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Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden kritisiert massiv das Unterschutzstellungsverfahren im Aller-Leine-Tal

“Heidekreis ignoriert Betroffene”

Foto: Hillmann
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WALSRODE - 13. Juni 2020 - 12:00 UHR - VON REDAKTION

Zur bevorstehenden Landschafts- und Naturschutzgebietsverordnung Aller-Leine-Tal kritisiert der Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden (ZJEN) mit deutlichen Worten den bisherigen Verfahrensverlauf und die geplanten Jagdbeschränkungen.

Man sei ausgesprochen ungehalten darüber, dass die Mitglieder im Gegensatz zu anderen Nutzergruppen in keiner Weise in die Vorüberlegungen zur Verordnung einbezogen worden seien, erklärt Verbandsgeschäftsführer Peter Zanini den Unmut. Die Jagdgenossenschaften seien Inhaber des Jagdausübungsrechts und hätten zwingend mit an den Tisch gehört. Der Verband habe mehrfach den Heidekreis aufgefordert, die ausgebliebenen Gespräche nachzuholen, jedoch ohne Erfolg. Das sei inakzeptabel und beispiellos, so Zanini.

Der ZJEN bemängelt darüber hinaus das stattgefundene Verwaltungsverfahren und die jagdlichen Regelungen im Verordnungsentwurf. Die Ausübung von Jagd und Fischerei habe dem Gebiet noch zu keinem Zeitpunkt irgendeinen Schaden zugefügt, solle aber massiv eingeschränkt werden. Der Heidekreis verkenne den Eigentumsschutz, der sich auch auf das Jagdrecht erstrecke. Das Verbot der Jagdausübung bei Hochwasser und die geplante Einrichtung von Jagdbeschränkungszonen entbehrten einer tragfähigen, sachlichen Begründung und seien in hohem Maße unverhältnismäßig. Die Stellungnahme des ZJEN zum Verordnungsentwurf sei nach eigenen Angaben des Landkreises dort unkommentiert zur Kenntnis genommen worden. Mit den Vorschlägen für einen möglichen Kompromiss habe man sich in keiner Weise auseinandergesetzt, so der ZJEN-Geschäftsführer.

Die Einbeziehung aller Interessengruppen und ein abgestimmtes Regelwerk seien für den Erfolg und die Akzeptanz eines jeden Schutzgebiets von ausschlaggebender Bedeutung. Wenn dies jetzt nicht gelinge, sei dem Naturschutz im Aller-Leine-Tal keinerlei Dienst erwiesen. Der ZJEN fordert die Politik auf, der Verwaltung jetzt einen verbindlichen Weg und weitere Zeit für eine ernsthafte Erörterung der Anliegen der Grundeigentümer vorzugeben. Die bereits terminierte Beschlussfassung im Kreistag könne verschoben werden. Noch sei es für einen Kompromiss nicht zu spät.

Der Zentralverband der Jagdgenossenschaften und Eigenjagden in Niedersachsen ist die Vertretung der Jagdrechtsinhaber, das heißt der Grundeigentümer im ländlichen Raum. Mehr als 3600 Jagdreviere, hinter denen über 270.000 Grundeigentümer stehen, haben sich nach eigenen Angaben unter seinem Dach vereint, um ihrem Interesse an einer nachhaltigen Jagdnutzung und einer intakten Kulturlandschaft Ausdruck zu verleihen.

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