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Das Opfer begreift erst kurz vor der Geldübergabe, dass er betrogen werden soll

Mann berichtet detailliert über Schockanruf

Foto: Brian Jackson - stock.adobe
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WALSRODE - 19. Januar 2022 - 05:00 UHR - VON REDAKTION

“Das konnte nur passieren, weil ich an das Wohl meiner Tochter dachte”, zitiert die Polizei aus einer Zeugenaussage eines älteren Mannes aus dem Heidekreis, der fast das Opfer von Betrügern geworden wäre. Ihn erreichte Mitte Oktober ein sogenannter Schockanruf. Er ließ sich auf das Spiel der Anrufer ein, die geschickt vortäuschten, dass die Tochter des Opfers einen Verkehrsunfall verursacht und dabei einen Menschen getötet hätte.

Zunächst hatte sich eine Frau am Telefon als seine Tochter ausgegeben und dabei weinerlich um Hilfe gefleht. Noch bevor er auch nur eine Frage stellen konnte, wurde das Telefon weitergereicht und eine angebliche Polizeibeamtin war am Hörer. Die falsche Polizistin täuschte Verständnis für die Lage vor und stellte die Möglichkeit der Zahlung einer Kaution in Aussicht, damit die Tochter nicht in Untersuchungshaft gehen müsse. Manipulativ wurde erfragt, wie viel Geld das Opfer aufbringen könne, geschickt wurden dann die Übergabemodalitäten vereinbart. Zwischenzeitlich gab es bereits einen dritten Gesprächspartner: einen falschen Staatsanwalt.

Plötzlich machte es “Klick”

Das Opfer machte sich so schnell wie möglich auf den Weg zu einer Bank, um seine Tochter mit dem verlangten Geld auslösen zu können. Als ihm schließlich die Person gegenüberstand, der er sein Vermögen übergeben sollte, machte es plötzlich “Klick” bei ihm. Der Mann forderte die Person auf, sich auszuweisen. Zu einer finalen Übergabe kam es schließlich doch nicht. Während der gesamten Zeit hatte das Opfer dauerhaft Kontakt mit den Betrügern. So konnten sie immer auf das Opfer einwirken und verhinderten gleichzeitig, dass er von Unbeteiligten angerufen werden, beziehungsweise eigene Telefonate führen konnte.

Gespräche einfach beenden

Die Polizei warnt anhand dieses Falles wiederholt eindringlich. Man solle bei solchen Anrufen stets misstrauisch sein, weitere Personen einbeziehen und zur Polizei gehen. Im Zweifel sei es immer besser, bei merkwürdigen Telefonaten direkt aufzulegen und das Gespräch zu beenden.

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