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Afrikanische Frauen tauschen sich bei einem internationalen Treffen über ihre Wurzeln aus.

In die Welt Afrikas eintauchen

Frauen treffen sich zu traditionellen somalischen Speisen. Foto: Internationaler Frauentreff
Frauen treffen sich zu traditionellen somalischen Speisen. Foto: Internationaler Frauentreff
WALSRODE - 20. September 2021 - 05:00 UHR - VON REDAKTION

Der Internationale Frauentreff des Vereins “Gemeinsam für eine Welt” fand in diesem Monat unter dem Thema “Afrika” statt. Im Kulturzentrum “mittendrin” trafen sich Frauen, um über Afrika zu sprechen. Schon in der Vorstellungsrunde wurde deutlich, wie unterschiedlich die Herkunftsländer der afrikanischen Frauen sind und wie vielfältig ihre Fluchtgründe waren. Neben kriegerischen Auseinandersetzungen und politischen Bedrohungen, waren auch für Mütter die geplanten Beschneidungen ihrer Töchter ein Grund, das Heimatland zu verlassen.

Zwei Gründerinnen zu Gast

Da passte es gut, dass zwei besondere Frauen aus Soltau zu Gast waren. Abir Ibrahim und Yodit Fshaye gründen aktuell den Verein “Binagdar” (übersetzt “wir schaffen das”). Sie berichteten von ihren Erfahrungen und bestätigten, dass trotz Verboten in vielen Ländern junge Mädchen unter gesundheitlichen Gefahren beschnitten werden. Sie betonten auch, dass dies nicht mit dem islamischen Glauben zu vertreten sei, sondern bei dieser sehr alten Tradition von Familienclans oft Druck auf die Frauen ausgeübt wird. Sie zeigten Fotos und erläuterten, wie erwachsene Frauen noch lange die Auswirkungen spüren und leiden müssen. Es entstand eine Diskussion vor allem mit jungen Frauen, die in der zweiten Generation in Deutschland leben, die nichts von dieser Praxis wussten und sehr betroffen reagierten.

Teil des gesellschaftlichen Lebens

Aber auch in anderen Bereichen will der Verein die afrikanischen Frauen stärken und bei ihren Integrationsbemühungen unterstützen. Die anwesenden Migrantinnen zeigten in ihren Erzählungen dann auch, dass ein islamischer Glauben (auch mit dem Tragen eines Kopftuches) sie nicht davon abhält, am gesellschaftlichen Leben teilzunehmen. Sie fahren Fahrrad, machen Sport und ermutigen ihre Kinder bei ihrer Entwicklung und Teilhabe im deutschen Alltag.

Abgerundet wurde der Nachmittag mit Speisen aus Somalia: Die afrikanischen Frauen hatten traditionelle Gerichte gekocht und beim Essen entstanden neue Gespräche. Es ging um Möglichkeiten der Migrationsbemühungen, um Corona und die Überzeugungsarbeit beim Impfen und um berufliche Perspektiven.

Der nächste Internationale Frauentreff findet am 8. Oktober ab 16 Uhr im Kulturzentrum “mittendrin” statt.

Ansprechpartnerin für alle Interessierten sind Charlotte Schließauf unter (05161) 3565 oder Priska Wethkamp unter 0162/ 3270121.

Der Verein “Binagdar” ist unter der Nummer 0177/ 7582124 zu erreichen.

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