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Forstamt Sellhorn bestätigt landesweite Studie: Gerade die Population der Waldvögel nimmt zu

Der Wald gibt Hoffnung

Buntspecht, Dompfaff und Co: In den Wäldern nimmt die Zahl der Tiere zu.Foto: Forstamt Sellhorn/Thomas Hennig
Buntspecht, Dompfaff und Co: In den Wäldern nimmt die Zahl der Tiere zu.Foto: Forstamt Sellhorn/Thomas Hennig
BISPINGEN - 04. Juni 2020 - 22:00 UHR - VON REDAKTION

Am Internationalen Tags der Biodiversität häufen sich alljährlich Schreckensmeldungen über den globalen Rückgang der Artenvielfalt und auch das Aussterben vieler Arten. Häufig ist das weltweit die Folge von Lebensraumverlusten und unangepassten Bewirtschaftungsformen. Anders stellt sich die Situation erfreulicherweise im Wald in Deutschland allgemein und auch speziell in den Niedersächsischen Landesforsten dar. Nach einer im Februar veröffentlichten Studie des Dachverbandes deutscher Avifaunisten und des Bundesamtes für Naturschutz nehmen die Populationen der Waldvögel zu, während auf Wiesen, Weiden und Äckern bedauernswerte Rückgänge zu beklagen sind. Im deutschen Wald hingegen sind zwischen 2009 und 2016 etwa 1,5 Millionen Tiere hinzugekommen.

Die Niedersächsischen Landesforsten sehen diesen auffallenden Trend im Landeswald bestätigt und darin auch einen Erfolg ihrer Anstrengungen in den vergangenen 30 Jahren, in denen sie das Programm zur Langfristigen Ökologischen Waldentwicklung - kurz LÖWE - umsetzen. Die Försterinnen und Förster berücksichtigen die Belange insbesondere der Vogelwelt bei der naturnahen Bewirtschaftung in besonderer Weise. Hinzu kommt die langfristige Entwicklung des Landeswaldes hin zu vielfältigen Mischwäldern mit reichen Strukturen, die auch zahlreichen Vogelarten als Lebensraum und als willkommene Nische dienen.

Um verlässliche Aussagen machen zu können, wird im Forstamt Sellhorn dazu ein lokales Monitoringprogramm für Brutvogelarten durchgeführt. Dazu werden drei jeweils 100 Hektar große Flächen im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide genauer untersucht. Die Flächen wurden so ausgewählt, dass es sich bei einer Fläche um jungen Nadelwald handelt, eine Fläche besteht aus altem Nadelwald, der größtenteils in Laubwald umgebaut wird, und die dritte Fläche besteht überwiegend aus altem Laubwald.

Die Kartierungen werden von unabhängigen Ornithologen vorgenommen. Die Ergebnisse der bisher untersuchten Jahre wiesen eine kontinuierliche Zunahme von Brutrevieren auf. Oliver Richter, Förster für Waldökologie und Naturschutz im Forstamt Sellhorn betont: “Natürlich sind diese Daten immer auch von externen Einflüssen wie Wetterverhältnissen, aber auch von der forstlichen Bewirtschaftung abhängig.” Besonders in den alten Laubwäldern gebe es eine größere Artenzahl und mit 230 bis 300 Brutvogelrevieren auch eine höhere Individuendichte. Dadurch zeige sich einmal mehr, wie wichtig Altholzbestände für die Artenvielfalt sind.

“Wir versuchen, die Auswirkungen der forstlichen Bewirtschaftung gemäß unserem LÖWE-Konzept auf die Vogelarten festzustellen.” Deutliche und klare Aussagen seien natürlich erst über lange Zeiträume möglich. “Daher stehen wir, obwohl die Untersuchungen bereits seit neun Jahren laufen, noch ganz am Anfang,” ergänzt Peter Wendt, der Leiter des Forstamtes Sellhorn. Die Untersuchungen sollen daher auch noch möglichst lange fortgeführt werden. Im Schnitt konnten 35 bis 39 Brutvogelarten in den Sellhorner Revieren festgestellt werden. “Besonders der Anstieg der Artenvielfalt und das Vorkommen der typischen Waldarten bestärkt uns in unserem forstwirtschaftlichen Handeln und zeigt uns, dass unsere Waldbaukonzepte auch im Einklang mit der Natur stehen,” so Peter Wendt.

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