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Vortrag in Walsrode: Journalist weist “Bund für Gotterkenntnis” Antisemitismus und Austausch mit Rechtsradikalen nach

Ludendorffer: “Kein aussterbender Verein”

Auf den Spuren der “Ludendorffer”: Charly Braun (DGB), Referent Julian Feldmann, Regine Maier (Ver.di-Bildungszentrum), Hermann Reinecke (Ver.di-Vorsitzender) und Klaus Meier (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, von links).red
Auf den Spuren der “Ludendorffer”: Charly Braun (DGB), Referent Julian Feldmann, Regine Maier (Ver.di-Bildungszentrum), Hermann Reinecke (Ver.di-Vorsitzender) und Klaus Meier (Vereinigung der Verfolgten des Naziregimes, von links).red
WALSRODE - 18. März 2019 - 22:00 UHR - VON REDAKTION

Das regionale “Bündnis gegen die Ludendorffer” hat sich um einige Gruppen, vor allem aus dem Raum Celle, erweitert. Anlass genug, Ideologie und Organisation des “Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V.” erneut öffentlich vorzustellen. NDR-Journalist Julian Feldmann berichtete im Walsroder Ver.di-Bildungszentrum über seine Erkenntnisse von Geschichte, Weltanschauung, heutiger Struktur und die Tagungen der “Ludendorffer” in Dorfmark.

Die Bewegung habe ihren organisatorischen Start im “Tannenberg-Bund - Arbeitsgemeinschaft völkischer Frontkrieger- und Jugendverbände” von 1925 und dem völkisch-religiösen Verein “Deutschvolk” von 1930 gehabt. Der prominente Weltkriegsgeneral Erich Ludendorff sei 1923 Adolf Hitlers Putschgefährte gegen die Weimarer Republik gewesen. Seine Frau Mathilde erfand schließlich eine eigene antisemitische Philosophie. Gemeinsam erreichten sie eine riesige Anhängerschaft, führte Feldmann aus. Nach der Machtübertragung 1933 auf Hitler, wurden Deutschvolk und Tannenbergbund aus machtstrategischen Gründen verboten. Jedoch konnten die “Ludendorffer” ihre Ideologie ungehindert weiter verbreiten, so der Referent. Bereits 1937 wurde die Neugründung als “Bund für Deutsche Gotterkenntnis (L)” erlaubt.

Mit der Wiedergründung 1951 als “Bund für Gotterkenntnis (Ludendorff) e.V.” erlangte Mathilde erneut großen Einfluss. Das Verbot von 1961 wurde wegen Verfahrensfehlern 1977 wieder aufgehoben. Auch diese Zeit des Verbots schränkte die Bewegung kaum ein. So finden bereits seit etwa 1971 deren Ostertagungen in Dorfmark statt. Bis heute seien die Lehren der Mathilde Ludendorff Grundlage der Organisation.

Diese Lehre teilt Menschen in “Lichtrassen” und “Schachtrassen” auf. Die unterste Kategorie seien die Juden. Sogenannte “überstaatliche Mächte” wie Juden, Freimaurer und die römisch-katholische Kirche würden die “Weltherrschaft anstreben”.

So verwundere es nicht, dass bekannte Nazis und Rassisten immer wieder in Dorfmark auftauchen, wie zum Beispiel die wegen Holocaust-Leugnung bestrafte Ursula Haverbeck. Die “Ludendorffer” besitzen mehrere eigene Immobilien, “Ahnenstätten” (Friedhöfe), Verlage, und zu ihnen zählt die Jugendorganisation Lebenskunde e.V., so Feldmann. Der These, die “Ludendorffer” seien ein aussterbender Verein, widersprach der NDR-Journalist: “Dagegen sprechen deren kinderreiche Familien und der Austausch mit anderen rechtsradikalen Organisationen”.

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