Lokales

/lokales/hkk-mitarbeiter-wir-wollen-nicht-verkauft-werden_10_112011123-21-.html/ / 1

Die Belegschaft des Heidekreis-Klinikums ist für einen Neubau - das “ob” ist dabei entscheidender als das “wo”

HKK-Mitarbeiter: “Wir wollen nicht verkauft werden”

Was ist den mehr als 1000 Mitarbeitern im Klinikum wichtig? Darum ging es im Gespräch von Geschäftsführer Dr. Achim Rogge, Betriebsratsvorsitzende Anke Wolters-Rengstorf, Pflegedirektorin Meike Heins und Aufsichtsratsvorsitzender Hermann Norden. Screenshot: Scheele
Was ist den mehr als 1000 Mitarbeitern im Klinikum wichtig? Darum ging es im Gespräch von Geschäftsführer Dr. Achim Rogge, Betriebsratsvorsitzende Anke Wolters-Rengstorf, Pflegedirektorin Meike Heins und Aufsichtsratsvorsitzender Hermann Norden. Screenshot: Scheele
WALSRODE - 08. April 2021 - 13:27 UHR - VON JOHANNA SCHEELE

Die Verunsicherung ist groß - bei den Mitarbeitern und Bewerbern. Während es beim Bürgerentscheid um den Standort, das “wo” geht, ist den Mitarbeitern wichtig, dass es überhaupt einen Neubau mit allen Abteilungen unter einem Dach gibt.

“Für unsere Intensivstationen an den Krankenhäusern Walsrode und Soltau suchen wir ab sofort einen Gesundheits- und Krankenpfleger (m/w/d) oder Gesundheits- und Fachkrankenpfleger (m/w/d) in Teil- und Vollzeit.” Ausschreibungen wie diese finden sich viele auf der Website des Heidekreis-Klinikums. Nicht nur auf den Intensivstationen fehlen Pflegekräfte, ebenso werden neue Kollegen und Kolleginnen für das OP-Team, die Notaufnahmen oder die psychiatrischen Stationen gesucht. Weiter geht die Suche dann nach Ärzten und Ärztinnen. Doch was “lockt” neue Mitarbeiter in das Heidekreis-Klinikum? Wenn man der Betriebsratsvorsitzenden Anke Wolters-Rengstorf und Pflegedirektorin Meike Heins Glauben schenkt, steigern ein moderner Arbeitsplatz und alle Fachabteilungen unter einem Dach die Attraktivität.

Bewerber stoßen im Netz auf das Bürgerbegehren

“Auch in Zukunft: Attraktiver Arbeitsplatz im Heidekreis-Klinikum” lautet das Thema der sechsten Online-Veranstaltung des Krankenhauses. Neben Wolters-Rengstorf und Heins sind Aufsichtsratsvorsitzender Hermann Norden und Geschäftsführer Dr. Achim Rogge im Studio dabei. Der Moderator Jonas Timm greift zu Beginn der Sendung den Kommentar eines Facebook-Users auf: “Haben die Beschäftigten Sorge, dass das Projekt nicht zur Umsetzung kommt?” Die Stimmung im Klinikum beschreibt Dr. Rogge mit den Worten: “Dieses Bürgerbegehren verunsichert unsere Mitarbeiter, die nach Sicherheit streben.” Auch bei Bewerbungsgesprächen ist der Streit um den Neubau immer wieder Thema. Die potenziellen Mitarbeiter googeln das Klinikum und stoßen auf sämtliche Artikel seit 2018. Die Pflegedirektorin, die regelmäßig Bewerbungsgespräche führt, bekommt dabei häufig die Frage gestellt, was denn nun passiert und ob es einen Neubau geben wird. Besonders für Personen, die ihren Lebensmittelpunkt für die neue Arbeitsstelle ändern würden, sei das ein wichtiges Thema, sie bräuchten Sicherheit.

“Ihr rettet unsere Arbeitsplätze”

Wolters-Rengstorf erlebt auch, dass Beschäftigte sich sorgen, wie lange ihre Arbeitsplätze noch erhalten bleiben können, wenn beim Entscheid nicht die Nein-Stimmen überwiegen. Innerhalb des Hauses gibt es einen großen Zuspruch für einen Neubau. Der Standort scheint dabei eher nebensächlich zu sein, die Hauptsache: Es gibt den Neubau. Viele Mitarbeiter engagieren sich selbst, sei es mit Posts bei Facebook oder an Infoständen. “Bitte, bitte, stimmt mit einem Nein, ihr rettet unsere Arbeitsplätze”, beschreibt Wolters-Rengstorf das Credo vieler Mitarbeiter.

Kein privater Investor, bitte!

Auf die Frage, was Wolters-Rengstorf und auch die Mitarbeiter von einer Privatisierung halten, fällt ihre Antwort knapp aus: “Gar nichts.” Nach kurzer Pause führt sie weiter aus: “Wir wollen nicht verkauft werden.” Zustimmendes Nicken bei allen Vieren. “Das will auch der Landkreis nicht”, erklärt Norden. Doch ob es sich auch in Zukunft verhindern ließe, wenn es zu keinen Neubau komme, vermochte auch der Aufsichtsratsvorsitzende nicht festlegen.

Wünsche der Mitarbeiter

Heins hat bei den Pflegekräften nachgefragt, was ihnen bei einem Neubau wichtig ist. So sollte es mehr kleine Zimmer für Patienten geben, die isoliert werden müssen. So könne das Infektionsrisiko vermindert werden. Ebenso liest sie Wünsche wie ein gesteigertes Lern- und Weiterbildungsangebot, behindertengerechte Bäder und ein verbessertes Ausfallkonzept vor. Den letzten Wunsch auf ihrer Liste betont sie besonders: Der Landkreis sollte sich zukünftig mit einem neuen Krankenhaus identifizieren.

Wolters-Rengstorf ergänzt noch um Bitten, die eigentlich selbstverständlich erscheinen. So hätten die Mitarbeiter gern Umkleideräume mit ausreichend Schließfächern, das ist momentan nicht überall gegeben. Ebenso seien Duschen wünschenswert. All das könnte auch nicht mehr bei einer Renovierung in die Häuser integriert werden.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.