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Ausstellungseröffnung zur Meinerdinger Kirchengeschichte am Donnerstag im Heidemuseum

Kirchenjubiläum: Donnerstag Auftakt

Eine von der Papiermacherfamilie Pfuhl gestiftete Zinnvase von 1728. red (2)
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Eine von der Papiermacherfamilie Pfuhl gestiftete Zinnvase von 1728. red (2)
MEINERDINGEN - 07. Mai 2019 - 18:00 UHR - VON REDAKTION

Langsam steigt die Aufregung nicht nur im Meinerdinger Pfarramt. Zum 750-jährigen Jubiläum ihrer Kirche haben sich die Verantwortlichen und ehrenamtlichen Helfer eine Menge einfallen lassen. Zu einer ganzen Reihe von Jubiläumsveranstaltungen werden viele Besucher auf dem Gelände rund um eine der schönsten Kirchen der Region erwartet. Den Auftakt der Jubiläumsfeierlichkeiten bildet eine Veranstaltung “außerhalb”: Am Donnerstag, 9. Mai, wird um 16 Uhr im Walsroder Heidemuseum eine Sonderausstellung zur Kirchengeschichte eröffnet.

Walsrodes Stadtarchivar Thorsten Neubert-Preine, der den historischen Teil im Jubiläumsbuch geschrieben hat, hat historisch interessante Objekte zusammengetragen, die jetzt erstmals öffentlich zu sehen sind. Darunter befindet sich das älteste Kirchenregister der Meinerdinger Kirche, das in die Pergamentseite einer mittelalterlichen, lateinischen Bibelseite eingeschlagen wurde.

Nach der Reformation brauchte die Gemeinde die lateinische Bibel nicht mehr. Stattdessen konnte die hiesige Bevölkerung ab Mitte des 16. Jahrhunderts in einer plattdeutschen Bibel lesen, die Martin Luther noch selbst überarbeitet hat. Diese Bibel gehört zu den Prunkstücken der Ausstellung im Heidemuseum. Auch eine Originalurkunde des Landesfürsten Herzog Ernst von Braunschweig-Lüneburg (der Bekenner) ist zu sehen. Er hat in der Region die Reformation eingeführt. Zu sehen ist eine der ältesten erhaltenen Pergamenturkunden, in der das Kirchspiel Meinerdingen (Karspelde tho Meynerding) genannt wird.

Auch das älteste Kirchensiegel mit der Drachentöterdarstellung des Heiligen Georg, nach dem die Kirche benannt wurde, kann im Heidemuseum besichtigt werden. Gestiftete Objekte und eine Stiftertafel von 1768 zeigen, wie die Gemeindemitglieder ihre Kirche immer wieder unterstützt haben.

Ute Bremer hat Puppen mit der Kleidung eines Hochzeitspaars um die Wende zum 20. Jahrhundert ausgestattet, um zu zeigen, wie in alter Zeit auch in der Meinerdinger Kirche geheiratet wurde.

In der Ausstellung sind Gegenstände aus etwa 600 Jahren Geschichte der Meinerdinger Kirche zu sehen. Von der Urkunde aus dem Jahre 1269, in der die Meinerdinger Kirche erstmalig erwähnt wird, ist leider nur noch eine Abschrift aus dem 19. Jahrhundert erhalten. Das Original wurde bei den Bombardements des Zweiten Weltkriegs auf Hannover unwiederbringlich zerstört.

Die Ausstellung bietet den Besuchern auf jeden Fall einen besonderen Einblick in die wechselvolle Geschichte einer der ältesten Kirchen in der Heideregion. Sie wird sicherlich die Vorfreude auf die vielen Jubiläumsaktivitäten - dann in Meinerdingen - erhöhen. Für die Besucher der Ausstellungseröffnung besteht auch die Möglichkeit zum ausführlichen Klönschnack bei Kaffee und Kuchen - auf dem Rischmannshof findet nämlich am Donnerstag wieder der traditionelle Backtag statt.

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