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Kulturring Fallingbostel lädt ein zum Konzert mit dem Hoffmeister-Quartett / Werke von Elsner, Haydn, Titz

“Wiener Klassik aus dem Osten Europas”

Benannt nach einem Freund Mozarts und Haydns: Das Hoffmeister-Quartett nimmt immer auch Werke von weniger bekannten Meistern ihrer Zeit ins Programm auf.Foto: Kulturring Fallingbostel
Benannt nach einem Freund Mozarts und Haydns: Das Hoffmeister-Quartett nimmt immer auch Werke von weniger bekannten Meistern ihrer Zeit ins Programm auf.Foto: Kulturring Fallingbostel
BAD FALLINGBOSTEL - 14. Februar 2020 - 05:00 UHR - VON REDAKTION

Im Jahr 2019 beging die Musikwelt den 250. Geburtstag des Komponisten Joseph Elsner, allerdings bei Weitem nicht so aufwendig, wie es in diesem Jahr bei Beethoven der Fall ist. In Deutschland ist Elsner im Gegensatz zu Polen auch in der Fachwelt heute kaum bekannt. Das Hoffmeister-Quartett hat anlässlich des Jubiläums unter dem Motto “Wiener Klassik aus dem Osten Europas” ein interessantes Programm mit Streichquartetten von Joseph Elsner, Joseph Haydn und Anton Ferdinand Titz zusammengestellt, das die vier Musiker am 23. Februar beim Kulturring Fallingbostel vorstellen. Das Konzert beginnt um 17 Uhr im Ratssaal.

Joseph Elsner wurde 1769 im schlesischen Grottkau, dem heutigen Grotków geboren. Ab seinem zwölften Lebensjahr besuchte er Breslauer Schulen - zunächst die Klosterschule der Dominikaner, dann das jesuitische St.-Matthias-Gymnasium. Dort erhielt er Unterricht in Violinspiel und Gesang. Noch vor seinem Gymnasialabschluss wurde er beim Opernchor und Theaterorchester Breslau beschäftigt. Als er nach dem Abitur nach Wien ging, wollte er eigentlich Medizin studieren, entschloss sich jedoch zu einer musikalischen Laufbahn. In Lemberg/Lwiw war Elsner ab 1792 als Kapellmeister am städtischen Theater tätig. 1799 folgte er einer Einladung nach Warschau auf den Posten des Musikdirektors am Nationaltheater und entwickelte eine überaus produktive Tätigkeit als Komponist und Pädagoge. Schließlich leitete Elsner die Hauptschule für Musik an der Warschauer Universität, wo zu seinen Schülern unter anderem Frédéric Chopin gehörte.

Das kompositorische Gesamtwerk Elsners ist außerordentlich umfangreich und quantitativ mit den Nachlässen der großen Wiener Klassiker vergleichbar und umfasst unter anderem 33 Messen, daneben zahllose Oratorien, Hymnen und Motetten sowie 45 Opern. Dr. Klaus Harer, Musikwissenschaftler und Lehrbeauftragter an der Universität der Künste Berlin, wird vor dem Konzert eine kurze Einführung in das Schaffen Elsners und seines Kollegen Anton Ferdinand Titz (1742 bis 1810) geben. Titz war ein Geiger und Komponist, der Ende des 18. Jahrhunderts vor allem Kammermusiken im Stil der Wiener Klassik komponierte.

Das Hoffmeister-Quartett wurde mit dem Ziel gegründet, die Streichquartette der Klassik und Frühromantik in ihrer kaum erschlossenen Vielfalt wiederzuentdecken und im Klang ihrer Zeit aufzuführen. Benannt nach Franz Anton Hoffmeister, dem Zeitgenossen, Freund und Kollegen von Mozart und Haydn, nimmt das Ensemble neben deren berühmten Werken immer auch Streichquartette der weniger bekannten Meister ihrer Zeit in seine Programme auf.

Ulla Bundies, Violine, studierte in Hannover bei Barbara Koerppen, ist Mitglied von Musica Alta Ripa und Konzertmeisterin des “Kleinen Konzerts” unter Hermann Max. Zu ihren zahlreichen Einspielungen von Sonate bis Oper zählt das a-Moll-Violinkonzert von J.S. Bach, für das Bundies den Cannes Classical Award erhielt. Sie spielt eine Violine von Camillo Camilli, Mantua 1743.

Christoph Heidemann, Violine, studierte in Hannover bei Werner Heutling und Oscar C. Yatco und besuchte Meisterkurse bei Sigiswald Kuijken und Ingrid Seifert. Er war Konzertmeister der Jungen Deutschen Philharmonie, gründete 1992 das Barockorchester L`Arco Hannover, das er als Konzertmeister leitet, und ist unter anderem Mitglied der Hannoverschen Hofkapelle.

Aino Hildebrandt, Viola, studierte in Hamburg bei Hirofumi Fukai und besuchte Kammermusikkurse unter anderem bei William Pleeth. Seit 1998 wirkt sie im Orchester Concerto Köln. Sie spielt auf einer Viola von Johann Keffer, Goysern in Tirol, etwa 1780 gebaut.

Martin Seemann, Violoncello, studierte an der Hochschule der Künste bei Wolfgang Boettcher und war als Stipendiat der Heinrich-Böll-Stiftung Schüler von Ivan Monighetti in Basel. Seine Schwerpunkte liegen auf den Werken des Barock und des 20. Jahrhunderts. Er wirkte mit bei zahlreichen Uraufführungen zeitgenössischer Musik, darunter als Solist in Arvo Pärts “Fratres”.

Karten für das Konzert sind im Vorverkauf bei der Bad Fallingbosteler Buchhandlung Raufeisen und an der Abendkasse erhältlich.

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