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Stadt plant an der Nordseite des Gewässers Sandaufschüttungen / im Herbst beginnt das Ausbaggern

Klostersee soll zum Badesee werden

Bald mit Strand: Im Herbst soll der Klostersee ausgebaggert und im nördlichen Bereich mit Sandaufschüttungen hergerichtet werden. Dieser Bereich könnte ab kommenden Jahr als Badestelle genutzt werden. Fotos: Reinbold (2)
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Bald mit Strand: Im Herbst soll der Klostersee ausgebaggert und im nördlichen Bereich mit Sandaufschüttungen hergerichtet werden. Dieser Bereich könnte ab kommenden Jahr als Badestelle genutzt werden. Fotos: Reinbold (2)
WALSRODE - 01. April 2020 - 06:00 UHR - VON JENS REINBOLD

Für viele Walsroder ist der Klostersee ein zentrumsnahes Erholungsgebiet, das zum Verweilen einlädt. Das wissen auch die Stadtverantwortlichen, die den Bereich noch attraktiver gestalten wollen: So soll im Herbst ein kleiner Badestrand entstehen, an dem vornehmlich Kinder im Matsch spielen könnten. Aber auch das Schwimmen im See soll nicht verboten sein.

Ursprünglich lautete die Idee lediglich, dass der marode Brunnen am Klostersee wieder instandgesetzt werden sollte. 85.000 Euro waren dafür im Haushaltsplan vorgesehen. Nun bei der Frühjahrsschau stellten Gewässerexperten jedoch fest, dass auch der Klostersee selbst eine Auffrischung benötigt: Mindestens einen weiteren Meter tief muss der Klostersee ausgebaggert werden, damit er nicht alsbald wegen Sauerstoffmangels “umkippt”, so die Expertise. Die Vorzeichen sind nun also völlig andere - weshalb die Verwaltung mittlerweile in eine andere Richtung denkt: Mit der neuen Tiefe, die im Herbst durch Bagger hergestellt werden soll, könnte der See anschließend auch als Badestelle genutzt werden; deshalb soll kein neuer Brunnen errichtet werden, sondern das Geld in Sandaufschüttungen am Nordufer hin zum Kloster investiert werden. Mit anderen Worten: Der Klostersee könnte zum Badesee werden.

Keine Badeaufsicht

Bürgermeisterin Helma Spöring tut sich mit dem Begriff “Badesee” allerdings schwer. “Sicher kann man am Sandufer auch ins Wasser gehen”, sagt sie, “allerdings geht es mehr darum, dass dort vielleicht Kinder ähnlich wie am Meer im Matsch spielen könnten.” Sie werde allerdings auch niemanden daran hindern, ganz in den See zu steigen, der langsam abfallend an der tiefsten Stelle dann zwei Meter Tiefe messen würde. So etwas wie eine Badeaufsicht werde es allerdings nicht geben.

Keine Konkurrenz zum Bomlitzer Waldbad

Der Plan ist spannend, zumal dort bereits eine große Grünfläche als Liegewiese und Spielgeräte vorhanden sind. “Wir wollen unseren Bürgern dort eine gute und vielfältige Erholungsmöglichkeit bieten”, sagt Spöring, die darin auch keine Konkurrenz zum Bomlitzer Waldbad sieht: “Wer Schwimmen möchte, geht ins Waldbad, wer sich die Füße ein bisschen abkühlen will, der kann ab Sommer 2021 dann den Klostersee nutzen.” Gesundheitstechnisch sei das Wasser im Klostersee unbedenklich, durch Zu- und Abläufe der Böhme und Fulde sei ein Wasseraustausch fortwährend gewährleistet. Zudem soll eine Außendusche mit Kaltwasser an jener Stelle errichtet werden, wo derzeit der Brunnen sein marodes Dasein fristet. “Die Leitungen sind entsprechend vorhanden”, so Spöring, die die Herstellungskosten für den Badestrand inklusive Ausbaggerarbeiten auf etwa 600.000 Euro schätzt. “Alleine das Ausbaggern, das wir ohnehin vornehmen müssen, kostet rund die Hälfte”, erklärt die Bürgermeisterin.

Auch ein Wohnmobilstellplatz ist in Planung

Allerdings ist das nur die eine Hälfte des Plans, um das Gebiet am Klostersee und der angrenzenden Böhme aufzuwerten und gleichzeitig touristisch zu nutzen: Denn ein Jahr später soll auf einer Wiese am Böhmewehr ein Stellplatz für etwa 30 Wohnmobile entstehen. “Die Wiese bleibt erhalten, erhält jedoch einen Schotter-Rundweg und geschotterte Stellflächen”, erklärt Spöring. Infrastruktur wie Strom und Sanitär soll demnach im angrenzenden Bootshaus geschaffen werden, was letztlich durch Einnahmen kostenneutral geschieht. “Wir rechnen mit einer durchschnittlichen Belegung der Plätze von 50 Prozent in den Monaten März bis Oktober”, sagt Spöring, bei zehn Euro die Nacht wären das 4500 Euro Einnahmen pro Monat - zuzüglich dessen, was die Wohnmobiltouristen an Wirtschaftskraft durch Restaurantbesuche und Einkäufe in die Stadt brächten. Spöring bezieht sich bei ihren Berechnungen auf die Expertise eines Stellplatzplaners, der sogar einen höheren Belegungsgrad von bis zu 80 Prozent vorhersagt - weil er in der Lage der Fläche so etwas wie einen Idealtyp eines Stellplatzes sieht. “Wohnmobilfahrer schätzen grundsätzlich die kurze Distanz zur Autobahn”, heißt es in dem Bericht. Und weiter “Durch die Nähe zum Kloster und zur Innenstadt vor der Naturkulisse der Böhme und dem Freizeitangebot am Klostersee ist der Platz für die unterschiedlichsten Wohnmobilreisenden interessant: Rentner wie Familien fänden dort alles, was sie auf Stellplätzen suchen - sie können sogar mit dem Fahrrad bis zum Vogelpark fahren.”Hürde: Gebiet steht unter Landschaftsschutz

Einen kleinen Haken haben die Planungen am Klostersee und an der Böhmewiese allerdings: Die Flächen liegen (noch) in einem Landschaftsschutzgebiet. Die Stadt hofft, die stadtnahen Flächen daraus loseisen zu können und bietet an anderer Stelle Ersatzflächen für Unterschutzstellungen an. Vor allem für den Klostersee stehen die Chancen da wohl auch nicht allzu schlecht: Er ist ein künstlich angelegtes technisches Bauwerk, das vor vielen Jahrzehnten als Rückhaltebecken für die Böhme errichtet worden war.

Bald regelmäßig Feste dort möglich?

Dass die Stadt dem Bereich dort ohne die Einschränkungen, die aus der Landschaftsschutzverordnung resultieren, intensiver nutzen wolle, hat sie bereits mehrfach durchklingen lassen. Und wenn keine Einschränkungen mehr bestehen sollten, will die Stadt dort auch wieder regelmäßig Feste ermöglichen - die dann sogar Strandatmosphäre haben könnten. Die Verantwortlichen des “Walsroder Mittwoch” haben schon anklingen lassen, dass sie künftig dort ihren “WaMi” feiern wollen - und zwar mit mehr “mediterranem Flair”.

Kommentare

Holger Adam - 01.04.2020 - 08:34 Uhr #2
avatar April April
Andreas Wagenholz - 01.04.2020 - 06:12 Uhr #1
avatar April April
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