Lokales

/lokales/geschichte-gemeinsam-erleben_10_111729592-21-.html/ / 1

Dorfmarker Alfred Michaelis im Rahmen eines “Förderer-Workcamps” im Einsatz in Dänemark

Geschichte gemeinsam erleben

Schwere Arbeiten: Alfred Michaelis pflegte im Rahmen eines “Förderer-Workcamps” des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Flüchtlingsfriedhöfe in Dänemark. red
Schwere Arbeiten: Alfred Michaelis pflegte im Rahmen eines “Förderer-Workcamps” des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge Flüchtlingsfriedhöfe in Dänemark. red
DORFMARK - 16. Juni 2019 - 04:00 UHR - VON REDAKTION

“Förderer-Workcamp”, so lautete die Bezeichnung des Arbeitseinsatzes des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge (VDK) in Dänemark. Unter den Teilnehmern aus zahlreichen Bundesländern war auch Alfred Michaelis aus Dorfmark mit dabei. Die aus unterschiedlichen Berufsschichten stammenden Teilnehmer zahlten Unterbringung und Verpflegung aus eigener Tasche, dadurch wurde der VDK zusätzlich unterstützt. Die gesetzlich geregelte dauerhafte Pflege der Gräber von Millionen von Kriegstoten verursacht hohe Kosten. Da hilft das ehrenamtliche Engagement des Förderer-Workcamps weiter, nicht zuletzt auch durch die personelle und materielle Unterstützung durch die Bundeswehr.

Nach einer Busfahrt über etwa 450 Kilometern erreichten die Teilnehmer den Zielort Campingplatz Hessellund in der Region Midtjylland und fanden dort Unterkunft in Ferienhäusern. Die beiden mitgereisten Bundeswehrköche sorgten für eine abwechslungs- und umfangreiche Verpflegung.

Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurden etwa 240.000 Personen, vorwiegend alte Männer und Frauen, Mütter mit Kindern, sowie auch verwundete Wehrmachtssoldaten, aus dem Osten Deutschlands vor der vorrückenden Roten Armee per Schiff über die Ostsee nach Dänemark in Sicherheit gebracht. Die Unterbringung erfolgte in Lagern unterschiedlicher Größe und Ausführung, zum Teil auch hinter Stacheldraht. Aufgrund von Mangelernährung und Krankheiten sind rund 15.000 Flüchtlinge verstorben, zwei Drittel von ihnen waren Kinder.

Das Förderer-Workcamp hatte die Aufgabe, auf den Flüchtlingsfriedhöfen Gedhus und Grove bei Karup zahlreiche Arbeiten auszuführen: Pflaster- und Malerarbeiten, Instandsetzung einer Mauer, ausästen von Bäumen, entfernen von Buschwerk und roden kleinerer Bäume aus dem gesamten Randbereich des Friedhofes einschließlich der zugehörigen Schredderarbeiten, Nachzeichnen der Schriften auf den Grabkreuzen sowie zahlreiche weitere Landschaftspflegearbeiten.

Das Ende der Arbeiten bildete ein Gedenkappell mit Kranzablage am Hochkreuz des Friedhofes Gedhus/Kolvra. Der Teilnehmer des Workcamps, Pastor i. R. Klaus Bregas, hob in seiner Ansprache das unendliche Leid der Flüchtlinge hervor, die zum Teil unter unmenschlichen Bedingungen leben mussten, meist waren Kinder die Leidtragenden.

Bregas mahnte an, alles zu tun, um Kriege zu verhindern, und verwies auf die Sterbedaten auf den Grabkreuzen, die das ganze Drama der Flüchtlinge dokumentieren. Abschließend bedankte sich der Leiter des Workcamps, Bodo Henze, bei den Teilnehmern für die geleistete Arbeit.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.
Lesen, was gefragt ist. Wissen, was gemeint ist.
Mit WZ+ die volle Artikelvielfalt erleben. Von Heidjern, für Heidjer.