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Großer Check im Weltvogelpark Walsrode: Tierpfleger zählen, vermessen und wiegen die Tiere, um Futterkontingent zu planen

Inventur mit Kondor, Kolibri und Gaukler

Inventur mitten im Februarschnee: Um das Gewicht des Andenkondors Chico zu ermittelt, stellt sich der Pfleger mit auf die Waage. Fotos: Weltvogelpark Walsrode
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Inventur mitten im Februarschnee: Um das Gewicht des Andenkondors Chico zu ermittelt, stellt sich der Pfleger mit auf die Waage. Fotos: Weltvogelpark Walsrode
WALSRODE - 15. Februar 2021 - 13:52 UHR - VON REDAKTION

Messen, wiegen, zählen: In den Wochen vor Saisonbeginn herrscht Hochbetrieb im Weltvogelpark Walsrode. Ob Gesundheitscheck oder Futterplanung - mehr als 4000 Vögel aus 650 Arten und von allen Kontinenten werden bis zur großen Wiedereröffnung am 20. März vollständig erfasst. Zu Beginn jedes Jahres aktualisiert die zoologische Abteilung des Weltvogelparks Listen, Datenblätter und die Bestandsbücher im größten Vogelpark der Welt.

Futtermenge wird berechnet

Mit ausreichender Erfahrung, einem geschulten Blick und unter Anwendung spezieller Tricks werden die Vögel von Biologen, Tierärzten und Tierpflegern gewogen, gemessen und gezählt. In der mehrere Wochen andauernden Inventur ermittelt das Team dann anhand der Zahlen, wie viel Nahrung für dieses Jahr eingekauft werden muss. Rund 84 Tonnen an Lebensmitteln benötigen die Tiere im Park jedes Jahr: Fisch, Fleisch, Insekten, Obst und Gemüse landen auf den Tellern der Vögel.

Der Gang auf die Waage ist nicht immer einfach

Das Wiegen der Tiere gestaltet sich nicht immer ganz einfach. So greifen die Tierpfleger zu kleinen Tricks, um vor allem die größeren Tiere, wie zum Beispiel den Andenkondor mit seinen 13 Kilogramm, zur Mitarbeit zu bewegen. Gemeinsam mit dem Greifvogel stellt sich der Pfleger auf die Waage, um dessen Gewicht zu ermitteln. Die deutlich leichteren Kolibris werden mit Leckereien gelockt. Mit nur fünf Gramm sind die bunten Winzlinge die leichtesten Vögel im Park. “Beim Wiegen und Vermessen der Tiere achten die Pfleger stets darauf, den Vögeln jeglichen Stress zu ersparen. Dank des engen Kontakts zu den Vögeln über das ganze Jahr arbeiten die Pfleger stets im engsten Vertrauensverhältnis mit ihren Schützlingen”, so Janina Ehrhardt, Sprecherin des Weltvogelparks.

Es gab wieder Nachwuchs

Es werde allerdings nicht nur gewogen bei der Inventur. Gerade wenn es wieder viel Nachwuchs gab, müssen die Vögel in den Gehegen gezählt werden. Bei großen Schwärmen wie Wellensittichen oder Loris geht dies nicht ohne Fotos. Am Monitor werden die Tiere dann auf Standbildern gezählt. Deutlich gemächlicher und einfacher geht dies bei den Humboldt-Pinguinen vonstatten. Dort gab es im vergangenen Jahr Nachwuchs, und das gleich doppelt: Zwei Pinguine sind geschlüpft. Nun seien sie fester Bestandteil der Gruppe und von den älteren Tieren nur noch durch das Jugendgefieder zu unterscheiden.

Im März soll die Saison eröffnet werden

Bei exotischen und bedrohten Arten sei Nachwuchs immer eine besondere Freude. Denn Artenschutz und Arterhaltung seien im Weltvogelpark sehr wichtig. Wenn dann bei gefährdeten Tieren wie den Humboldt-Pinguinen Nachwuchs schlüpfe, zeige das den Wert der Arbeit im Park jedes Mal aufs Neue. Bei der Inventur würden diese Erfolge noch mal vor Augen geführt, wenn man sehe, wie die Gruppengrößen zunehme, erklärt Janina Ehrhardt weiter. Auch die Größe spielt eine Rolle und ist ein Indikator für das Wohl der Tiere. In Kombination mit dem Gewicht lässt sich feststellen, ob sich die Vögel gesund entwickeln. So werden auch in diesem Jahr die Schnabellänge eines Marabus oder die Krallenlänge eines Gauklers gemessen und dokumentiert. Mit erfahrenen Flugshowtieren wie Gaukler Nelson geht dies sehr unkompliziert und schnell. Die Krallen der Greifvögel können beeindruckende drei bis vier Zentimeter lang werden.

Spätestens Ende Februar wird die Inventur und das große Vermessen und Zählen abgeschlossen. Dann geht es mit großen Schritten auf die Saisoneröffnung am 20. März zu.

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