das Erdölvorkommen in der Allermarsch lieferte von 1941 bis 1970 rund 160.000 Tonnen Öl. In den 1920er Jahren war man zunächst von einem größeren Vorkommen ausgegangen. Nach dem zweiten Weltkrieg wurde das Öl zunächst per Schiff nach Bremen gebracht und später per Bahn transportiert. Die Bohrtürme sind längst verschwunden, an die Geschichte der Ölförderung in Hademstorf erinnern heute noch zwei wieder aufgestellte Pferdekopfpumpen als technische Denkmale, einige Arbeiterhäuser am Hansadamm und die Ölbrücke. Die Ölbrücke war zunächst 1942 aus Holz auf dem Gelände der Deutschen Vacuum Oel AG gebaut worden, sie benutzten die Arbeiter, die in der Siedlung “Hansadamm” wohnten. Im zweiten Weltkrieg wurde die Brücke zerstört und anschließend wieder in hölzerner Bauweise neu errichtet. In den 1970er Jahren ersetzte eine Metallkonstruktion die alte Ölbrücke.

Sehenswert sind auch die beiden alten Orte

2011 und 2012 wurde die Brücke umfassend saniert, an die Stelle der Asphaltdecke kam wieder, wie früher, eine Fahrbahn aus Holz. Heute wird die Ölbrücke auch zu touristischen Zwecken genutzt. Die Allermarsch lädt mit ihrem weiten Horizont zum Radfahren und Spazierengehen ein.

Sehenswert sind auch die beiden alten Orte, durch die wir kommen. Am Wegesrand liegen schöne alte Höfe mit Fachwerkhäusern. Beide Orte wurden im 13. Jahrhundert erstmals erwähnt und blicken auf eine lange Geschichte zurück, heute sind sie beliebte und verkehrsgünstig gelegene Wohnorte, unter anderem für Pendler, die nach Hannover zur Arbeit fahren.

In Eickeloh ist die neugotische Kreuzkirche von 1868 ein besonders markantes Bauwerk, ihre Vorgängerin, die als gotischer Backsteinbau errichtete alte Kirche Zum Heiligen Kreuz von 1296, liegt etwas versteckt abseits der Ortsdurchfahrt. In Hademstorf steht am Dorfplatz als ortsbildprägendes Bauwerk ein Doppelsilo, das 2009 saniert wurde. Die 1986 erbaute Eberhard-Schwarz-Halle ist kulturelles Veranstaltungszentrum, Dorfgemeinschaftshaus und Sporthalle.

Matthias Kabel

Die Fakten zur Wanderung

Diese etwa sieben Kilometer lange Rundwanderung kann sowohl in Eickeloh als auch in Hademstorf begonnen werden - beschrieben ist sie hier mit dem Ausgangspunkt in der Hademstorfer Ortsmitte. Von der L 190 aus, der Hannoverschen Straße, ist das Schützenhaus ausgeschildert. Daran vorbei bringt uns, wenn wir den Schießstand an der rechten Seite lassen, ein Sträßchen aus dem Ort heraus in die Allermarsch.

Kurz hinter einem Rechtsknick und einem Graben, den wir überqueren, führt ein unbefestigter Weg zunächst im 90-Grad-Winkel nach rechts über die Felder. Wir folgen dem Verlauf des Weges erst nach links und dann nach rechts, bis wir den Hansadamm erreichen, auf den wir nach links abbiegen. Linksseitig ist schnell eine neue Trafostation erreicht, bemalt mit Bilder, wie es auf dem Ölfeld “Hansa” einst aussah. Vom Hansadamm führt ein kurzer Abstecher nach links zur Ölbrücke über die Aller und zur Pferdekopfpumpe, die an die Ära der Ölförderung in der Allermarsch erinnert. Nun geht es zurück zum Hansadamm und in Richtung Nordwest - also in der ursprünglichen Richtung - weiter nach Eickeloh. Hinter dem Ortsanfang nehmen wir den Holzgartenweg nach rechts, vorbei an schönen alten Höfen unter hohen Eichen, bis wir die L 190 erreichen, die in Eickeloh Walsroder Straße heißt. Ein Stück nach links, dann die Straße überquert, rechts ab in die Straße Zum Wartenberg und gleich wieder rechts in die Feldstraße.

Diese quert die Bahnlinie, und unser Weg führt uns gleich danach nach rechts in einen breiten Weg, der zunächst parallel zu den Gleisen und dann leicht nach links durch den Wald führt. An einem Hochspannungsmast gehen wir geradeaus weiter, bei zwei großen Eichen, die unübersehbar am Feldrand stehen, führt der Weg weiter nach rechts, bis er kurz vor der Bahnlinie wieder nach links abknickt.

Ein Stück geht es jetzt wieder parallel zur Bahn, bis wir - nun wieder in Hademstorf - den Bruchweg erreichen. Diesem folgen wir in den Ort hinein und an der Eberhard-Schwarz-Halle vorbei zum Ausgangspunkt dieser angenehmen, ruhigen Wanderung, den wir nach eineinhalb bis zwei Stunden auf leicht begehbaren Wegen wieder erreichen.

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