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Die Schülerinnen und Schülern haben sich mit Projekten ganz der Nachhaltigkeit verschrieben. Grundlage sind nichts Geringeres als die 17 Ziele der Vereinten Nationen für nachhaltige Entwicklung.

Grundschule Buchholz: “Freidays”, ein Acker und ein Bauerhof

Ein Stadt-Diorama entsteht: Es zeigt anschaulich die Auswirkungen einer Ölkatastrophe. Auch Müllsammeln hilft. Und ganz wichtig: Vor der Abeit steht die Recherche. Fotos: GS Buchholz/Fischer
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Ein Stadt-Diorama entsteht: Es zeigt anschaulich die Auswirkungen einer Ölkatastrophe. Auch Müllsammeln hilft. Und ganz wichtig: Vor der Abeit steht die Recherche. Fotos: GS Buchholz/Fischer
BUCHHOLZ - 24. Juli 2021 - 18:00 UHR - VON REDAKTION

Rechnen, Schreiben, Lesen - das sind einige der Dinge, mit denen sich Grundschülerinnen und -schüler Tag für Tag beschäftigen. Das ist auch an der Heinz-Heyder-Schule Buchholz so. Doch an den Freitagen läuft der Unterricht dort etwas anders ab. Dann wird die Welt gerettet. Die Kinder der Grundschule bauen ein Insektenhotel, bemalen ein Hochbeet oder basteln ein Stadt-Diorama, mithilfe dessen sie die Auswirkungen einer Ölkatastrophe anschaulich darstellen möchten.

So geht es zu, wenn an der Einrichtung der wöchentliche “Freiday” angesagt ist. Dabei handelt es sich um ein Lernformat, das wenigstens vier Stunden pro Woche umfasst. In dieser Zeit beschäftigen sich die Kinder in interessenorientierter Projektarbeit mit Zukunftsfragen. In Einzel- oder Teamarbeit sollen dabei jahrgangsübergreifend selbstständig Lösungen für die großen Probleme unserer Zeit erarbeitet werden. “Es ist wichtig, dass die Kinder erfahren, was sie für die Welt tun können”, unterstreicht Schulleiterin Sabine Müller.

Auf der Grundlage der 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen, der sogenannten “17 Goals”, geht es um bedeutsame Themen wie Ökosysteme, Umweltverschmutzung, Ernährung, Armut, Frieden, globale Partnerschaften, nachhaltige Konsum- und Produktionsweisen, nachhaltige Energien oder die Bekämpfung des Klimawandels. Jedes Kind entscheidet dabei selbst, welchem Thema es sich auf welche Art und Weise widmen und Lösungen erarbeiten möchte. “Ziemlich angesagt sind derzeit die Stop-Motion-Videos, die die Schülerinnen und Schüler mit Tablets erstellen”, weiß Sabine Müller. Dabei handelt es sich um kleine Filme, die aus aneinandergereihten Bildern bestehen.

Die Selbstwirksamkeitserfahrung bringe den größten Lerneffekt. Außerdem werde deutlich, welch einen Schatz an Allgemeinwissen viele mit sich herumtragen. Dieses Wissen zum Ausdruck zu bringen, sei für alle Beteiligten eine bedeutende Erfahrung, so Sabine Müller.

Vor der Umsetzung der einzelnen Projekte steht selbstverständlich eine sorgfältige Recherche. “Das wiederum fördert die Medienkompetenz.” Der Pädagogin ist es besonders wichtig, dass die “Freidays” nicht als Basteltage gesehen werden, sondern als Tage, die nachhaltig etwas bewirken und die Menschen wachrütteln sollen. Das ist auch der Grund, warum Inhalte der “Freidays” möglichst häufig in die Öffentlichkeit getragen werden, zum Beispiel in Form von Plakaten, die die Kinder natürlich selbst entworfen haben.

Die Einführung der “Freidays” war in Buchholz gleichzeitig der Startschuss für die Bewerbung als “Zukunftsschule”, einem Modellprojekt des niedersächsischen Kultusministeriums. In diesem Rahmen werden bis zu 20 Schulen bei ihrer Schul- und Unterrichtsentwicklung mit den Schwerpunkten “Bildung für nachhaltige Entwicklung” (BNE) sowie “Demokratiebildung” intensiv im Prozess begleitet.

In Buchholz hat man in der nahen Zukunft noch einiges vor. So soll die Grundschule eine “Ackerschule” werden. Dabei handelt es sich um ein zertifiziertes Programm für Bildung und Ernährung der “Gemüseackerdemie” Potsdam. Auf einer 400 Quadratmeter großen Fläche neben der Mensa sollen die Schüler nach den Sommerferien damit beginnen, Gemüse anzubauen. Steht im kommenden Jahr die Ernte an, sollen die Erträge an der Schule verspeist werden. Der Rest könnte vermarktet werden. Zu guter Letzt ist auch ein Schulbauernhof mit Ziegen, Hühnern und Schafen in Planung - ein Vorhaben, das mithilfe des Förderprojekts “75 Jahre Niedersachsen” umgesetzt werden soll. Und über allem steht in Buchholz die Inklusion: Jedes Kind kann seinen ganz individuellen Beitrag leisten.

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