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Heidedragoner konzentrieren sich bei Präsentation auf große geschichtliche und politische Auseinandersetzungen

Historie musikalisch erlebbar gemacht

Prunkvoll: Die Heidedragoner hatten sich zur Präsentation reichlich Verstärkung geholt.Anne Friesenborg
Prunkvoll: Die Heidedragoner hatten sich zur Präsentation reichlich Verstärkung geholt.Anne Friesenborg
UETZINGEN - 02. Oktober 2018 - 22:00 UHR - VON DIRK MEYLAND

Hoher Besuch hatte sich zur Präsentation der Uetzinger Heidedragoner angekündigt. Kaiser, König und ein echter Prinz gaben sich auf dem Reiterhof von Samson die Ehre: unter anderem Prinz Heinrich von Hannover. Rund holte das berittene Korps geschichtliche und politische Auseinandersetzungen musikalisch, moderatorisch und darstellerisch in die Gegenwart zurück. Dabei bildeten die Friedensschlüsse nach den jeweiligen Konflikten den Schwerpunkt.

Das Konzert wurde mit einer Standartenfanfare des Garde Du Corps aus der Zeit Friedrichs des Großen eröffnet. Die Palladio Suite, 1. Satz, von Karl Jenkins (im Stil der Renaissance) eröffnete den geschichtlichen Reigen. Mit dem Schwedischen Reitermarsch wurde der Westfälische Frieden 1648 nach dem Dreißigjährigen Krieg “lebendig”. Aus der Zeit des Franzosen-Einfalls in der Schweiz wurde der alte Berner Marsch in einem Arrangement von Jens Soethe gespielt. An den Frieden von Hubertusburg 1763 erinnerte der Choral “Nun danket alle Gott” (auch Choral von Leuthen).

1817 besuchte Friedrich Wilhelm III König von Preußen die Garnisonsstadt Torgau. Dabei überreichte ein dort ansässiger Lehrer Scholz dem König ein Papier mit einem von ihm komponierten Marsch. Die Heidedragoner stellten auch diese Szene nach. Der Frieden von Tilsit 1807 wurde durch einen klangvollen russischen Marsch in Erinnerung gerufen. Dazu spielten die Heidedragoner den Marsch des Leib-Regiments Preobraschensky in einem Arrangement von Jens Soethe. Es folgte der Fehbelliner Reitermarsch. Zur Musik öffnete sich ein seitliches Tor, und ein preußischer Major kündigte, indem er alle Anwesenden aufforderte, sich zu erheben, den Kaiser an. Dann betraten in prachtvollen Kleidern, Kostümen und Uniformen mehr als 20 Mitglieder des Vereins die Reithalle. Zwei jeweils auf Schimmeln sitzende Reiter in Original-Uniformen der Danziger Leib-Husaren ritten exakt zu den Klängen des von Carl Maria von Weber komponierten Marsches für das 2. Königlich-Preußische Leib-Husaren-Regiment in die Halle und um das Trompeterkorps herum. Gegen Ende des Stücks übergaben sie nach Meldung an den Kaiser eine Depesche mit der Siegesnachricht von Königgrätz 1866. Somit betrachteten die Heidedragoner auch den Prager Frieden.

Die Reiterinnen ritten in Gangarten zu folgenden Klängen: Parademarsch für Kavallerie von Johann Heinrich Krause (1824), Im Trabe aus “Giselle” von Adolph Adam und im Galopp zu “Leichte Kavallerie” von Franz von Suppé. Stimmungsvoll war auch der Auftritt des Trompeterkorps bei Second Waltz aus der Jazz Suite Nr. 2 von Dimitri Schostakovic. Erstmals erklang die “Hymne auf das Leben” (Jens Soethe, 2018).

Zum Finale kamen 20 Musiker des mit den Heidedragonern befreundeten Berittenen Fanfarenzugs Freckenhorst (bei Warendorf im Münsterland) hinzu. Beide Gruppen ließen den Marsch aus der Zeit Friedrichs des Großen erklingen. Es marschierten je eine Abordnung von vier Trompetern der Dragoner und der Freckenhorster Musiker beritten hinter den stehenden Musikern beider Gruppen in Linie auf. Der Dirigent und Leiter aus Freckenhorst dirigierte die Kreuzritterfanfare. Beide Vereine möchten in Zukunft enger zusammenarbeiten, um bei Veranstaltungen gemeinsam wirken zu können. Als Zugabe erklang der Fehbelliner Reitermarsch.

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