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Installation von Verena Issel am Springhornhof Neuenkirchen

Springhornhof: Ein leuchtendes Bett

Scheunenwand und Eingang verwandeln sich in Kunst: Das Werk thematisiert, welche sonst nervigen Situationen die Menschen in der Corona-Zeit plötzlich vermissen. Foto: Kunstverein Springhornhof
Scheunenwand und Eingang verwandeln sich in Kunst: Das Werk thematisiert, welche sonst nervigen Situationen die Menschen in der Corona-Zeit plötzlich vermissen. Foto: Kunstverein Springhornhof
NEUENKIRCHEN - 27. März 2021 - 07:00 UHR - VON REDAKTION

Leuchtend schwingen sich die Umrisse eines rosa Kopfkissens und einer Bettdecke über die Scheunenwand des Kunstvereins Springhornhof, daneben auf den Doppelflügeln der Eingangstür ein aufgeschlagenes Buch in Hinterglasmalerei: Die Installation “What I Never Thought (umfragebasiertes Neonbett)” von Verena Issel geht auf eine Umfrage unter den Bewohnern in Neuenkirchen und den Mitgliedern des Kunstvereins Springhornhof zurück. Die Künstlerin erkundigte sich dafür zuvor nach nervigen Situationen, die man in Zeiten der Pandemie unverhofft vermisst.

Einige der Antworten wie “Die stinkenden kleinen Freunde meines Sohnes”, “ergebnislose Besprechungen”, “Enkel, die einem die Luft abdrücken” kann man nun außen am Kunstverein nachlesen. Die ehemalige Pastorin des Ortes, die mittlerweile in Mailand lebt, vermisst “Das Waschen der Bettbezüge, nachdem Besuch da war und man eigentlich eher die Nächte durch geredet anstatt geschlafen hat.” Damit lieferte sie das Motiv der Neonbettwäsche, die am schönsten bei einem Spaziergang in der Dämmerung zu erleben ist.

Wertschätzung der kleinen und großen Dinge

“Selbstverständlich sehnt man sich während eines Lockdowns nach Feiern mit vielen Menschen, nach Restaurantbesuchen, nach Fernreisen - man vermisst aber auch viele Dinge, von denen man selber nie gedacht hätte, dass man sie jemals vermissen würde” schreibt Verena Issel über ihre Installation, “...vielleicht ist es eine schöne Idee, sich diese Gedanken mitzunehmen, als eine Aufwertung und Wertschätzung der kleinen und großen Dinge, die wir immer für selbstverständlich gehalten haben, die ein normaler Teil des Alltags waren und die uns jetzt so besonders und weit entfernt und exotisch erscheinen.”

Voraussichtlich vom 17. April bis 13. Juni zeigt der Kunstverein Springhornhof in der Ausstellung “Klapp Klapp” weitere Arbeiten von Verena Issel. Die Künstlerin, geboren 1982 in München, ist bekannt für ihre vielteiligen, teils begehbaren Szenarien aus Objekten, Filmen, Zeichnungen und Wandmalereien, deren gesellschaftspolitische und kulturhistorische Bezüge trotz ihrer bunten Verspieltheit eine eindringliche Ernsthaftigkeit entfalten können.

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