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Zukunftsforum der Jungen Union Heidekreis: Herausforderungen und Perspektiven erörtert

Klimawandel und Auswirkungen auf Landwirtschaft

Fachlich fundiert: Am Zukunftsforum nahmen (von links) Dirk Gerstenkorn, Timo Albeshausen, Professor Dr. Johann Schreiner und Dr. Karl-Ludwig von Danwitz teil.red
Fachlich fundiert: Am Zukunftsforum nahmen (von links) Dirk Gerstenkorn, Timo Albeshausen, Professor Dr. Johann Schreiner und Dr. Karl-Ludwig von Danwitz teil.red
SCHNEVERDINGEN - 22. Oktober 2018 - 18:00 UHR - VON REDAKTION

Am vergangenen Freitag fand das fünfte “Zukunftsforum” des Freundes- und Fördererkreises (FöK) der Jungen Union (JU) Heidekreis statt. Die 2014 vom CDU-Landtagsabgeordneten und Vorsitzenden des FöK Dr. Karl-Ludwig von Danwitz, seinem Stellvertreter Dr. Dieter Herzog sowie dem JU-Kreisvorsitzenden Timo Albeshausen ins Leben gerufene Veranstaltungsreihe richtet ihren Fokus in jedem Jahr auf ein anderes gesellschaftliches Thema von besonderer Bedeutung und zugleich mit regionalem Bezug. Parteipolitische Sichtweisen treten dabei in den Hintergrund, denn der Blickwinkel richtet sich in erster Linie auf die Sichtweise von Forschung, Gesellschaft und Wirtschaft.

Die fünfte Auflage der Veranstaltung in Schneverdingen stand unter der Überschrift: “Klimawandel - Herausforderungen und Perspektiven für die regionale Landwirtschaft.” Als Referenten traten Professor Dr. Johann Schreiner, ehemaliger Direktor der Alfred- Toepfer-Akademie, und Dirk Gerstenkorn, Vertriebsleiter des weltweit agierenden Pflanzenzuchtunternehmens KWS aus Einbeck, auf.

Professor Schreiner beleuchtete den Klimawandel aus naturwissenschaftlicher Sicht. Untermauert mit Zahlen, Diagrammen und Fakten machte er deutlich, dass es globaler wissenschaftlicher Konsens sei, dass es einen Klimawandel gibt, der maßgeblich durch den Faktor Mensch beeinflusst wird. Natürlich habe es in der gesamten Geschichte des Planeten natürliche Klimaschwankungen gegeben. Was aber seit Beginn der Industrialisierung empirisch zu beobachten sei, sei eine beispiellose und größtenteils vom Menschen selbst beeinflusste Entwicklung. Der Wissenschaftler fokussierte in seinem Vortrag insbesondere die CO2-Konzentration, den Anstieg der Durchschnittstemperatur und das Abschmelzen der Festlandeispanzer in der Antarktis und in Grönland. Um dann den Bogen auf den Klimareport 2018 für Niedersachsen und zur heimischen Landwirtschaft zu schlagen. “Es steht außer Frage, dass sich die Vegetationsgürtel weiter nach Norden verschieben werden. Die Sommer werden im Durchschnitt wärmer und niederschlagsärmer”, so der Experte. Die deutsche Landwirtschaft werde sich darauf einstellen müssen, dass sich die klimatischen Rahmenbedingungen dauerhaft veränderten.

Dirk Gerstenkorn beleuchtete die Herausforderungen aus der Sicht eines Unternehmens, dessen vorrangigste Aufgabe es ist, das von ihm entwickelte Saatgut den veränderten Bedingungen anzupassen. Er machte deutlich, wie langwierig und komplex der Prozess sei, Saatgut und Pflanzen herzustellen, den unterschiedlichen und immer extremer werdenden klimatischen Bedingungen zu trotzen: “In einem Jahr benötigen Landwirte von uns Saatgut, das möglichst resistent gegen Nässe und Stürme ist, im nächsten Jahr kann dann aber schon wieder eine hohe Toleranz gegenüber dem Stressfaktor Trockenheit entscheidend sein.” Das Pro-blem sei, dass die Veränderung eines Faktors in der Zucht immer auch Auswirkungen auf die anderen gewünschten oder unerwünschten Eigenschaften der Saat habe.

Ähnlich wie sein Vorredner unterstrich Gerstenkorn, dass der Sommer 2018 mit seiner Mischung aus ausbleibenden Niederschlägen und langen, teils extremen Hitzeperioden außergewöhnlich gewesen sei. Mit Blick auf die Empirie gebe es kaum vergleichbare Jahre.

In einer gut anderthalbstündigen Debatte, in der sich auch einige Landwirte zu Wort meldeten, reichte die Spannweite von Fragen zur Gentechnik über die amerikanische und chinesische Klimapolitik und Entwicklungshilfeprojekten in Indien bis hin zu kritischen Überlegungen der Sinnhaftigkeit von Biogas. Professor Schreiner gab den Besuchern den Appell mit auf den Weg, dass eine annähernd klimaneutrale Lebensweise jedes Einzelnen nicht so schwer zu bewerkstelligen sei, wie viele Menschen dächten.

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