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TriBuehne präsentiert Tournee-Theater Thespiskarren mit Dürrenmatt-Klassiker am 6. Februar im Kurhaus in Bad Fallingbostel

“Die Physiker” sitzen in der Falle

Treiben auf die “schlimmst mögliche Wendung zu”: Die Akteure präsentieren auf der Theaterbühne ein erschreckend aktuelles Lebensgefühl.Foto: Loredana La Rocca
Treiben auf die “schlimmst mögliche Wendung zu”: Die Akteure präsentieren auf der Theaterbühne ein erschreckend aktuelles Lebensgefühl.Foto: Loredana La Rocca
WALSRODE - 24. Januar 2020 - 08:00 UHR - VON REDAKTION

Mit “Die Physiker” steht am Donnerstag, 6. Februar, ab 20 Uhr im Kursaal in Bad Fallingbostel ein Schauspiel in zwei Akten von Friedrich Dürrenmatt auf dem TriBuehne-Spielplan. Zu Gast ist das Tournee-Theater Thespiskarren. Dürrenmatts “Die Physiker” ist ein Klassiker der Weltliteratur, eine tiefschwarze Komödie, bei der einem das Lachen nicht selten im Halse stecken bleibt - und dies auch noch 40 Jahre nach der Uraufführung. Angesichts des immer schnelleren technologischen Fortschritts einerseits und steigender internationaler Spannungen sowie der Erosion von Abkommen zur Kontrolle atomarer Aufrüstung andererseits, gewinnt das Lebensgefühl, das sich in “Die Physiker” spiegelt, eine erschreckende Aktualität.

In dem beschaulichen Schweizer Sanatorium Les Cerisiers werden zwei Krankenschwestern ermordet, angeblich erdrosselt von ihren Patienten. Auf den ersten Blick erscheinen diese durchaus harmlos: Der eine hält sich für Albert Einstein, der andere für Sir Isaac Newton, und dem dritten - Johann Wilhelm Möbius - erscheint der König Salomon. Doch unter den Augen des in dem Fall ermittelnden Inspektors Voß offenbart sich immer deutlicher, dass hier nichts so ist, wie es scheint.

Möbius ist zum Beispiel nicht etwa ein Irrer, sondern ein brillanter Physiker, der die “Weltformel” entdeckt hat. Weil aber deren Anwendung katastrophale Folgen für die Menschheit haben würde, versteckt er sich in dem Irrenhaus, in der fatalen Hoffnung, sein Wissen vor der Welt zu verheimlichen. Dafür nimmt er sogar in Kauf, seine Frau und Kinder zu verlieren. Doch wie lange kann einmal Gedachtes am Ende tatsächlich verborgen bleiben?

Als Möbius‘ Pflegerin aus Liebe zu ihm seine Entlassung bewirken will, sieht er sich zum Äußersten getrieben, um die Verbreitung seiner Thesen zu verhindern. Doch Mathilde von Zahnd, die Besitzerin und Chefärztin des Irrenhauses, hat bereits ihre eigenen Pläne. Das Irrenhaus entpuppt sich als Falle, und so treibt das Geschehen, allen Bemühungen Möbius‘ zum Trotz, unaufhaltsam auf die “schlimmst mögliche Wendung” zu.

Dürrenmatt schrieb das von ihm selbst als “Komödie” betitelte Stück im Jahr 1961, als die Nukleartechnik noch jung war und der Kalte Krieg auf einen gefährlichen Höhepunkt zusteuerte. Zum ersten Mal entstand zu dieser Zeit ein Bewusstsein dafür, dass von nun an das Ende der Welt in der Hand des Menschen liegen könnte, sei es als mögliche Folge einer aktiven Handlung oder als Folge eines Kontrollverlusts über die eigene Technik. So zeichnet Dürrenmatts Schauspiel den Menschen als Wesen voller Mängel, konfrontiert mit einer sich fortwährend technisierenden Welt, die längst zu komplex geworden ist, als dass sie durch uns noch begreifbar wäre.

Ein halbes Jahrhundert später ist die Technik mittlerweile noch weiter fortgeschritten, die Welt hat sich rasend schnell verändert. Und die düstere Vision Friedrich Dürrenmatts hat nichts von ihrer erschreckenden Aktualität verloren.

Eintrittskarten sind im Vorverkauf erhältlich direkt auf www.kultur-tribuehne.de und an den bekannten Vorverkaufsstellen: Kulturverein TriBuehne, 01522/9462061, Ticket-Center Walsrode, (05161) 600533, Tourist-Information Walsrode, (05161) 7897482, und Buchhandlung Raufeisen in Bad Fallingbostel, (05162) 5983.

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