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Ein Sachbuch von Heinrich Thies aus Hademstorf liefert die Vorlage für aufwendige Amazon-Prime-Produktion mit Oliver Masucci.

Säurefass-Morde als weltweit verbreitete Serie

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25. August 2021 - 15:06 UHR - VON REDAKTION

Ein Buch wird zum Film: Bereits vor einigen Jahren hat der in Hademstorf lebende Schriftsteller und Journalist Heinrich Thies im zu Klampen Verlag die Hamburger Säurefassmorde nachgezeichnet, die Ende der achtziger Jahre Deutschland in Atem hielten. “Hilferuf aus dem Folterkeller”, lautet der Titel. Nach der Vorlage dieses packenden Sachbuchs entsteht jetzt eine sechsteilige Serie, die weltweit über Amazon Prime verbreitet werden soll.

Der Fall hat etwas von einem Kriminalroman: Nach und nach verschwinden von 1986 an Frauen aus Hamburg, die ihren Familien in Briefen und Karten aus aller Welt mitteilen, dass sie ein neues Leben führen wollen. Die Angehörigen sind fassungslos und schalten die Polizei ein, doch die sieht in den verschwundenen Frauen nur Vermisstenfälle und keinen echten Ermittlungsbedarf - bis eine couragierte Kriminalbeamtin auf eigene Faust ermittel und einen angesehenen Pelzhändler als Serienmörder entlarvt.

Die Rolle des einstigen Hamburger Geschäftsmannes, der nach wie vor im Gefängnis sitzt, spielt Oliver Masucci, ein renommierter deutscher Schauspieler, der schon dem Ensemble des Wiener Burgtheaters angehörte und große Rollen in Film und Fernsehen verkörperte - unter anderem in der weltweit erfolgreichen Netflix-Serie “Dark”. Jetzt übernimmt Masucci den Part eines schillernden Serienmörders, der seine Opfer entführte, über Wochen hinweg in seinem Atomschutzbunker folterte, tötete und schließlich in Säure auflöste. Reinstrom lebte lange Zeit unauffällig mit Frau und Tochter in einem gepflegten Reihenhaus in Hamburg-Rahlstedt und hatte einflussreiche Freunde. Niemand traute ihm etwas Böses zu. Nachbarn und Freunde schätzten ihn als netten Kumpel und Stimmungskanon. Gleichzeitig war bekannt, dass er in der Sadomaso-Szene verkehrte. Oliver Masucci verkörpert somit einen Mann mit vielen Gesichtern, der sich ein atemberaubendes Katz-und-Maus-Spiel mit der Polizei liefert.

Bereits Anfang September beginnen die Dreharbeiten - und zwar da, wo sich auch die realen Mordfälle ereigneten: in Hamburg. Regie führt Florian Schwarz, der 2010 für die Tatort-Folge “Weil sie böse sind” den Grimme-Preis und 2015 für die Tatort-Episode “Im Schmerz geboren” mit Ulrich Tukur als Kommissar die Goldene Kamera erhielt. Und jetzt also ein realer Fall, den ein dreiköpfiges Autorenteam für ein internationales Publikum vom Sachbuch zum Drehbuch entwickelt hat. Bereits im kommenden Jahr soll die Serie ausgestrahlt werden.

“Gefesselt” wird von der Münchner Filmproduktionsfirma Neue Bioskop Television produziert und aus mehreren Töpfen gefördert - von der “Moin Filmförderung Hamburg Schleswig-Holstein” mit 350.000 Euro, dem “Film Fernseh Fonds Bayern” mit 500.000 Euro und der “Mitteldeutschen Medienförderung” mit 250.000 Euro.

Heinrich Thies, der für sein Buch umfangreiche Recherchen anstellte und mit fast allen Beteiligten des spektakulären Mordfalls gesprochen hat, zeigt sich stolz, dass “Hilferuf aus dem Folterkeller” jetzt die Vorlage für die aufwendige Serie bietet. “Ich finde es spannend, wie die Geschichte filmisch umgesetzt wird und die Hauptfiguren angelegt sein werden”, sagt Thies, der als Berater bei der Drehbuchentwicklung fungierte. “Das ist ganz sicher eine große Herausforderung für alle Beteiligten. Aber ich glaube, es lohnt sich.”

Für sein Buch erntete Thies selbst bereits viel Lob. “Jedem Tatort-Gucker zu empfehlen”, urteilte zum Beispiel Annemarie Stoltenberg auf NDR-Kulutr. “Unglaublich gut gemacht, da stockt einem wirklich der Atem.”

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