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ADFC Heidekreis begrüßt Novellierung: Bedeutende Änderungen für Radler in Kraft getreten

Mehr Sicherheitsabstand

Dem anderen Raum geben: Eigenversuch: Mithilfe einer Pool-Nudel wird der notwendige Sicherheitsabstand visualisiert. .Foto: ADFC Heidekreis/BASt
Dem anderen Raum geben: Eigenversuch: Mithilfe einer Pool-Nudel wird der notwendige Sicherheitsabstand visualisiert. .Foto: ADFC Heidekreis/BASt
WALSRODE - 06. Mai 2020 - 22:00 UHR - VON REDAKTION

In Zeiten der Corona-Pandemie ist der Abstand von zwei bis anderthalb Meter in aller Munde - und seit dem 28. April gelten diese Abstandswerte nun auch für Auto- und Fahrradfahrer. Denn die Straßenverkehrsordnung (StVO) wurde novelliert. “Wir begrüßen diese neue Regelung”, sagt dazu Joachim Dierks, der Vorsitzende des ADFC Heidekreis. Der ADFC Heidekreis hatte bereits Ende Februar 2020 in Soltau zusammen mit der Verkehrswacht, der Fahrschule Brunkhorst und der Volksbank Lüneburger Heide mit einer Banner-Aktion für diesen Sicherheitsabstand geworben.

Wie groß der Überholabstand tatsächlich sein muss, hat der ADFC mit soge-nannten “Pool-Nudeln” sichtbar gemacht. “Während unserer Touren, die wir regelmäßig anbieten, haben wir immer wieder festgestellt, dass zu eng überholt wird und die Radfahrer dabei gefährdet werden. Mit Weste und einer Pool-Nudel haben wir auf den Sicherheitsabstand aufmerksam gemacht”, erklärt Dierks. Der Mindestüberholabstand von anderthalb Metern innerorts und von zwei Metern außerorts gilt für Kraftfahrzeugführer ab sofort auch beim Überholen von Fußgängern und Menschen, die mit Elektrokleinstfahrzeugen unterwegs sind. Bisher hatte die StVO lediglich einen “ausreichenden Seitenabstand” vorgeschrieben. Joachim Dierks listet auch weitere StVO-Änderungen auf, die für die Radfahrer von Bedeutung sind. So werde klargestellt, dass das Nebeneinanderfahren von Radfahrern grundsätzlich gestattet ist. Lediglich wenn andere Verkehrsteilnehmende behindert werden, muss hintereinandergefahren werden. Auf Fahrrädern dürfen zudem Personen mitgenommen werden, wenn die Fahrräder zur Personenbeförderung gebaut und eingerichtet sind und der Fahrer mindestens 16 Jahre alt ist.

Für rechtsabbiegende Kraftfahrzeuge über 3,5 Tonnen gilt aus Gründen der Verkehrssicherheit innerorts ab sofort Schrittgeschwindigkeit. Mit der Novelle wird zudem die bestehende Grünpfeilregelung auch auf Radfahrer ausgedehnt, die von einem Radfahrstreifen oder baulich angelegten Radweg aus rechts abbiegen wollen. Außerdem wird ein gesonderter Grünpfeil, der allein für Radfahrer gilt, eingeführt.

Schutzstreifen für den Radverkehr trennen den Rad- und den Autoverkehr mit einer gestrichelten weißen Linie. Autos dürfen dort zwar nicht parken, aber bislang noch bis zu drei Minuten halten. Das führt vielfach dazu, dass die Radler Schutzstreifen nicht durchgängig nutzen können, weil ihnen haltende Autos den Weg versperren. Deshalb wird dort ein generelles Haltverbot eingeführt.

Analog zu den Tempo-30-Zonen sollen in Zukunft auch Fahrradzonen angeordnet werden können. Die Regelung orientiert sich an den Regeln für Fahrradstraßen: Für den Fahrverkehr gilt eine Höchstgeschwindigkeit von Tempo 30. Der Radverkehr darf weder gefährdet noch behindert werden. Auch Elektrokleinstfahrzeuge werden dort fahren dürfen. Die Straßenverkehrsbehörden werden Fahrradzonen unter erleichterten Voraussetzungen anordnen können.

Weiterhin soll die Sicht zwischen Straße und Radweg verbessert und damit die Sicherheit speziell von Radfahrenden erhöht werden. Das Parken vor Kreuzungen und Einmündungen wird daher in einem Abstand von bis zu je acht Metern von den Schnittpunkten der Fahrbahnkanten verboten, wenn ein straßenbegleitender baulicher Radweg vorhanden ist.

Die Straßenverkehrsbehörden können an Engstellen auch ein Überholverbot von einspurigen und mehrspurigen Fahrzeugen (Fahrrädern) für mehrspurige Kraftfahrzeuge anordnen. Es wird eigens ein neues Verkehrszeichen eingeführt, ebenso das Verkehrszeichen “Radschnellweg”. Und: Die zuständigen Straßenverkehrsbehörden sind verstärkt zur Prüfung der Öffnungsmöglichkeit von Einbahnstraßen in Gegenrichtung für Radfahrer aufgerufen. Ziel ist es, die Zahl der in Gegenrichtung freigegebenen Einbahnstraßen zu vergrößern.

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