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Ernüchterndes Ergebnis: SoVD Heidekreis moniert siebensekündige Grünphase zum Überqueren des Fußweges

Im “Galopp” über die Bergstraße

Man muss schon gut zu Fuß sein, um als Fußgänger die Bergstraße zu queren. Gerade sieben Sekunden habe man laut SoVD Zeit. Foto: Klaus Müller
Man muss schon gut zu Fuß sein, um als Fußgänger die Bergstraße zu queren. Gerade sieben Sekunden habe man laut SoVD Zeit. Foto: Klaus Müller
WALSRODE - 03. Dezember 2020 - 15:25 UHR - VON REDAKTION

Der SoVD-Kreisverband Heidekreis hat die Ampelschaltungen in der Walsroder Innenstadt ganz genau beobachtet und getestet. Zufrieden waren die Mitglieder nicht - denn immer wieder bleibe vor allem Menschen mit Handicap nicht genug Zeit, um die Straße zu überqueren.

Ein Ortstermin in der Walsroder Innenstadt: Der SoVD-Kreisverband Heidekreis hatte einen Hinweis seiner Mitglieder aufgenommen und testete die Ampelschaltungen für Fußgängerübergänge im Innenstadtbereich. Kreisvorsitzender Jürgen Hestermann war ernüchtert, als er gemeinsam mit Kreisfrauensprecherin Annette Krämer die Bergstraße Höhe Neue Straße mit dem Rollstuhl überquerte: “Wir haben nur sieben Sekunden Zeit gehabt, um auf die andere Seite zu kommen. Das ist für behinderte Menschen und auch für Mütter mit ihren Kinderwagen einfach nicht zu schaffen.” Etwas besser war es in anderen Kreuzungsbereichen, obwohl am ehemaligen Kronprinzen-Eck auch ein schneller Schritt der Fußgänger eingefordert wird. Die Vorschläge zu einem Gespräch mit der Straßenverkehrsbehörde vor einigen Monaten seien nicht berücksichtigt worden, sagt ein enttäuschter Hestermann. Man werde das Gespräch mit der Behörde erneut suchen müssen.

Unmut auch in den sozialen Medien

Über Facebook habe es laut SoVD erst vor einigen Tagen eine größere Diskussion um die Verkehrslage in der Walsroder Innenstadt gegeben. Dabei sei auf die heftigen Unzulänglichkeiten bei der Ampelschaltung immer wieder hingewiesen worden. Ein Fußgänger sagte, es käme gerade im Bereich der Bergstraße und der Neuen Straße immer wieder zu Beinaheunfällen. Und eine Radfahrerin, die die drei Fahrbahnen am “Kronprinzeneck” überqueren musste, schüttelte nur noch den Kopf über das Verkehrschaos.

Während der Recherchen des SoVD kam eine Stellungnahme der Landesverkehrsbehörde, Geschäftsbereich Verden, dazu. Darin verteidigt die Behörde die Schaltzeitlängen, die nach den Richtlinien ausreichend seien. Auch Personen mit Handicap oder Personen mit Kinderwagen werde die Möglichkeit gegeben, die Straßen zu überqueren, so Mitja Mutschall. Die gemessenen zehn Sekunden Grünzeit im Bereich Verdener Straße/Moorstraße/Neue Straße seien ausschließlich der Zeitraum, in dem der Fußgänger bis zur Mitte der Fahrbahn gelangen könne. Von da an hat der Fußgänger noch eine sogenannte “Räumzeit” zur Verfügung, die eine identische Zeit habe wie die Grünzeit, um die andere Straßenseite zu erreichen. Das heißt, die Fußgänger hätten insgesamt 20 Sekunden, um die komplette Straße zu überqueren.

Im Bereich der Bergstraße/Neue Straße mit den gemessenen sieben Sekunden, verhalte es sich wie an der Verdener Straße, nur dass dort insgesamt 14 Sekunden Zeit zur Verfügung stehen würden, um die gesamte Fahrbahn zu queren.

Man will der Sache nachgehen

Jürgen Hestermann, Kreisvorsitzender des SoVD, zeigt sich mit dem Ergebnis nicht zufrieden. Aber man werde der Angelegenheit weiter nachgehen und versuchen, zu einem anderen Ergebnis für die Fußgänger und Radfahrer zu gelangen, damit sie gefahrlos über die Fahrbahn kommen können.

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