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Im Heidekreis gibt es zahlreiche Fleckchen und Ortschaften, die es sich bei einer langen Wanderung zu entdecken lohnt. Beispielsweise die Umgebung bei Wietzendorf.

Hexen, Totenbräuche und Kurzurlaub

Ab durch den Wald: Die Wanderung ist sieben Kilometer lang und bietet verschiedene Einblicke in die Natur.Fotos: Kabel
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Ab durch den Wald: Die Wanderung ist sieben Kilometer lang und bietet verschiedene Einblicke in die Natur.Fotos: Kabel
WIETZENDORF - 13. Juni 2021 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

Eine Entdeckungstour bei Wietzendorf: Bei Groß und Klein kommt keine Langeweile auf

Nördlich von Wietzendorf führt diese Wanderung um den Campingplatz “Südsee-Camp” und um das Wittenmoor herum. Zu sehen gibt es genug auf dem Weg, sodass bei Groß und Klein keine Langeweile aufkommen dürfte. Das “Südsee-Camp” ist ein Familienunternehmen, seit 1970 besteht die bei Campern im In- und Ausland beliebte Anlage. Rund 1300 Plätze stehen zur Verfügung, die von Dauercampern und Urlaubern genutzt werden können. Auf 90 Hektar Fläche gibt es auch einen Naturbadesee, Spielplätze, Gastronomie, Sportmöglichkeiten, ein Badeparadies mit tropischem Klima oder die sehr unterhaltsame Minigolf-Variante “Dschungelgolf”. Auch Tagesgäste können sich dort - wenn nicht gerade Corona alles durcheinanderbringt - bei verschiedenen Aktivitäten entspannen.

Infotafeln vermitteln Wissen

Der Wanderweg folgt ein Stück weit dem Heidschnuckenweg, erkennbar am weißen “H” auf schwarzem Grund, und verläuft stellenweise auf dem “Wietzendorfer Ring”, einem 42 Kilometer langen Radrundweg, der die Wietzendorfer Ortschaften miteinander verbindet. Letzterer Tatsache verdankt die Wanderung einige am Wegesrand aufgestellte Informationstafeln zu verschiedenen Themen aus Geschichte und Umwelt. So informiert eine Tafel über alte Totenbräuche und wie diese in und um Wietzendorf noch heute praktiziert werden. Nachzulesen ist zum Beispiel, wie die Nachbarn den Hinterbliebenen halfen, wer den Sarg trug und wie sichergestellt wurde, dass die Glocke rechtzeitig geläutet wurde, bevor der Trauerzug am Friedhof ankam. Ein Stück weiter verrät eine andere Infotafel, wie die “Hexenreihe” zu ihrem Namen kam. Eine Reihe von Häusern an der Grenze zwischen Meinholz und Suroide heißt so und sogar einen “Blocksberg”, auf dem die Heidschnucken weideten, gibt es. Auch die Geschichte der Schule, in der die Kinder der beiden Dörfer unterrichtet wurden, wird erzählt.

Ebenfalls spannend ist ein Abstecher zu einem geheimnisvollen Hügelchen ein Stück links vom Weg. Was aussieht wie ein kleiner bronzezeitlicher Grabhügel, macht neugierig und lockt zum Nachsehen - ein Pfad führt hin. Bei näherem Betrachten stellt sich dann heraus, dass der Hügel als Starthügel für eine im Wald versteckte Rodelbahn genutzt wird. In Meinholz geht es erst an der Straße entlang, bevor man wieder in die Natur abbiegen und das Wittenmoor erkunden kann. Insgesamt zweimal wird das Flüsschen Aue überquert. Beim zweiten Mal laden Bänke und Tisch zum Rasten ein. Gleich nebenan gibt es Geschichts- und Physikunterricht zum Anfassen: Wie die einst in der Lüneburger Heide verbreiteten Wassermühlen funktionierten, lässt sich mit Wasser aus einem Eimer und einem Mini-Mühlrad selbst ausprobieren.

Engagierte Jugend

Kreativ war auch die Landjugend Wietzendorf: Während ihrer 72-Stunden-Aktion bauten die jungen Leute 2015 eine Schutzhütte mit Physikexperiment: Durch Drehen einer Kurbel lässt sich ein Rad in Bewegung setzen, das wiederum einen Dynamo antreibt und Strom für eine Deckenleuchte erzeugt.

Die Fakten zur Wanderung

Der Ausgangspunkt der Wanderung ist ein Parkplatz mit Schutzhütte östlich vom Campingplatz Südsee-Camp an der Kreuzung der Kreisstraßen 41 und 10 - nördlich von Wietzendorf. Auf dem Geh- und Radweg neben der K 41 geht es in westliche Richtung. Bald bieten sich zwei Möglichkeiten: Wer abkürzen möchte, kann rechts abbiegen, folgt dem Wegweiser zum Hochseilgarten, passiert diesen und kommt bald auf einen quer verlaufenden Weg mit verschiedenen Wegweisern. Dem Schild, das nach rechts in Richtung Suroide weist, folgt man. An diese Stelle kommt auch, wer sich für die längere Variante entschieden hat, die zunächst weiter parallel zur K 41 auf dem Geh- und Radweg in westlicher Richtung verläuft - vorbei am “Dschungelgolf” und am Badesee - bis am Ende des Grundstücks ein breiter, unbefestigter Fahrweg von rechts einmündet. Diesem folgt man nach Nordwesten bis zum nächsten nach rechts führenden Fahrweg. Auf diesem geht es weiter, immer am Campingplatz entlang, bis der Weg nach links abknickt und gleich darauf die eben erwähnte Einmündung mit den Wegweisern erreicht, an die man auch über die Abkürzung gekommen wäre.

Die Wanderroute führt nun weiter nach Norden in Richtung Suroide, vorbei an einer Infotafel über “Tote & Lebende”. Wenn die nächste Tafel erreicht ist, die über die Hexenreihe informiert, geht es an einer Einmündung mit einer Bank nach rechts in den Wald hinein. Bald folgt nach links abzweigend ein kleiner Pfad zu einer im Wald versteckten Rodelbahn. Dem Pfad folgt man von der Rodelbahn aus wieder zurück bis zum Hauptweg, auf dem man noch ein Stück in Richtung Hexenreihe weitergeht, ehe man gleich danach wieder abbiegt: Nach rechts geht es auf dem mit einem weißen “H” auf schwarzem Grund markierten Heidschnuckenweg weiter nach Meinholz. Im Ort biegt man rechts auf den Gehweg der Durchgangsstraße, der K 10, ab.

Am Schild “Meinholz 17, 21” verlässt man die Kreisstraße nach rechts und orientiert sich an einem kleinen quadratischen Wegweiser, der wie eine Blume mit fünf bunten Blütenblättern aussieht und am weißen “H” des Heidschnuckenweges. Der Weg führt nun an einem Teich vorbei und über zwei Brücken, schlängelt sich dann durchs Wittenmoor und führt zum Ausgangspunkt zurück. Die längere Variante dieser Wanderung ist etwa siebeneinhalb Kilometer lang und dauert rund zwei Stunden, wer abkürzt, verringert die Strecke um etwa eineinhalb Kilometer.

Matthias Kabel

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