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Vertreter von Kommunen, Eigentümer, Wirtschaftsförderer, Touristiker und Kutscher treffen sich zum Runden Tisch

Kutschfahrten als ein Stück Kultur

Gemeinsame Interessen: Der Runde Tisch “Dialog Kutsche 2.0” aus Kutschern, Kommunen, Touristikern sowie Wege- und Grundbesitzern hat sich zum Auftakt in Hanstedt getroffen. red
Gemeinsame Interessen: Der Runde Tisch “Dialog Kutsche 2.0” aus Kutschern, Kommunen, Touristikern sowie Wege- und Grundbesitzern hat sich zum Auftakt in Hanstedt getroffen. red
WALSRODE - 07. Februar 2019 - 11:00 UHR - VON REDAKTION

Sie sind mehr als ein reines Beförderungsmittel, sondern auch Imageträger für die Region und Zugpferd für den Tourismus: Kutschen gehören zur Lüneburger Heide wie Schnucken und die lila blühende Erika. Um eine abgestimmte und nachhaltige Entwicklung des Kutschefahrens in der Lüneburger Heide zu erreichen, hat die Naturparkregion den “Dialog Kutsche 2.0.” gestartet - als Folgeprojekt des “Dialogs Kutsche 1.0” und mit Unterstützung der Europäischen Union. Zum Auftakt hat sich nun der “Runde Tisch - Kutschen im Naturpark Lüneburger Heide” in Hanstedt getroffen.

Zu dem Treffen kamen rund 30 Akteure aus den Kommunen, Kutscher, Eigentümer der Kutschwege, Landkreisvertreter der Unteren Naturschutzbehörde, der Verkehrsbehörde sowie der Wirtschaftsförderung und Touristiker zusammen. “Kutschfahrten in der Lüneburger Heide sind wichtiges ökonomisches und kulturelles Gut”, stellte Naturpark-Geschäftsführerin Hilke Feddersen fest. Aber rund um das Thema “Kutschen im Naturschutzgebiet Lüneburger Heide” gebe es eine breite Vielfalt unterschiedlicher, teils auch widersprüchlicher Interessen und Kenntnisse.

Zum Wohle der Region hat der Naturpark im Mai 2016 den “Dialog Kutsche” ins Leben gerufen. Der “Dialog 1.0” wurde bis Mai 2018 umgesetzt. Im Mittelpunkt standen rechtliche Fragen sowie Einigungen zu Trassenverläufen und -pflege. Naturparkvorsitzender Olaf Muus (Hanstedt) zog eine positive Bilanz der bisherigen Arbeit. “Die Ziele des Dialogs 1.0 sind weitgehend erreicht worden”, sagte er. Dazu gehören nach seinen Worten die Vertrauensbildung und Vernetzung der Akteure in der Region, die Schaffung von Transparenz und die Vereinheitlichung der Sach- und Fachkenntnisse. Es sei gelungen, Wegenutzungskonflikte abzubauen und Vereinbarungen zu entwickeln. “All das trägt zu einer qualitativen Weiterentwicklung des Kutschentourismus bei”, sagte Muus.

Nun will die Naturparkregion das Erreichte mit dem “Dialog Kutsche 2.0” ausbauen. Dazu wird der Dialog vom Naturschutzgebiet auf das Gebiet des gesamten Naturparks erweitert. Es geht unter anderem darum, das Kutschtrassennetz zu konkretisieren und ein Konzept der langfristigen Pflege abzustimmen. Maßnahmen zur Transparenz und regionalen Vermarktung der Kutschen stehen ebenso auf der Agenda wie die Entwicklung und der Druck einer Kutschwege-Karte. Solch eine Karte, die gerade auch für auswärtige Kutscher die erlaubten Wege aufzeigt, fehlt bisher.

Die Akteure waren sich bei dem Treffen auch einig, dass “Verhaltensregeln für Kutschwege” entwickelt werden. Gerade bei den Wegen in der Heide stehen die Akteure vor großen Herausforderungen, weil es viele Nutzer vom Wanderer, Radfahrer, Reiter und Kutscher bis zur Land- und Forstwirtschaft mit unterschiedlichen Ansprüchen und Interessen gibt.

Bei dem Treffen berichteten die Akteure aus den Kommunen zudem über Trassenschauen. Sie fanden in der Zeit zwischen den beiden Dialog-Projekten mit Kutschern, Grundeigentümern und der Unteren Naturschutzbehörde statt.

Der Naturpark Lüneburger Heide erstreckt sich über die Landkreise Harburg, Heidekreis und Lüneburg. Insgesamt umfasst er eine Fläche von rund 107.000 Hektar, darunter auch das Naturschutzgebiet Lüneburger Heide mit knapp 24.000 Hektar. Da Fahrzeuge dort nur ausnahmsweise mit einer Sondergenehmigung fahren dürfen, sind Kutschen gerade für Touristen eine gute Möglichkeit, mobil zu sein und die Natur und die außergewöhnliche Heidelandschaft besser kennenzulernen.

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