Lokales» Kultur

/lokales/kultur/abstimmen-nach-dem-esc-ist-eoc_307_111714884-21-.html/ / 1

Ein ganz neues Konzertformat am 26. Mai verspricht ein einzigartiges Erlebnis in der Stadtkirche / Große Vorfreude bei den Mitwirkenden

Abstimmen: Nach dem “ESC” ist “EOC”

Zuständig für Informationen, Unterhaltsames, eben für das Drumherum: Jana Kleiber und Christian Felski moderieren die Premiere des neuen Konzertformates, mit dem Holger Brandt und Timo Kreis an der Orgel auch neue Musikfans gewinnen möchten.red
Zuständig für Informationen, Unterhaltsames, eben für das Drumherum: Jana Kleiber und Christian Felski moderieren die Premiere des neuen Konzertformates, mit dem Holger Brandt und Timo Kreis an der Orgel auch neue Musikfans gewinnen möchten.red
WALSRODE - 21. Mai 2019 - 18:00 UHR - VON REDAKTION

Der “European Song Contest” (ESC) in Tel Aviv ist kaum verklungen, die Europawahl steht an - und passend dazu gibt es in der Walsroder Stadtkirche als ganz neues Format: Der “European Organ Music Contest” (EOC) lädt am Sonntag, 26. Mai, ab 19 Uhr in die Walsroder Stadtkirche ein. Vier Improvisationen und vier Orgelstücke unterschiedlichster Art werden von Timo Kreis und Holger Brandt gespielt und von Jana Kleiber und Christian Felski moderiert. Auf einer Videoleinwand sind dazu die Organistenhände und -füße zu sehen oder die Ausführenden werden zur Musik oder zum Instrument interviewt. Und am Ende gibt es natürlich ein “Voting” der Zuhörenden: Welches war das schönste Stück des Abends?

Der Eintritt zum Contest ist frei - am Ausgang werden Spenden erbeten. Im Anschluss gibt es noch Orangensaft oder Sekt für die Gäste.

WZ: Wie könne sich die Besucher einen “European Organ Music Contest” vorstellen?

Christian Felski: Im Grundprinzip wie den Eurovision Song Contest, nur eben mit ein paar Abwandlungen. Der größte Unterschied wird wohl sein, dass man statt Gesang eben nur Orgelmusik hört - wie der Name schon sagt.

Jana Kleiber: Es werden Werke und Improvisationen aus verschiedenen Ländern gespielt. Das Coole daran ist, dass das Publikum selbst abstimmen kann, welches Stück ihnen am besten gefallen hat. Wie beim ESC.

Christian Felski: Allerdings dreht sich der EOC nicht direkt um die Interpreten, sondern primär um die Stücke. Diese bringen grade den internationalen Charakter des EOC zum Ausdruck.

Dann wählt das Publikum also nicht, welchen der beiden Organisten es besser findet?

Timo Kreis: Na, ich hoffe nicht! Ich denke mal, das Publikum wird sich mehr von musikalischen Eindrücken leiten lassen und weniger von unserer nicht vorhandenen “Bühnenshow”.

Herr Brandt, was hat Sie bewogen, dieses neue Konzertformat aus der Taufe zu heben? Verfolgen Sie damit ein bestimmtes Ziel?

Holger Brandt: Als ich vor ein oder zwei Jahren mal wieder etwas genervt war vom Medienhype um die Kandidaten des Song Contests, kam die Idee, das ganze mal mit Orgelmusik zu machen - ohne dass die Interpreten die Musik dominieren. Und sofort kamen mir tolle Stücke aus unterschiedlichen Ländern in den Sinn. Mit denen möchte ich gerne ein neues Publikum ansprechen. Ich werde bestimmt nicht drei Jahre lang nur noch schwedische Organisten einladen, wenn das schwedische Stück gewinnt. Aber mich interessiert es grundsätzlich schon sehr, wie Musik beim Publikum ankommt und was sie auslöst. Noch interessanter als das reine Abstimmungsergebnis sind deshalb die Gespräche, die sich nach vielen Konzerten ergeben.

Herr Kreis, Sie sind gut beschäftigt als Musikstudent in Oldenburg. Warum machen Sie beim EOC mit?Und was bedeutet Improvisieren an der Orgel?

Timo Kreis: Für Neues an der Orgel bin ich immer offen. Mir macht es riesig Spaß, auf und mit dem Ins-trument zu spielen. Es bietet viel mehr Möglichkeiten als alle anderen Instrumente. Und mir ist es wichtig zu zeigen, wie toll eine Orgel klingen kann. Der EOC ist eine ganz neue und spannende Herangehensweise, ein abwechslungsreiches, mal ganz anderes, ja vielleicht untypisches Programm näher zu bringen.

Improvisation bedeutet, sich von unterschiedlichen Ideen und Klängen inspirieren zu lassen, sie aufzugreifen, einzubauen und in etwas Neues zu verwandeln. Beim EOC ist die Herausforderung, dass die Improvisationen einen Bezug zu jeweils einem Land haben. Die typischen Klänge aus unterschiedlichen Ländern sollen deutlich erkennbar bleiben, ohne dass die Stücke zu Kopien werden.

Frau Kleiber, am Sonntag erleben wir Sie als Moderatorin, aber eigentlich spielen Sie selbst auch Orgel. Haben Sie einen besonderen Bezug zur Walsroder Orgel?Und kannten sie die EOC-Stücke bereits?

Jana Kleiber: Mit der Orgel in der Walsroder Stadtkirche verbinde ich viele Unterrichtsstunden, in denen ich Holger Brandt an den Rand der Verzweiflung gebracht habe. Die Stücke waren für mich aber ziemlich neu. In Vorbereitung auf den EOC habe ich mich näher mit den Werken beschäftigt und fand die Virtuosität, aber auch die Feinheit der Stücke beeindruckend. Dazu kamen dann noch die Infos zu Entstehungsgeschichte und Komponist, was das jeweilige Stück an sich noch viel greifbarer und interessanter macht. Das wird ja die Aufgabe von Christian und mir sein, dem Publikum auch das “Drumherum” zu erklären und ihnen jedes Stück auf seine eigene Weise nahe zu bringen.

Herr Felski, Sie studieren Biochemie. Wie hat sich ihr Verhältnis zur Musik entwickelt? Sind Sie etwa auch Orgelmusik-Fan?

Christian Felski: Ab und zu höre ich auch ganz gerne Orgelmusik. Aber eigentlich bin ich nicht wirklich darüber zur Musik gekommen. Weil ich gerne singe, bin ich bei Holger im Kinderchor gelandet - und später dann im Jungen Chor. Dort habe ich mich mit Timo angefreundet und irgendwann haben wir angefangen, zusammen Musik zu machen und gemeinsam mit Gesang und Klavier aufzutreten.

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.

Das könnte Sie auch interessieren:

Lesen, was gefragt ist. Wissen, was gemeint ist.
Mit WZ+ die volle Artikelvielfalt erleben. Von Heidjern, für Heidjer.