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Traditioneller Auftritt von LaFiBo wegen der Pandemie abgesagt: Ein Blick zurück auf 45 Jahre Märchen von der Bomlitzer Theatergruppe

Von Prinzessinnen und feuerspeienden Drachen

Das Märchen Aschenputtel.Foto: LaFiBo
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Das Märchen Aschenputtel.Foto: LaFiBo
BOMLITZ - 02. Dezember 2020 - 10:00 UHR - VON REDAKTION

Normalerweise wäre die Oberschule Bomlitz von der Theatergruppe LaFiBo in dieser Zeit in einen Märchenwald verwandelt worden und hätte hunderte Kinder- und auch Erwachsenenaugen vor Freude strahlen lassen. Doch dieses Jahr ist alles anders, und auch die Bomlitzer Theatergruppe musste aufgrund der Corona-Pandemie die geplanten Aufführungen absagen. “Es ist das erste Mal seit 1975, der Gründung der Theatergruppe, dass kein Märchen oder Kinderstück auf die Bomlitzer Bühne kommt”, bedauert das Ensemble. In den 45 Jahren, mit je vier Aufführungen an einem Wochenende, zählte der Vorstand rund 36.000 Zuschauer. Dabei wechseln sich traditionelle Märchen mit Kinderstücken jährlich ab.

“Nach wie vor bleiben Grimm-Märchen unsere Lieblinge”

An dem Auftrittswochenende wird die ganze Aula der Oberschule für die Aufführung in eine Märchenlandschaft verwandelt. Durch die Achteckform gibt es nicht nur eine Haupt-, sondern mehrere Nebenbühnen. “So gibt es bei uns keine lästigen Umbauzeiten, die Spannung bleibt erhalten, weil wir auch auf Pausen verzichten”, erläutert Angela Kirchfeld, Vorsitzende der Gruppe LaFiBo. Die Akteure hüpfen auch schon mal durchs Publikum oder schleichen sich hinter den Zuschauern in die nächste Szene. Eine weitere Besonderheit ist, dass die kleinen Zuschauer nicht steif auf Stühlen sitzen, sondern am Eingang ein großes Sitzkissen erhalten und so quasi mittendrin das Geschehen verfolgen können und in die Handlung einbezogen werden. “Nach wie vor bleiben Grimm-Märchen unsere Lieblinge”, versichert die Vorsitzende.

Knall- und Pyroeffekte

Bei der Gestaltung der Kulisse können sich alle richtig austoben. Jeder hilft beim Aufbau mit, und es wird viel Wert auf Details gelegt. So werden zum Beispiel echte Bäume, echtes Laub, Sand für “Arielle”, oder auch schon mal echte Tauben bei Aschenputtel verwendet, um eine möglichst naturgetreue Kulisse zu gestalten. Natürlich gehören auch Ton- und Lichttechnik und entsprechende Knall- und Pyroeffekte dazu. Schneegestöber für die Schneekönigin, Blitz und Donner beim Zaubern der Hexen und Zauberer, feuerspeiende Drachen oder Vulkane und immer die passenden Geräusche, Töne und Lieder müssen auf dem Punkt eingesetzt werden. “Dafür brauchen wir viele helfende Hände, denn es müssen zusätzlich oft noch der Verfolgungsscheinwerfer bedient und der Vorhang gezogen werden”, verdeutlichen die Techniker Ulrich Stampa und Edmund Thomas.

Alles muss zuvor aus dem Keller des Schulgebäudes geschafft werden

Die Schwierigkeit für das gesamte Ensemble besteht immer darin, dass alles erst am Freitagnachmittag, wenn alle von der Arbeit kommen und der Schulbetrieb eingestellt ist, aufgebaut werden kann. “Wir wissen vorher nie, wie die Kulisse aussieht, sondern erst zur Generalprobe am Freitag. Das ist alles nur in unseren Köpfen. In Gruppen nimmt man sich der einzelnen Bühnenteile an. Auch die Technik kann erst eingerichtet werden, wenn die Scheinwerfer hängen. Alles muss zuvor aus dem Keller des Schulgebäudes geschafft werden. “Neuzugänge, die beim Märchen oft als Statist ihr Debüt geben, staunen über das Arbeitspensum nicht schlecht. Meistens bleiben sie dabei, denn die Gemeinschaft hier ist sagenhaft”, versichert die langjährige Leiterin nicht ohne Stolz.

Trotz des wahnsinnigen Aufwands heißt es bereits am Sonntag nach der letzten Aufführung: Abbau. Alles muss in den Ursprungszustand zurückversetzt werden. Nur der Applaus bleibt in den Köpfen und die gute Stimmung sowie das Gefühl, viele Menschen glücklich gemacht und ihnen ein Stück Kindheit geschenkt zu haben.

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