Lokales

/lokales/mit-der-vespa-ins-jahr-1975_10_111914444-21-.html/ / 1

Andreas Tietjen aus Bierde hat seinen Roman “Mein unfassbarer Sommer in Sitebüttel” veröffentlicht

Mit der Vespa ins Jahr 1975

Inspiration: Dank der Fahrten mit seiner roten Vespa reifte in Andreas Tietjen die Idee zum Roman. Foto: Fischer-Santelmann
  • Bild 21
Inspiration: Dank der Fahrten mit seiner roten Vespa reifte in Andreas Tietjen die Idee zum Roman. Foto: Fischer-Santelmann
BIERDE - 08. August 2020 - 22:00 UHR - VON REDAKTION

Dank der Fahrten mit seiner roten Vespa reifte in Andreas Tietjen aus Bierde die Idee zum Buch “Mein unfassbarer Sommer in Sitebüttel”. Darin lässt er den 17-jährigen Protagonisten Tim Boehnke den Sommer 1975 aus dessen Sicht erleben. Tim merkt erst nach und nach, dass er sich im Jahr 1975 befindet.

Andreas Tietjen liebt es, mit seiner weinroten Vespa über Land zu fahren und die Gegend zu erkunden. “Besonders gut fährt es sich in den Abendstunden, wenn alles ruhiger wird”, findet er und schwärmt von verträumten Dörfern mit kleinen Dorfstraßen, verwitterten hölzernen Milchbänken und (leider) oftmals geschlossenen Lebensmittelläden und Gasthöfen. Auch wenn die Dörfer sich verändert haben, seien die Spuren von früher noch da, sodass er sich bei Fahrten mit der Vespa manchmal wie auf einer Zeitreise fühle.

17-jähriger Protagonist Tim Boehnke erlebt den Sommer 1975

So reifte die Idee für seinen neuen Roman “Mein unfassbarer Sommer in Sitebüttel”, in dem der Autor den 17-jährigen Protagonisten Tim Boehnke den Sommer 1975 aus dessen Sicht erleben lässt: In den Ferien lässt Tim Smartphone, Playstation, Computerspiele und seine Komfortzone hinter sich, um zusammen mit seinem Großonkel Micha auf dessen alter Vespa auf einen Bauernhof zu reisen, der von einer befreundeten Musiker-WG bewohnt wird und auf dem alles irgendwie antiquiert wirkt. Tim erlebt sein erstes Festival und seine erste Liebe und merkt erst nach und nach, dass er sich im Jahre 1975 befindet. Langhaarige Hippies, handgemachte Rockmusik, viele Raucher, alte Autos, gemeinsame Mahlzeiten am großen WG-Küchentisch, echte Kneipenkultur, Razzien nach RAF-Terroristen, Weiden voller Kühe und die D-Mark als Währung kennzeichnen das Bild, während Großonkel Micha einem ungeklärten Todesfall und einem verschwundenen Kunstschatz auf der Spur ist.

Ein Jahr lang konzentriert am Buch gearbeitet

Andreas Tietjen möchte den Leser in seinem Roman an die Hand nehmen und ihn, trotz der Spannung im Buch, das langsamere Tempo und die komplett anderen Werte der 1970er Jahre spüren lassen. Ihn beispielsweise erleben lassen, wie schön es sein kann, Zeit und manchmal sogar Langeweile zu haben. Und das alles in Sitebüttel, einem fiktiven Ort, der in der Nähe von Zeven angesiedelt ist - eine Gegend, in der sich der Autor gut auskennt. “Ich hatte dort viele Kindheitserlebnisse auf dem Bauernhof meiner Großeltern. Außerdem habe ich später in Ottersberg studiert und gewohnt”, erzählt er.

“Die Eisdiele, die im Buch vorkommt, gibt es heute noch.”

Ein Jahr lang habe er konzentriert an dem Buch gearbeitet. Nicht nur einen Plot (Handlungsablauf), sondern auch eine Skizze von Sitebüttel fertigte Andreas Tietjen an. Das Atmosphärische sei ihm sehr wichtig, deshalb habe er sehr viel recherchiert. Durch Gespräche mit Menschen, die 1975 Jugendliche waren und in und um Zeven lebten, habe er herausgefunden, was es damals an Kneipen und Treffpunkten für Jugendliche gab. “Die Eisdiele, die im Buch vorkommt, gibt es heute noch. Ich habe lange mit dem Inhaber gesprochen”, verrät er. Durch seine Recherche und das Abtauchen in die damalige Zeit habe er seine eigene späte Jugendzeit wieder aufrollen “müssen” und eine unbeabsichtigte Zeitreise in die Vergangenheit unternommen. Vieles habe er Mitte der 1970er Jahre gar nicht so bewusst wahrgenommen, sondern mit Anfang 20 sei er vielmehr auf die Anfänge seiner Musiker-Karriere und sein Studium fokussiert gewesen. “Auch wenn die Handlung fiktiv ist, habe ich im Buch sehr viele persönliche Eindrücke verarbeitet”, betont er.

Um den Sprachjargon eines heutigen Jugendlichen authentisch wiedergeben zu können, halfen ihm übrigens intensive Gespräche mit jungen Menschen. Und überhaupt fühle er “den Geschmack der eigenen Jugend immer noch auf der Zunge”, so dass es ihm nicht besonders schwergefallen sei, aus der Sicht eines Jugendlichen zu schreiben. Also: Auf geht’s via Zeitreise in die 1970er!

Gudrun Fischer-Santelmann

Kommentare

Noch keine Kommentare vorhanden.
Diese Beitragsdiskussion wird moderiert. Die Redaktion behält sich das Recht vor, eingereichte Kommentare zu löschen, wenn diese gegen den Verhaltenscodex verstoßen. Ihr Kommentar sowie Ihr vollständiger Name werden in der Beitragsdiskussion veröffentlicht. Einzelne Kommentare können zur Veröffentlichung in der Walsroder Zeitung verwendet werden.
Lesen, was gefragt ist. Wissen, was gemeint ist.
Mit WZ+ die volle Artikelvielfalt erleben. Von Heidjern, für Heidjer.