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Gremium der Samtgemeinde Ahlden bringt einstimmig Resolution für Neubau bei Bad Fallingbostel auf den Weg

Heidekreis-Klinikum: Ratsmitglieder zeigen Flagge

“Man muss auch mal Nein sagen”: Nach Verabschiedung der Resolution zum Neubau des Heidekreis-Klinikums bei Bad Fallingbostel zeigten die Ratsmitglieder der Samtgemeinde Ahlden Flagge. Foto: Meyland
“Man muss auch mal Nein sagen”: Nach Verabschiedung der Resolution zum Neubau des Heidekreis-Klinikums bei Bad Fallingbostel zeigten die Ratsmitglieder der Samtgemeinde Ahlden Flagge. Foto: Meyland
HODENHAGEN - 24. März 2021 - 22:00 UHR - VON DIRK MEYLAND

Als letzter Rat im Südheidekreis hat das Gremium der Samtgemeinde Ahlden eine Resolution zum Heidekreis-Klinikum verabschiedet. Selbstgemalte Schilder und Plakate, Beiträge aller Fraktionen, schonungslose Wortwahl: Der Vorgang war bemerkenswert.

Eigentlich hätte jene Resolution bereits am 17. Dezember vergangenen Jahres auf den Weg gebracht werden sollen. Doch dazu kam es nicht, weil seinerzeit nicht klar war, ob das Bürgerbegehren überhaupt zulässig ist. Seitdem und schon zuvor, so der Ratsvorsitzende Karl Gerhard Tamke (SPD), habe kein Thema die Menschen im Landkreis so sehr beschäftigt wie das Heidekreis-Klinikum. Mit dem einstimmigen Beschluss appelliert der Samtgemeinderat an jeden wahlberechtigten Einwohner, jede Einwohnerin, am 18. April zur Wahl zu gehen und dort mit Nein zu stimmen. Nur so werde die Chance auf einen Neubau am Standort F4 bei Bad Fallingbostel gewahrt.

“Wollt ihr kein neues Krankenhaus?”

“Wollt ihr kein neues Krankenhaus?” Fragen wie diese höre er von seinen Cousins und Cousinen, die im Landkreis Rotenburg (Wümme) wohnen, häufiger, sagte Tamke. In die gleiche Kerbe schlug Friedrich Börstling (CDU). Er habe gute Kontakte in den Landkreis Vechta und verfolge auch die dortige - sehr wohlwollende Diskussion - um einen Klinikneubau mithilfe enormer Fördermittel, auf die auch der Heidekreis hofft. “Die warten nur darauf, dass der Heidekreis abspringt”, stellte Börstling klar. Für Tamke stand fest: “Wir wollen einen Neubau - da, wo er nach Expertenmeinung hingehört und nicht da, wo ihn einige altersstarrsinnige Graumänner gerne hätten.”

Wer der Wahl fernbleibe oder mit Ja stimme, so Christian Rose (SPD), begehe “eine riesige Dummheit”. Er betonte, dass die Zukunft der Gesundheitsversorgung im Landkreis so wichtig sei, dass es einer “deutlichen Wortwahl” bedürfe - und legte nach: “Nepper, Schlepper, Bauernfänger wollen ein modernes und zukunftsfähiges Klinikum mit Fake News verhindern.” Wer ernsthaft daran glaube, dass bei einem Votum pro Standort Dorfmark die Klinik dorthin komme und dass in einigen Jahren erneut 130 Millionen Euro aus dem Krankenhaus-Fördertopf zur Verfügung stehen würden, so Rose, “der glaubt auch, dass Zitronenfalter Zitronen falten”.

Ohne eine Finanzhilfe vonseiten des Bundes und des Landes sei ein Neubau für den Heidekreis nicht zu realisieren, heißt es im Resolutionstext. Und weiter: “Angesichts der Qualitätsanforderungen, die im jetzt vorliegenden Abschlussbericht der niedersächsischen Enquete-Kommission zur Krankenhausversorgung in Niedersachsen formuliert werden und der unter anderem die Neustrukturierung der Krankenhauslandschaft zum Ziel hat, kann langfristig eine stationäre Versorgung im Heidekreis nur durch ein Gesamtklinikum sichergestellt werden.”

Udo Schönberg (FUWG) betonte, dass es im Südkreis “nur sehr wenige Leute gibt, die nachvollziehen können, was im Nordkreis gerade abläuft”. Er appellierte an das Wahlverhalten jedes Einzelnen: Eine Verweigerungshaltung würde den Initiatoren des Bürgerentscheids “ganz entscheidend in die Hände spielen”.

“Werbung, Werbung, Werbung” machen

Tamke forderte von allen Ratsleuten und Unterstützern der vor anderthalb Wochen ins Leben gerufenen Bürgerinitiative in der Samtgemeinde Ahlden, “Werbung, Werbung, Werbung” zu machen im Bekannten- und Freundeskreis. Nur mit einem Nein, so der Resolutionstext, bekomme der Heidekreis ein “neues, modernes und zentrales Klinikum, welches eine in die Zukunft gerichtete Gesundheitsversorgung sicherstellt”. Am Ende der Sitzung nahmen die Ratsmitglieder hunderte Info-Flyer in Empfang, die nun an alle Haushalte in den Ortschaften der Samtgemeinde Ahlden verteilt werden sollen. Zuvor hatten sie in der Aller-Meiße-Halle Plakate und Schilder mit Aufschriften wie “Gesundheit ist kein Platz für Kirchtürme”, “Man muss auch mal Nein sagen” oder “Nord und Süd war gestern! Unser Kompass zeigt nach vorn: F4” hochgehalten.

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