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Corona-Pandemie schränkt Arbeit stark ein und sorgt für finanzielle Einbußen, SPD Heidekreis übergibt Spenden vom Neujahrsempfang

Hospizdienste stecken in Schwierigkeiten

Gelungene Spende: Insgesamt 1100 Euro konnte die SPD Heidekreis an die Hospizdienste im Heidekreis übergeben.Foto: SPD
Gelungene Spende: Insgesamt 1100 Euro konnte die SPD Heidekreis an die Hospizdienste im Heidekreis übergeben.Foto: SPD
WALSRODE - 11. Oktober 2020 - 07:00 UHR - VON REDAKTION

Jedes Jahr sammelt die SPD Heidekreis auf ihrem Neujahrsempfang Spenden für Vereine oder Verbände, die sich gesellschaftlich engagieren. In diesem Jahr sollten die Spenden an die fünf ambulanten Hospizdienste im Heidekreis gehen. Insgesamt kamen beim Neujahrsempfang im Januar 1100 Euro zusammen - die bisher höchste erreichte Summe beim jährlichen Event der SPD im Landkreis. Jeder ambulante Hospizdienst erhält somit eine Summe von 220 Euro. Aufgrund der Corona-Pandemie verzögerte sich die Spendenübergabe, sie konnte aber kürzlich mit den Vertretern der ambulanten Hospizdienste und dem Vorstand der SPD Heidekreis nachgeholt werden.

Abstandsregelungen zwangen und zwingen, umzustrukturieren

Lars Klingbeil übergab als Kreisvorsitzender der SPD gemeinsam mit Tatjana Bautsch und Stephanie Havemann, beides stellvertretende Vorsitzende, und dem Landtagsabgeordneten Sebastian Zinke den Scheck an den Kinder- und Jugendhospizdienst Calluna, an den ambulanten Hospizdienst Lebensbrücke Soltau, an den ambulanten Hospizdienst Walsrode, an den Hospizdienst Schneverdingen und den Hospizdienst Heidekreis.

Wichtigstes Gesprächsthema beim Treffen mit den Vertretern der Hospizdienste war die Arbeit während der Pandemie. Mit dem Lockdown und den coronabedingten Maßnahmen endete auch abrupt die Arbeit mit den Patientinnen und Patienten und deren Angehörigen. Abstandsregelungen zwangen und zwingen die Ehrenamtlichen, ihre Arbeit umzustrukturieren. Nur langsam erhalten die ambulanten Hospizdienste wieder Zugang zu Pflegeheimen. Viele Einrichtungen würden die Bewohner lieber schützen und deshalb keine Besuche durch Hospizdienste erlauben. Auch Angehörige haben oftmals Angst vor einer Ansteckung und verzichten daher auf wichtige Trauersterbebegleitung und familiäre Unterstützung durch die ambulanten Angebote. Die Pandemie wirkt sich außerdem stark auf die finanzielle Lage der Hospizdienste aus, das alles wurde bei dem Treffen deutlich.

Wunsch wäre, dass man einen Richtwert zur Refinanzierung in 2020 vereinbart

Normalerweise erhalten ambulante Hospizdienste von den gesetzlichen Krankenkassen pro Sterbebegleitung eine Pauschale - aufgrund der fehlenden beziehungsweise stark reduzierten Begleitungen im Jahr 2020 entstehen bei den Hospizdiensten große Finanzierungslücken. Der Dachverband der ambulanten Hospizdienste (HPNV) verhandelt momentan mit den GKV für eine Lösung. Wunsch wäre, dass man einen Richtwert zur Refinanzierung in 2020 vereinbart.

Große Schwierigkeiten bereiten auch die wegfallenden Spenden. Trauerbegleitung ist derzeit stärker nachgefragt, wird jedoch finanziell nicht von den Kassen unterstützt. Bis heute fehlen allen ambulanten Hospizdiensten im Heidekreis Spenden zur Weiterführung ihrer Arbeit und der Ausstattung der jeweiligen Räumlichkeiten. Die Spende des SPD Heidekreises fühle sich angesichts der schwierigen finanziellen Lage wie ein Tropfen auf den heißen Stein an, befürchtet Sebastian Zinke. Die Arbeit der ambulanten Hospizdienste sei jedoch sehr wichtig, deshalb seien weitere Spenden notwendig, bekräftigt Lars Klingbeil.

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