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Die Corona-Krise trifft auch das Tierheim Hodenhagen - vor allem, da die Einrichtung auf finanzielle Hilfe angewiesen ist

Mehr Tiere, weniger Spenden?

Hilft Tieren und Menschen: Das Tierheim Hodenhagen benötigt aber auch selbst Unterstützung und Spenden. Foto: Heuer
Hilft Tieren und Menschen: Das Tierheim Hodenhagen benötigt aber auch selbst Unterstützung und Spenden. Foto: Heuer
HODENHAGEN - 20. April 2020 - 15:22 UHR - VON MäRIT HEUER

Viele Betriebe, Unternehmen und Einrichtungen ächzen unter den Auswirkungen der Corona-Krise. Besonders heikel wird es, wenn gerade diejenigen gebeutelt sind, die finanziell ohnehin auf wackeligen Füßen stehen oder sogar auf Spendenbasis existieren. Dazu gehören auch Tierheime.

Wie viele andere Einrichtungen in Niedersachsen hat das Tierheim Hodenhagen mittlerweile seine Türen für den “Publikumsverkehr” geschlossen. So sollen die Mitarbeiter vor einer Infektion mit dem Coronavirus geschützt werden; gleichzeitig werde die Pflege der Tiere gesichert. “Wir rechnen in den kommenden Tagen und Wochen mit einer verstärkten (Neu-) Aufnahme von Tieren von Corona-Patienten”, erklärt die erste Vorsitzende des Tierschutzvereins Heidekreis Süd, Elvira Gruenke. Zudem könne es sein, dass Menschen in Kurzarbeit oder ganz ohne aktuelle Einnahmen ihre Vierbeiner schlichtweg nicht mehr versorgen könnten und sie deshalb abgeben müssten. “Gleichzeitig gehen die Vermittlungen zurück” - eine logische Konsequenz, wenn die Besucher ausbleiben, erklärt Gruenke. Das bedeute letztlich auch: weniger Spendengelder. Denn Aktionstage zum Sammeln von Spenden - wie der traditionelle Flohmarkt, der am Ostermontag stattgefunden hätte - fallen ohne Publikum natürlich weg. “Weil davon auszugehen ist, dass die Spenden einbrechen, stehen wir als Tierschutzverein vor großen Herausforderungen”, sagt Gruenke, deren Team gerade in unterschiedlichen Schichten arbeitet.

“Wer unter häuslicher Quarantäne steht, darf auch mit seinem Hund nicht mehr nach draußen zum Gassigehen - daher sollten Tierhalter möglichst jetzt schon vorsorgen und Nachbarn oder Freunde für den Fall der Fälle um Hilfe bitten”, rät Gruenke. Da die Gefahr bestehe, dass viele Menschen noch erkranken oder in Quarantäne müssten, bereite sich das Tierheim aber so gut es geht auf die Aufnahme neuer Tiere vor.

Hoffen auf Tierfreunde und Gassigänger

Problematisch werde neben den möglichen Neuaufnahmen vor allem die erschwerte Vermittlung. Besucher könnten höchstens zu fest ausgemachten Einzelterminen ins Tierheim kommen. Davon sei jedoch die Abgabe von Fundtieren nicht betroffen. Sie könnten wie bisher in der Einrichtung abgegeben oder dort gemeldet werden. Telefonisch sei das Tierheim außerdem selbstverständlich weiterhin erreichbar.

“Wir stehen natürlich trotzdem für alle Tiere in Not und ihre Halter ein und versuchen zu helfen, wo wir können”, verspricht Elvira Gruenke. “Wir wissen, dass auch viele andere Menschen gerade Angst um ihre Gesundheit haben und die Corona-Krise zudem finanzielle Probleme mit sich bringt.” Trotz der bedrückenden Lage hoffen sie und ihr Team auf die Unterstützung von Tierfreunden und Gassigängern. “Wir finanzieren den Tierheimbetrieb größtenteils aus Geld- und Zeitspenden, die Sorgen sind groß”, so Gruenke.

Die Tierschützer weisen außerdem darauf hin, dass es keine konkreten Hinweise dafür gebe, dass Tiere das neuartige Corona-Virus übertragen oder selbst erkranken könnten. “Leider hält sich dieses Gerücht weiterhin und stellt damit auch eine Belastung für die Tierheime dar, wenn besorgte Menschen in Erwägung ziehen, ihre Tiere vorsorglich abzugeben. Dafür gibt es keinen Grund”, betont Elvira Gruenke.

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