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Die Stadt Walsrode, die Kreissparkasse Walsrode und die Walsroder Zeitung erweitern eine Initiative, die zu Beginn der Corona-Pandemie begonnen hat.

Kauf lokal: Stärkung des stationären Handels

“Heimat shoppen” hat Dauersaison: Auf den Einkauf vor Ort zielt auch die Initiative “Kauf lokal” ab. Foto: Markus Haist
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“Heimat shoppen” hat Dauersaison: Auf den Einkauf vor Ort zielt auch die Initiative “Kauf lokal” ab. Foto: Markus Haist
WALSRODE - 17. Juni 2021 - 16:12 UHR - VON DIRK MEYLAND

Wie steht es um den lokalen Einzelhandel im Land? Ernst. Sehr ernst. Nicht von ungefähr hat das Land Niedersachsen jüngst ein Sofortprogramm über 117 Millionen Euro aus Mitteln der Europäischen Union zur Stärkung des lokalen Einzelhandels in den Städten aufgelegt. Unabhängig davon haben die Stadt Walsrode, die Kreissparkasse Walsrode und die Walsroder Zeitung, dazu die Stadt Bad Fallingbostel und die Samtgemeinde Rethem, bereits zu Beginn der Pandemie die Initiative ergriffen: “Kauf lokal” heißt eine crossmediale Werbekampagne, um Handel, Handwerk und Gewerbe vor Ort zu unterstützen. Nachdem zunächst ein Online-Marktplatz ins Leben gerufen wurde, auf dem Kunden erfahren, wie sie in “ihrem” Geschäft einkaufen oder Dienstleistungen in Anspruch nehmen können, startet nun Phase zwei: aktive Werbung für den Handel vor Ort und für ein Einkaufserlebnis, das Onlinehandel nicht zu bieten hat.

“Die Stadt in Bewegung bringen”

Eigentlich, sagt Matthias Schröder, Vorstandsvorsitzender der KSK Walsrode, am Beispiel der Lönsstadt, sei die Situation doch paradox: Viele Menschen lebten dort, sie gingen dort ihrer Freizeitbeschäftigung nach, nutzten Sport- und Kulturprogramm. Geshoppt werde aber ausschließlich im Internet. “Wir müssen die Stadt in Bewegung bringen”, appelliert er.

In die gleiche Kerbe schlägt Clemens Röhrbein, Anzeigenleiter und Mitglied der Geschäftsführung im Gronemann-Verlag, Verlag der Walsroder Zeitung: “Wir waren schon lange vor Corona in Sorge um den lokalen Einzelhandel, vielen wurde durch die Pandemie der einzige Vertriebsweg abgeschnitten.” Auch wenn natürlich jedes Unternehmen auf die eigenen Zahlen schauen müsse, sei es vor dem Hintergrund der vergangenen 15 Monate und im Hinblick auf die Zukunft vor allem um einen altruistischen, also uneigennützigen Ansatz gegangen: die wechselseitigen Kompetenzen zu bündeln und diese gewinnbringend zu nutzen. Genau da kommt “Kauf lokal” ins Spiel.

Menschen hinter den Geschäften kennenlernen

In Zusammenarbeit mit dem Walsroder Stadtmarketing und Filmemacher Markus Haist aus Uetzingen (bekannt von zahlreichen Beiträgen für das ZDF) wurde nun zunächst der Walsroder Innenstadtring in den Fokus genommen. Jeder einzelne Anbieter aus Handwerk, Dienstleistung und Handel soll die Möglichkeit für etwa 30-sekündige Videos erhalten, 30 davon sind bereits fertig. Auch 360-Grad-Aufnahmen der Einzelhändler sind zum Teil schon im Kasten. Ziel sei es, “die Stadt virtuell begehbar zu machen”, so der Stadtmarketing-Vorsitzende Reinhard Plötz. Haist präzisiert: Es gehe nicht darum, klassische Imagefilme zu produzieren, “sondern in 30 Sekunden Händler, die den Geschäften eine Seele geben, kennenzulernen”. Die so geschaffenen Mini-Portraits, jedes mit eigener musikalischer Untermalung, wirken authentisch, geben Einblicke, machen neugierig. Er habe “Walsrode neu entdeckt”, sagt der Filmemacher. Am Ende sollen bis zu 80 solcher Kurzportraits verfügbar sein.

Videos nach dem 27. Juni verfügbar

Ein wenig gedulden müssen sich Interessierte allerdings noch, bis sie die Videos anschauen können. Diese sollen zunächst in einer Matinee am 27. Juni ab 11.30 Uhr exklusiv lokalen Gewerbetreibenden und deren Angehörigen im Capitol-Theater präsentiert werden. “Eingangstore” zu den Filmen werden anschließend die Internetauftritte von “Kauf lokal” der Walsroder Zeitung, der Stadt Walsrode und der KSK Walsrode. Darüber hinaus sollen die Kurzbeiträge möglichst breit über soziale Netzwerke gestreut werden - und vielleicht eines Tages sogar in Form von Augmented Reality sogar beim Spaziergang durch die Innenstadt bequem über das Smartphone abrufbar sein.

Die Walsroder Bürgermeisterin Helma Spöring betont, dass sich der “Kauf lokal”-Ansatz “wunderbar regional erweitern” lasse. Ohnehin ist die Gemeinschaftsaktion für den gesamten südlichen Heidekreis ausgelegt. Den Auftakt macht nun das Mittelzentrum - und dort der Innenstadtring. Der Stadtrat, so Spöring, unterstütze geschlossen die Aktion. So sei es möglich gewesen, die Finanzierung unabhängig etwaiger Fördertöpfe sicherzustellen.

Stichwort Finanzierung: Sie sei “sehr zuversichtlich”, dass die Stadt vom Sofortprogramm des Landes profitieren werde, sagt Spöring. Der Antrag sei über zwei Monate hinweg vorbereitet worden und beinahe fertig. Zumindest mit der Mindestfördersumme in Höhe von 312.000 Euro (maximal sind 1,5 Millionen Euro möglich) rechne sie fest, zusätzlich zur Städtebauförderung.

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