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Arbeit des “Aktionsbündnis gegen Gasbohren” trägt nach Ansicht der Mitwirkenden Früchte: Erste Erfolge der Aktivitäten deutlich

Hoffnung keimt bei Bündnismitgliedern auf

Vorstellung des aktuellen Sachstands: Das “Aktionsbündnis gegen Gasbohren” tagte in Dorfmark. red
Vorstellung des aktuellen Sachstands: Das “Aktionsbündnis gegen Gasbohren” tagte in Dorfmark. red
DORFMARK - 11. März 2019 - 22:00 UHR - VON REDAKTION

Wenige Tage vor einer erneuten Infoveranstaltung von Vermilion Energy im Kurhaus Bad Fallingbostel tagte in Dorfmark das “Aktionsbündnis gegen Gasbohren”. Mehr als 80 Aktive folgten den Ausführungen über die aktuelle Lage. Zunächst gaben Wiebke Ehlers und Hans-Heinrich von Hofe einen Überblick zum aktuellen Sachstand, bevor Akteure verschiedener Arbeitsgruppen von ihren Tätigkeiten berichteten.

Nach derzeitigem Stand plane der kanadische Energiekonzern Vermilion Energy an vier Plätzen in der Region Erkundungsbohrungen. Neben Oerbke und Dorfmark laufen laut Informationen des Aktionsbündnis auch in Kroge und im Bereich Bleckwedel (Stadt Visselhövede) die Vorbereitungen.

Doch an allen vier Standorten scheine es zu hapern: Hans-Heinrich von Hofe fasste die jeweiligen Gründe zusammen, die eine Umsetzung der Vorhaben schwierig machen. In Dorfmark habe die örtliche Wegegemeinschaft beschlossen, dass nur landwirtschaftliche Fahrzeuge die Wege rund um den geplanten Bohrplatz nutzen dürfen und somit das Befahren von Baufahrzeugen dort nicht mehr gestattet ist. In Kroge könne im Bereich des vorhandenen Bohrloches “Wisselshorst Z1”, das wieder in Betrieb genommen werden soll, damit gerechnet werden, dass eine zeitaufwendige Umweltverträglichkeitsprüfung (UVP) den angestrebten Zeitplan erheblich durcheinander bringe. In Bleckwedel solle es Vermilion bislang nicht gelungen sein, einen Grundeigentümer zu finden, der seine Flächen zur Verfügung stellt. In Oerbke könne es aufgrund der geplanten Bohrung in einem Wasserschutzgebiet Probleme mit den Genehmigungen geben. Zum Bohrplatz in Oerbke fehle es dem Unternehmen außerdem bislang an bestimmten vorgeschriebenen Kartierungen des geplanten Fördergebietes, das auf dem Gelände des Truppenübungsplatzes liege und derzeit nicht zugänglich sei.

Dies alles sei kein Grund zur Euphorie, mahnten Ehlers und von Hofe, und verwiesen darauf, dass das Energieunternehmen möglicherweise verschiedene Klagewege beschreiten könne. Dennoch zeigten sich beide stolz darauf, dass die Aktivitäten des Aktionsbündnis erste Früchte zu tragen scheinen.

Die Berichte der unterschiedlichen Arbeitsgruppen stimmten ebenfalls zuversichtlich: Das Unterschriften-Team um Ursula Hillmann meldete mehr als 4700 Unterschriften gegen die Vorhaben von Vermilion. Auf einem bevorstehenden Termin mit Wirtschaftsminister Althusmann am 15. März sollen die Listen in Hannover übergeben werden. Ziel bis dahin sei es, die 5000 zu “knacken”.

Marco Ahlswede berichtete, dass 50 Folien-Banner mit der der Aufschrift “NEIN” in der Zwischenzeit aufgehängt worden seien. An dem Abend wurden 25 zusätzliche Banner beantragt. Holger Lüderitz aus Jettebruch hatte zudem gemeinsam mit seiner Familie und weiteren Helfern 80 Bohrturm-Modelle aus Holz gebaut, die die Aufschrift “Keine Bohrung!” tragen. Auch mit Buttons und Aufklebern zeigen die Menschen der Region ihre Haltung.

Eva Meyerhoff informierte über einen Brief, der von nahezu allen Flächeneigentümern weit um die geplanten Bohrplätze in Dorfmark und Kroge unterzeichnet wurde und an Politiker und Minister auf Landes- und Bundesebene gesandt wurde. Eine angehängte Karte zur Visualisierung der bis auf wenige 100 Quadratmeter geschlossenen Fläche solle den Adressaten verdeutlichen, wie einig die Landbevölkerung der Region die Gasbohrungen durch Vermilion ablehnt. Fünf Abgeordnete hätten bereits geantwortet.

Die Aktiven im Bereich von Oerbke, Dorfmark und Kroge schließen sich inzwischen auch mit denen aus Walsrode und Visselhövede zusammen. Vertreter der “Bürgerinitiative Walsrode” und der “Wittorfer für Umwelt und Gesundheit” nahmen am Treffen teil.

In der anschließenden Diskussion wurde untermauert, dass sich auf politischer Ebene in den vergangenen Wochen einiges getan habe. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Lars Klingbeil habe den niedersächsischen Wirtschaftsminister Bernd Althusmann aufgefordert, ein Moratorium für neue Erdgasförderungen im Heidekreis auszusprechen. Ende März werde es dazu auf Einladung von Klingbeil einen Runden Tisch geben, zu dem neben Vertretern aus Politik und Verwaltung der von Vermilions Vorhaben betroffenen Orte auch Vertreter des Aktionsbündnis eingeladen sind.

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