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Auszeichnung für schnelle und qualitativ hohe medizinische Versorgung von Schwerverletzten

HKK als “Regionales Traumazentrum” zertifiziert

Gemeinsam für die Versorgung Schwerverletzter: Das Team des Traumazentrums erhält ein Zertifikat, mit Chefarzt Dr. med. Halil Yasar (vierter von rechts), Pflegedirektorin Meike Heins (siebte von rechts), Oberarzt Dusan Trifunovic (achter von rechts) und Geschäftsführer Dr. med. Achim Rogge (rechts).red
Gemeinsam für die Versorgung Schwerverletzter: Das Team des Traumazentrums erhält ein Zertifikat, mit Chefarzt Dr. med. Halil Yasar (vierter von rechts), Pflegedirektorin Meike Heins (siebte von rechts), Oberarzt Dusan Trifunovic (achter von rechts) und Geschäftsführer Dr. med. Achim Rogge (rechts).red
WALSRODE - 09. Juli 2019 - 22:00 UHR - VON REDAKTION

Jedes Jahr werden in Deutschland rund 30.000 Menschen bei einem Unfall schwer verletzt, einige lebensbedrohlich. Bei der Behandlung zählt stets jede Minute und die bestmögliche Versorgung. Im Traumanetzwerk Nordost-Niedersachsen haben sich neun Kliniken aus Niedersachsen zusammengeschlossen, damit Schwerstverletzte innerhalb von 30 Minuten bestmöglich medizinisch versorgt werden können. Ab sofort ist auch das Heidekreis-Klinikum als Versorger für Schwerverletzte - von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie (DGU) bestätigt - in dieses Traumanetzwerk eingebunden.

Es handelt sich um ein unabhängiges Zertifizierungsverfahren zur Optimierung der Schwerverletztenversorgung durch einheitliche Qualitätsstandards. Die Initiative Traumanetzwerk DGU wurde im Jahr 2008 von der Deutschen Gesellschaft für Unfallchirurgie ins Leben gerufen. Die Auditierung des HKK erfolgte im April. Dusan Trifunovic, Oberarzt der Unfallchirurgie, erklärt: “Ein DGU-Traumanetzwerk besteht aus lokalen, regionalen und überregionalen Traumazentren. Eines der Hauptkriterien für den Status “Regionales Traumanetzwerk” ist, dass das Krankenhaus Patienten nach der Erstversorgung weiter behandeln kann.” Mit der Zertifizierung zum “Regionalen Traumazen-trum” unter der Leitung von Dr. med. Halil Yasar, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie, habe das Team also bewiesen, dass alle Voraussetzungen erfüllt sind, schwere und auch lebensgefährliche Verletzungen im Heidekreis erfolgreich zu behandeln.

Wird durch den Rettungsdienst angekündigt, dass ein potenziell schwerverletzter Patient ins Heidekreis-Klinikum eingeliefert wird, wird innerhalb der Klinik ein Alarm ausgelöst: Binnen weniger Minuten finden sich Ärzte der Fachabteilungen Unfallchirurgie, Viszeralchirurgie, Anästhesie sowie der Radiologie und des Pflegepersonals im sogenannten Schockraum ein. Das OP-Team wird in Bereitschaft versetzt, sobald ein Patient in den Schockraum eingeliefert wird. Je nach Bedarf können weitere Ärzte hinzugezogen werden, wie zum Beispiel die Kinderärzte der Klinik. Gemeinsam wird der Patient von Unfallchirurgen, Viszeralchirurgen und Anästhesisten untersucht, gleichzeitig läuft auch die Stabilisierung des Patienten an. Diese effektive Form der “innerklinischen Zusammenarbeit” habe die Deutsche Gesellschaft für Unfallchirurgie dem Heidekreis-Klinikum mit einem “sehr gut” bescheinigt. Chefarzt Dr. Yasar: “Auch das hohe Engagement aller Mitarbeiter wird in dem Zertifikat explizit gewürdigt, dieses Lob hat uns besonders gefreut.”

Dr. Achim Rogge, Geschäftsführer des Heidekreis-Klinikums: “Selbstverständlich konnten wir auch bisher einen oder mehrere Verletzte qualitativ gut versorgen. Die Zusammenarbeit mit den anderen Kliniken in der Region Nordost-Niedersachsen ermöglicht es aber allen Mitgliedern die Schwerverletztenversorgung auf ein qualitativ noch höheres Niveau zu stellen: Jeder Patient bekommt die für ihn bestmögliche Versorgung, so heimatnah wie möglich.” Grundlage dafür seien die im “Weißbuch Schwerverletztenversorgung” festgehaltenen flächendeckend gültigen und überprüfbaren Versorgung- und Qualitätsstandards. “Die Umsetzung dieser Standards in den Kliniken wird von unabhängigen Zertifizierungsunternehmen übrigens sehr regelmäßig überprüft und bescheinigt”, versichert der Geschäftsführer.

Seit Juli 2018 wurden rund 160 “Schockraum”-Alarme aktiviert. Pro Jahr werden zukünftig voraussichtlich etwa 150 bis 200 Patienten im “Regionalen Traumazentrum” im Heidekreis-Klinikum behandelt. “Mit unserem Team sind wir rund um die Uhr, an 365 Tagen im Jahr, auf die sofortige Versorgung vorbereitet. Außerdem trainieren wir mehrmals jährlich Notfallsituationen”, sagt Oberarzt Dusan Trifunovic und fügt hinzu: “Um die Qualität stetig weiter zu verbessern ist das Teambuilding besonders wichtig. Wir tragen die Daten jeder Schockraum-Behandlung in das Traumaregister der DGU ein. So schaffen wir Transparenz über unsere Behandlungsmethoden und können sie mit denen anderer Häuser vergleichen - und letztendlich kann sich so die Behandlungsqualität innerhalb des gesamten Netzwerks kontinuierlich verbessern.” Die IT-Struktur und Vernetzung würden stetig verbessert werden. “Wir freuen uns auf das weitere gemeinsame Wachstum und das weitere Steigern unserer Gesamtqualität”, so der Oberarzt.

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