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Viertes Teddy-Krankenhaus des Heidekreis-Klinikums in Walsrode soll Kindern Untersuchungsmethoden näherbringen

“Linker Arm gebrochen - Eilig!”

Kuscheltier-Retter: Das Team des Teddy-Krankenhauses hat am vergangenen Sonntag so einige Bären und Puppen operiert und verarztet. Unten links: Teddy “Dänemark” wird für die Operation vorbereitet. Unten rechts: Ist das Bein wirklich gebrochen? Beim Röntgen wird der Verdacht gegebenenfalls bestätigt. red (3)
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Kuscheltier-Retter: Das Team des Teddy-Krankenhauses hat am vergangenen Sonntag so einige Bären und Puppen operiert und verarztet. Unten links: Teddy “Dänemark” wird für die Operation vorbereitet. Unten rechts: Ist das Bein wirklich gebrochen? Beim Röntgen wird der Verdacht gegebenenfalls bestätigt. red (3)
WALSRODE - 11. Juni 2018 - 13:46 UHR - VON PRAKTIKANT

“Was hat deine Maus denn?” “Ich glaube, Maus hat sich den Arm gebrochen”, erklärt Marie noch etwas schüchtern an der Anmeldung. “Mein Teddy auch”, ergänzt ihre Zwillingsschwester Emily schnell. Sichtlich nervös und besorgt tragen die beiden “Maus” und Teddy “Dänemark” zur Anamnese. Die beiden Mädchen haben am vergangenen Sonntag die Möglichkeit genutzt, ihre Kuscheltiere auf Herz und Nieren beim vierten Teddy-Krankenhaus des Heidekreis-Klinikums in Walsrode untersuchen zu lassen.

Die Ärztin erklärt den Mädchen, dass der Verdacht nur bestätigt werden kann, wenn die Kuscheltiere geröntgt werden. Bevor es weitergeht, bekommen die “Erkrankten” aber noch einen Saft gegen die starken Schmerzen. Marie und Emily drücken ihre Tiere ganz fest an sich, “du arme kleine Maus”, tröstet Marie zärtlich. Ganz genau beobachtet sie beim Röntgen, was mit ihrer orangefarbenen Nagerin passiert. Schon ein paar Minuten später kann sie aufatmen. “Der Arm ist nur geprellt, der Arzt verbindet den Arm gleich”, wird die junge Teddy-Mama beruhigt. Gut erkennbar zeigt das echte Röntgenbild, dass der Knochen nicht gebrochen ist.

Teddy “Dänemark” muss hingegen wirklich mit Emily in den Operationssaal - mit Haube, Kittel und Mundschutz. Er wird von den zwei Teddy-Ärztinnen beruhigt und erhält eine Vollnarkose für die anschließende OP.

Mehr als 100 ungewöhnliche Patienten landen so beim Ultraschall oder im OP-Saal: Puppen, kleine Tiger, Mäuse, Bären und Elefanten werden von den Teddy-Ärzten fachkundig versorgt. Chefarzt der Finkelstein-Klinik für Kinder- und Jugendmedizin, Dr. Michael Abend, kommen einige Kindergesichter ziemlich bekannt vor. Dabei wird einmal mehr für ihn deutlich, wie wichtig die kinderklinische Versorgung im Heidekreis ist. Für den Mediziner “geht es beim Teddy-Krankenhaus vor allem darum, die Klinikabläufe und Untersuchungen den Kindern anschaulich darzustellen und die Angst vor dem Arztbesuch zu nehmen”. Das Konzept wurde bereits 1990 von Studenten entwickelt; in diesem Jahr schlüpfen Assistenzärzte, Krankenschwestern und andere Mitarbeiter der Klinik in die Rolle der Teddy-Ärzte.

Große Kinderaugen gibt es nicht nur im Behandlungszelt vor dem Heidekreis-Klinikum. Die Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehr Walsrode, die den Kindern ihr Feuerwehrauto zeigen, werden unerwartet zum Einsatz gerufen. Die Besucher erleben hautnah, wie sie zurückweichen müssen, um die Einsatzkräfte nicht zu behindern, die in Sekundenschnelle alles zusammenpacken und mit Martinshorn davonfahren.

Wer es von den rund 250 Gästen lieber ruhiger angehen lassen möchte, genießt ein Eis von “Gelato Michele” oder ein Stück Kuchen, der vom Pflegepersonal und den Ärzten der Kinderklinik bereitgestellt wurde. Die Einnahmen aus dem Kuchenerlös werden an den Förderverein Nestflüchter gespendet, der sich für die Erhaltung und Verbesserung der Versorgung von Frühgeborenen und erkrankten Kindern einsetzt.

Am Ende halten nicht nur Emily und Marie ihre geheilten Schützlinge strahlend in den Armen. Zahlreiche Kinder vergnügen sich mit ihren mit Schienen, Verbänden und Pflastern gesäumten Lieblingen auf der Hüpfburg, die von der Kreissparkasse Walsrode gesponsert wurde. Und das Beste: Für die tapferen Teddys gibt es auf Rezept ein Eis verordnet.

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